#31
Tyvos stieß bei Derricotes Antwort lediglich ein leises Schnauben aus. Wissenschaftler, wenn man Derricote als solchen bezeichnen konnte, sie lebten in ihrer theoretischen Welt in welcher vielleicht dies, oder jenes möglich wäre, wenn man denn genügend Zeit hätte. Dies war der Grund warum ein jedes imperialen Wissenschaftsteam stets eine harte Hand im Hintergrund benötigte um diese an den Zeitplan zu halten. Doch dem Grand Moff waren ausnahmsweise die Hände gebunden, er konnte an dem feisten General kein Exempel statuieren, zumindest noch nicht. „Dann ist ihnen auch bewusst, dass die Zeit drängt.“, war Cornos kurze und wenig einfallsreiche Antwort. Es gab nicht mehr hinzuzufügen, der Sachverhalt war so simpel wie er nur irgendwie sein konnte. Entweder man hatte hier Erfolg, oder bei Zero X, oder die Kompetenz des Oberkommandos würde wider Erwarten steigen, andernfalls drohte der baldige Untergang.
Das ungleiche Duo betrat, begleitet vom stummen Deathtrooper, einen weiteren Flur, welcher sich ewig hinauszuziehen schien. „Instabil.“, wiederholte Tyvos und erinnerte sich ein weiteres Mal an jenen Zwischenfall auf Yn. Ja instabil war wohl der korrekte Ausdruck für diese Substanz. „Sie haben hier mit Sicherheit einige der besten, wenn nicht die besten Wissenschaftler des Imperiums vereint, unter ihrer Führung wird das Erstellen eines Trägersystems sicherlich keine allzu lange Frage der Zeit sein?“, erkundigte er sich, nun in einem versöhnlichen Tonfall. Der Verweser hatte bemerkt, dass er mit Druck und Drohungen bei Derricote nichts zu erreichen schien und war schlau genug seine Taktik zu ändern. Trotz seiner wenig attraktiven Statur war Derricote eitel, er wollte Anerkennung und Lob für seine Arbeit, Tyvos würde sie ihm gewähren, bis er hatte was er wollte. „Ich werde Ihnen wie gesagt jedwedes Mittel zur Verfügung stellen, doch dafür erwarte ich, dass sie ihre Leute...“, Tyvos machte eine kurze Pause, um sich ein weiteres Mal zu Derricote umzudrehen, „entsprechend motivieren. Ich bin mir sicher sie können noch ein weiteres Quäntchen Leistung aus diesen Frauen und Männern herausholen.“, erklärte Tyvos dessen Ton eine Mischung aus Wohlwollen und doch wieder etwas Bedrohliches an sich hatte, wobei dies mehr den Untergebenen des Generals galt.

Schließlich erreichte man einen Turbolift, dessen Tür sich nach der Eingabe eines Codes durch General Derricote öffnete. Dir drei Männer traten eiligen Schrittes ein und mit einem lauten Rauschen setzte der Lift sich in Bewegung, gefühlt eine Ewigkeit in die Tiefe fahrend. Tyvos wunderte sich nicht, dass das Labor derart tief unter der Erde begraben lag. Im Falle eines Austretens des Schwarz war dies die wohl sicherste Möglichkeit zu verhindern, dass es in die Außenwelt gelang, wenngleich einige arme Seelen hier unten ihr Ende finden würden. Er hoffte inständig nicht zu diesen zu gehören. „Konnten Sie bei diesen magnetischen Feldern bereits Erfolge erzielen?“, hakte Tyvos nach und durchbohrte Derricote förmlich mit seinen grünen Augen. Die Antwort erhielt er sogleich, was er mit einem enttäuschten Seufzen quittierte. Er verabscheute Heuchelei, doch zuweilen musste auch ein Grand Moff von ihr Gebrauch machen und letztlich heiligte der Zweck die Mittel. Nach den Worten des beleibten Generals schien es beinahe unmöglich Black Moon zu kontrollieren und Tyvos konnte in seiner Stimme und seinem Blick etwas erkennen, Angst. Übelnehmen konnte der Verweser es ihm nicht, er wusste wie Schwarz tötete und der Gedanke keine Kontrolle darüber zu haben ließ es ihm auch kalt den Rücken hinunterlaufen. „Ich verstehe.“, entgegnete er trocken, „Es wird doch nicht in der Lage sein sich selbstständig von einem Planeten zum anderen zu bewegen?“, fuhr er sogleich ungläubig und leicht besorgt fort. Der Gedanke war absurd, doch dieses ganze Projekt war absurd. Wer hätte sich vorstellen können, dass solch eine Substanz überhaupt existierte. Und was wusste Derricote, was Tyvos nicht bekannt war?

Endlich kam der Turbolift zum Stehen und der Grand Moff, Derricote und DT-9225 betraten eine Zwischenebene. Hier schien das Projekt Black Moon konkreter zu werden. Tyvos sah Wissenschaftler in Schutzanzügen, welche im Vorbeigehen von ihrem Vorgesetzten gegrüßt wurden. Es herrschte ein recht lockerer Umgangston, was bei dem Anaxsi für Unverständnis sorgte. Er war einen anderen Führungsstil gewohnt, doch offensichtlich schien Derricotes Art zu funktionieren. Man erreichte einen weiteren Korridor, als der General stehen blieb. Nun würden sie den kritischen Bereich betreten und auch Tyvos benötigte einen Schutzanzug. „Na schön.“, entgegnete er wenig begeistert und ließ sich einen der speziell für diese Arbeit angefertigten Anzüge geben. „DT-9225, sie bleiben hier.“, befahl der Grand Moff dem Death Trooper und begab sich mit Derricote zum Eingang des Sicherheitsbereiches. „Nun Derricote, ich bin gespannt was Sie mir zeigen können.“, sagte Tyvos und bedachte den General mit einem erwartungsvollen Blick.
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#32
Wie sollte Derricote etwas erklären, was er selbst nicht verstand? Etwas, was so fremd war, dass sich alle wissenschaftlichen Erklärungen von einer Sekunde zur anderen auflösten. Sie alle waren im Anbetracht der Entdeckung des Schwarz-Moleküls, welches gleichsam Materie war und auch nicht, überfordert. Es nahm kristalline Formen an, war aber auch gleichzeitig eine Energie, die wie ein Krebs wuchs. Augenscheinlich schien Schwarz in mehreren Dimensionen zu existieