#11
„Bin ich eigentlich hier gerade der Einzige, dem aufgefallen ist, dass jedes Mal Fey'lya der ausschlaggebende Faktor ist, wenn es darum geht uns in eine ganz beschissene Lage zu bringen?“, kam es plötzlich von Wes, der sich bisher absolut ruhig verhalten hatte und jetzt Wedge, ebenso wie Luke, einen fragenden Blick zuwarf.
„Was meinst du mit ausschlaggebender Faktor?“, hakte Luke nach, der Wes gerade absolut nicht folgen konnte.
„Das würde mich jetzt allerdings auch interessieren“, meinte Wedge und zog leicht eine Augenbraue nach oben.
„Fey'lya wollte das Praxeum unter die Aufsicht seiner Leute stellen und das bestimmt nicht aus Nächstenliebe oder des Schutzes wegen, sondern weil er die Kontrolle über Luke und seine Leute übernehmen will“, fing Wes an zu erklären und beugte sich dafür sogar ein klein wenig verschwörerisch nach vorne. Es war zwar niemand außer ihnen hier der das Gespräch verfolgen könnte, aber sollte es an die Ohren des Rates kommen dann hätte er ein großes Problem. „Er hätte dann entschieden was Luke darf, was Luke zu tun hat oder wann er zu handeln hat. Fey'lya weiß sehr wohl in welchem Verhältnis Luke zu uns und wie wir zu Ackbar stehen und die Kontrolle die er dann gehabt hätte, hätte er unter Garantie zu seinem Nutzen benutzt um Ackbars Sympathisanten handlungsunfähig zu machen.“
„Deine Vorstellungskraft in alle Ehren, aber denkst du nicht vielleicht auch, dass du da ein wenig zu viel hinein interpretierst?“, schlug Luke vorsichtig vor, denn im Moment kam ihm das nämlich doch ein wenig übertrieben vor.
„Ich war noch nicht fertig“, warf Wes ein und trank schnell einen Schluck, bevor er weitersprach. „Allerdings wusste er, dass du dich nicht so einfach kontrollieren lassen würdest und dass du bereit bist notfalls deinen Weg auch alleine zu gehen. Also genau das, was du jetzt auch tust. Aber wenn rauskommt, dass du raus bist, dann wird das Wellen in der gesamten Galaxis schlagen. Wir haben es jetzt schon verdammt schwer alles zusammenzuhalten und wenn das durchsickert, dann...“
„Wes? Du weißt aber schon, dass das was du da so gerade von dir gibst, in so manchen Ohren nach Verrat klingt oder?“, raunte Wedge und sah sich vorsichtig in der Cantina um. Man konnte ja nie wissen, selbst mit einem Jedi am Tisch, wer auf einmal hinter einem stand.
„Und jetzt kommt's“, sprach Wes weiter ohne auf den Einwurf von Wedge zu reagieren. „Bei unserer Sache hatte er auch seine Finger drin. Er ist sogar derjenige, dem wir den Mist überhaupt zu verdanken haben.“
„Bei eurer Sache?“, fragte Luke nach, denn bisher hatte ihm noch keiner darüber aufgeklärt, was die Sonderstaffel überhaupt auf Velmor machte. Einem Planeten, wie er gerade nicht weiter von der Frontlinie hätte weg sein können.

„Vor ein paar Tagen wurde die Neue Republik von jemanden kontaktiert, der behauptete Informationen zu besitzen, welche den Kampfverlauf relevant beeinflussen würden“, erklärte Wedge und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. „Mehr rückte er allerdings nicht heraus. Stattdessen stellte er die Forderung, dass er die Informationen nur an den Commander der Sonderstaffel – also mich – übergeben würde. Sollten wir den Forderungen nicht nachkommen, dann würde er die Informationen an die Gegenseite übermitteln.“
„Und was hat Fey'lya damit zu tun?“, fragte Luke weiter nach.
„Nun das Ganze ging, wie du dir mit Sicherheit vorstellen kannst, vor den Rat. Ackbar war natürlich vehement dagegen uns von der Front abzuziehen und hat das auch ziemlich deutlich zur Sprache gebracht“, erklärte Wedge weiter was sich zugetragen hatte. „Das war wiederum für Fey'lya das gefundene Fressen, der natürlich die Chance nutzte um Ackbar in die Enge zu drängen und sein Können anzuzweifeln, wenn er den Erfolg unserer Truppen einzig und alleine von uns abhängig machen würde.“ Leise seufzte Wedge auf, der sich noch gut an den Tag erinnern konnte, auch wenn er selbst nicht persönlich vor Ort gewesen war, sondern nur über eine Holoübertragung zugeschaltet gewesen war.
„Das konnte Ackbar natürlich nicht auf sich sitzen lassen und hat sich zur Wehr gesetzt und – Nun du kennst Ackbar und kannst dir mit Sicherheit vorstellen, dass er mit wehenden Fahnen Fey'lya in die Falle gelaufen ist.“ Ackbar war ein guter Mann und ein guter Admiral und er genoss großes Vertrauen innerhalb der republikanischen Truppen. Sie alle wussten was Ackbar während der Zeit der Rebellion erreicht hatte und was er auch weiterhin jeden Tag erreichte, aber so gut wie er auf dem Schlachtfeld auch war, so schlecht war er auf dem politischen Parkett.
„Wie dem auch sei, er hatte keine andere Wahl als sich Fey'lyas Wunsch, uns hier her zu schicken, zu beugen und weil es dem Fellbündel auch noch gelungen ist die Mehrheit im Rat auf seine Seite zu ziehen sind wir jetzt hier.“
„Ja wir sind hier und nicht an der Front wo wir eigentlich sein sollten“, stimmte Wes zu. „Und das Imperium hat sozusagen freie Fahrt. Er schwächt die Republik indem er Luke so sehr in die Enge drängt, dass er keine andere Wahl mehr hat, als seinen eigenen Weg zu gehen und er schwächt die Republik indem er uns irgendwelchen Geistern hinterher jagen lässt. Und kommt mir jetzt bitte nicht mit Zufall.“ Wes sah erst zu Luke, dann zu Wedge und dann wieder zu Luke. Er konnte doch echt nicht der Einzige sein, der da einen Zusammenhang sah.
„Hm“, murmelte Luke nachdenklich, stützte seine Ellenbogen auf dem Tisch ab, verschränkte die Finger und legte sein Kinn auf diesen ab. „Ich muss zugeben, es klingt durchaus nach mehr als einem Zufall, besonders da beide Vorfälle relativ nacheinander passiert sind. Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass Fey'lya für die andere Seite spielt.“
„Muss er denn überhaupt für die andere Seite spielen?“, warf Wes ein.
„Für welche Seite soll er denn dann spielen?“, fragte Wedge, dem das Gespräch zwar ein wenig unangenehm war, aber ihn dennoch nicht wirklich los ließ. So nebeneinander gestellt konnte man die Verbindung nämlich wirklich nicht übersehen.
„Na für seine eigene natürlich“, meinte Wes, als sei es das offensichtlichste überhaupt.
„Seine eigene?“, kam es absolut gleichzeitig von Luke und Wedge, die einander einen überraschten Blick zuwarfen.
„Fey'lya will an die Spitze der Neuen Republik, aber in einem starken und gefestigten System schafft er das nicht“, erklärte Wes mit fast schon triumphierenden Blick. „Also muss er es erst marode machen und sich dann zum Retter der Neuen Republik aufschwingen und schon liegt es ihm zu Füßen.“
Wedge sah Wes mit großen Augen an, ehe er sein Gesicht in die offene Handfläche sinken ließ. Er hatte schon immer gewusst dass Wes eine große Phantasie besaß, aber dass sie so groß sein könnte, war auch ihm noch nicht klar gewesen.
„Ich will ja nicht leugnen, dass Fey'lya ein Streben nach Macht besitzt“, äußerte Luke sich vorsichtig und diplomatisch. „Aber ich denke nicht, dass er bereit ist dafür alles aufs Spiel zu setzen, was wir alle gemeinsam erreicht haben.“ Luke war sich sicher, dass man stets besser dran war, wenn man Fey'lya mit Vorsicht begegnete und stets wachsam seiner Worte gegenüber war, aber er hatte einfach seine Zweifel daran, dass Fey'lya bereit war einen so großen Verrat zu begehen, nur um anstelle von Mon Mothma die Neue Republik anzuführen. Diese Vorstellung entzog sich zum aktuellen Zeitpunkt einfach seinem Verständnis.
„Wenn es so kommen sollte, dann will ich aber eine ordentliche Entschuldigung von euch hören, damit das klar ist.“
„Wenn es so kommt, dann bekommst du eine von mir. Versprochen“, murmelte Wedge ohne Wes dabei anzuschauen.
„Und von mir ebenfalls“, fügte Luke an und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, nachdem er einen Blick auf Wedge geworfen hatte. Irgendwie tat es gut wieder mit ihnen zusammen zu sitzen. Es war ihm damals nicht leicht gefallen sich von der Sonderstaffel zu verabschieden, mit der er zusammen so viel erlebt und überlebt hatte. Sie waren für ihn eine Familie gewesen und auch wenn sie es für immer bleiben würde, so vermisste er sie sehr, wie ihm in diesem Moment schmerzhaft bewusst wurde. Es waren gewiss keine einfachen oder gar leichte Zeiten gewesen, aber gemeinsam hatten man sich jeder Herausforderung gestellt. Man hatte einander geholfen und einander den Rücken gestärkt. Man war nie alleine gewesen. Man hatte nicht einmal die Möglichkeit besessen sich alleine zu fühlen. Es war immer jemand da gewesen. Für einen kurzen Moment fragte Luke sich, ob er richtig gehandelt hatte, als er die Entscheidung getroffen hatte, seinen Weg alleine gehen zu wollen.
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#12
„Code Red! Ich wiederhole Code Red!“, erklang plötzlich Dereks Stimme aus dem Komlink und das Lächeln, welches eben noch auf Wedges Lippen gelegen hatte verschwand.
„Was ist los?“, fragte er und ein ernster Ausdruck legte sich auf sein Gesicht.
„Sturmtruppen und zwar zu viele davon“, antworte Feylis, die er am westlichen Perimeter stationiert hatte und was ihm somit verriet, dass sich das Imperium von zwei Seiten auf sie zubewegte.
„Tycho? Report!“
„Hier ist alles sauber Wedge“, antwortete Tycho, der von Wedge die Anweisung erhalten hatte den Raumhafen und den großen Markt davor im Blick zu behalten. „Sie müssen schon die ganze Zeit hier gewesen sein.“
Deutlich hörbar atmete Wedge aus, während er sich mit den Fingern über die Stirn strich. Hatte ihn sein Bauchgefühl die ganze Zeit über also doch nicht betrogen. Es war eine Falle gewesen und nun saßen sie hier wie auf dem Präsentierteller.
„Befehl an alle! Sofortiger Rückzug zum Sammelpunkt. Jegliche Konfrontationen sind zu vermeiden. Ich wiederhole – Keine Konfrontation!“
Wedge schaltete das Kom stumm und sah zwischen Wes und Luke hin und her. Er brauchte ihnen nicht zu erklären, was los war, so hatten sie es doch gerade beide ganz hervorragend selbst hören können.
„Kriegsbeeinflussende Informationen“, spuckte Wes die Worte beinahe aus. „Die Nachricht, dass Mitglieder der Sonderstaffel entweder tot oder in imperialer Gefangenschaft sind, ist in der Tat eine Krieg-beeinflussende Information.“ Sie waren zwar nur eine X-Wing Staffel, eine von vielen, aber im Gegensatz zu den anderen war ihre überall bekannt und von manchen Piloten auch gefürchtet. Sie hatten sich die Bezeichnung 'Sonderstaffel' durch Können und Leistung verdient und sie auszuschalten würde gewiss auf die Moral der Truppen schlagen.

Luke hatte seit dem Erklingen der Nachrichten aus Wedges Kom noch kein Wort zu der Lage gesagt, stattdessen zog er sein eigenes Kom hervor.
„Han? Bitte kommen“, versuchte er seinen Freund zu erreichen, der sich irgendwo hier in der Stadt aufhalten musste.
„Gut dass du dich meldest, ich wollte gerade -“, begann Han freudig zu sprechen, wurde jedoch von Luke unterbrochen.
„Han schnapp dir Chewie, gehe zurück zum Falken und verschwinde von Velmor“, kam Luke ohne Umschweife direkt auf den Punkt.
„Luke was ist los?“, fragte Han nach und seine Stimme war schlagartig wachsam geworden.
„Keine Zeit für Erklärungen. Tue einfach was ich dir gesagt habe und - Vertraue mir.“
Für einen kurzen Moment war nur statisches Rauschen aus dem Kom zu hören und Luke war sich nicht sicher, ob Han nicht gleich zu einer seiner Reden ansetzen würde.
„Verstanden“, erklang es dann jedoch kurz und knapp aus dem Kom und Luke konnte sich ein leises und erleichterndes Ausatmen nicht verkneifen.
„Und Kleiner?“, erklang Hans Stimme ein weiteres Mal aus dem Kom. „Möge die Macht mit dir sein.“
Mit einem schwachen Lächeln schaltete Luke das Kom in seiner Hand aus und sah zu Wedge und Wes.
„In Ordnung Jungs, wie ist unsere Lage?“


Wedge und Wes wechselten nach Lukes letzten Worten für einen winzigen Moment fragende Blicke, ehe Wedge das Wort ergriff.
„Aus westlicher, wie auch aus östlicher Richtung bewegen sich Sturmtruppen auf unseren Punkt zu“, fasste er die Lage zusammen. „Sie schneiden uns die Fluchtwege ab, so dass uns nur der Weg zum Raumhafen als Fluchtweg zur Verfügung steht. Vor diesem allerdings befindet sich der große Platz. Von allen Seiten einsehbar und ungeschützt was freies Schussfeld bedeutet. Ich bin mir sicher, dass sie sich dort bereits passend stationiert haben.“ Er war überzeugt davon, dass die sich nähernden Sturmtruppen nicht die Aufgabe hatten sie zu töten oder zu stellen, sondern sie wie Vieh in Richtung Raumhafen zu treiben. Dort würde man sie einkreisen und sie auffordern sich zu ergeben und ihnen drohen, dass wenn sie es nicht tun man das Feuer eröffnen würde. Ein Kreuzfeuer auf einem öffentlichen Platz, auf dem sich gerade dutzende von Personen aufhalten mussten. Unschuldige, die mit dieser Sache absolut nichts zu tun hatten. Doch dem Imperium würde es vollkommen gleich sein. Vermutlich würden sie, so wie viele Male zuvor, ihr Handeln damit rechtfertigen, dass man ihnen keine andere Wahl gelassen hatte.
Luke nickte leicht mit dem Kopf. Er hatte jedem Wort von Wedge aufmerksam gelauscht, auch wenn sein Blick ein wenig abwesend wirkte.
„Ja, es ist davon auszugehen, dass sie ihre Falle bereits ausgelegt haben“, stimmte Luke Wedge zu. „Aber ihr werdet nicht in diese Richtung verschwinden, sondern in die entgegengesetzte.“
„In die Entgegengesetzte? Wie sollen wir das denn anstellen?“, fragte Wes und warf Luke einen unverständlichen Blick zu. „Die Cantina hat keinen Hinterausgang, das haben wir bereits überprüft.“
„Die Gedanken des Wirts haben mir gerade verraten, dass es einen solchen gibt und zwar“, meinte Luke und auch wenn sein Blick abwesend wirkte, so sah man ihm dennoch an, dass er sich konzentrierte. „Ein Tunnel... Keller... Südwestlich führend.“ Lukes Blick fokussierte sich wieder auf die zwei ihm gegenübersitzenden Männer. Unter normalen Umständen nutzte er seine Fähigkeiten nicht in die Köpfe anderer einzudringen, doch diese Situation hatte ihm keine andere Wahl gelassen, wenn er das Leben seiner beiden Freunde retten wollte.
„Selbst wenn es diesen Tunnel tatsächlich geben sollte“, warf Wedge ein. „Was hindert sie daran uns zu folgen? Außerdem, sobald sie von dem Tunnel wissen, wird man an seinem Ausgang auf uns warten und da haben wir noch weniger Chancen, als auf einem offenen Platz.“
Wedge sah Luke mit ernstem Blick an. Sicherlich war der Tunnel eine Fluchtmöglichkeit, zumindest auf den ersten Blick, aber die Verteidigungsmöglichkeiten waren einfach nicht gegeben. Selbst wenn am Ausgang am Ende nur 5 Sturmtruppler standen, lagen ihre Chancen dennoch bei 'nicht vorhanden'. So ein Tunnel bot ja wohl nicht gerade die beste Deckung um sich gegen Blasterfeuer zu schützen. Doch je länger er Luke ansah, der ihm schweigend gegenüber saß, desto mehr regte sich in ihm ein Verdacht.
„Oh nein Luke! Schlag dir das aus dem Kopf!“, kam es etwas lauter als beabsichtigt über Wedges Lippen, der Luke einfach lang genug kannte, um sich auch ohne jegliche Macht vorstellen zu können was in dessen Kopf vor sich ging.
„Sag jetzt bitte nicht er hat vor den Lockvogel zu spielen“, meinte Wes und warf Luke einen zweifelnden Blick zu. Es war ja nicht so, dass man den Mitgliedern der Sonderstaffel nicht eine gewisse Verrücktheit unterstellte, aber das war dann doch zu verrückt.
„Es sind zu viele, auch für jemanden wie dich“, sprach Wedge weiter und bestätigte somit Wes Befürchtungen ohne direkt darauf geantwortet zu haben. „Du kannst sie nicht alle besiegen und das weißt du.“
„Ja das weiß ich und deswegen habe ich es auch nicht vor“, antwortete Luke und sein Tonfall ließ durchschimmern, dass er sich von seinem Plan nicht würde abbringen lassen. „Ich werde euch einfach nur so viel Zeit wie möglich verschaffen und mich dann aus dem Staub machen.“
„Das ist blanker Wahnsinn Luke“, meinte Wedge und schüttelte den Kopf.
„Nicht mehr, als mit einem X-Wing in den Reaktor eines Todessterns zu fliegen“, konterte Luke und ignorierte den bösen Blick, dem ihm Wedge dafür schenkte. Schweigend starrten sich die beiden Freunde in die Augen, bis Wedge den seinigen schließlich senkte und seufzte.
„Du hast es dir in den Kopf gesetzt und ich bin nicht mehr in der Position dir einen Befehl zu erteilen“, sagte Wedge mit schwerer Stimme, dem dieser Plan so überhaupt gar nicht schmeckte. Es war einfach nicht richtig, dass Luke ihnen jetzt aus der Patsche half. Luke, der eigentlich gar nicht hätte da sein dürfen und für einen winzig kleinen Augenblick kam ihm der Gedanke, ob es vielleicht die Macht gewesen war die Luke heute hier her geführt hatte. Allerdings verschwand der Gedanke genau so schnell wieder wie er gekommen war, denn das Konzept der Macht war einfach zu hoch für ihn.
„Und solltest du dich gefangen nehmen lassen – Ich hol dich persönlich raus, selbst wenn ich mir dafür den Weg, nach wohin auch immer, frei schießen muss.“ Es war ein Versprechen und eine Drohung zugleich.
„Warnung angekommen“, meinte Luke und musste trotz der ernsten und bedrohlichen Lage auflachen. „Und jetzt verschwindet, sonst brauchen wir gleich keinen Plan mehr.“
Wes und Wedge erhoben sich von ihrem Platz, wenn auch nicht ohne dennoch leise zu murren. Es gefiel ihnen beide nicht, aber sie konnten nun nicht mehr tun, als Luke zu vertrauen. Während Wes direkt auf den Besitzer der Cantina zusteuerte, immerhin musste er ihnen den Weg weisen, hatte sich Wedge nur ein paar Schritte entfernt und war stehen geblieben.
„Pass auf dich auf Luke und möge die Macht mit dir sein“, verabschiedete sich Wedge, mit dem innigen Wunsch im Herzen, dass es nicht das letzte Mal gewesen war, an dem sich ihre Wege im Leben gekreuzt hatten.

Luke wartete, bis seine beiden Freunde verschwunden waren, ehe er sich von seinem Platz erhob und die Kapuze seines Umhang über den Kopf und tief ins Gesicht zog. Ohne auf die weiteren Gäste zu achten, die ihm durchaus neugierige Blicke zuwarfen, verließ er die Cantina. Mit leicht gesenktem Kopf blieb er mitten auf der Gasse stehen und warf einen kurzen Blick nach rechts und nach links. Den Richtungen, aus denen die Sturmtruppen ruhigen, aber zügigen Schrittes herankamen. Sein Blick glitt die Gasse entlang, welche seinen Freunden als einziger Fluchtweg hätte dienen sollen und ein kleines Lächeln legte sich auf seine Lippen, als er am Horizont die vertrauten Umrisse des Falkens erkennen konnte, der gerade dabei war die Atmosphäre des Planeten zu verlassen. Er schloss die Augen und ließ die Macht durch sich fließen. Die Macht, die durch jeden lebenden Organismus auf diesem Planeten floß und begann langsam seine Hände zu heben. Seine Handflächen deuteten in Richtung der nahenden Sturmtruppen und er wirkte beinahe wie jemand, der sich ergeben und zeigen wollte, dass er unbewaffnet war. Tief und konzentriert atmete Luke ein und in dem Moment, an welchem er ausatmete, streckte er seine Arme zur Seite und auf beiden Seiten der Gasse wurden Soldaten von einer unsichtbaren Kraft von ihren Füßen gerissen und durch die Luft nach hinten geschleudert. Hinter ihnen stehende Soldaten wurden entweder umgeworfen oder aus dem Gleichgewicht gebracht. Luke ließ seine Arme sinken und während eine Hand die Kapuze nach hinten zog, griff die andere Hand nach dem Lichtschwert an seinem Gürtel.

„Ich bin Luke Skywalker“, sagte er mit kräftiger Stimme und öffnete die Augen. „Und ihr habt euch den falschen Tag für einen Besuch auf Velmor ausgesucht.“ Mit einem elektrischen Sirren aktivierte er die grün schimmernde Klinge seines Lichtschwerts, bereit für alles was kommen möge.
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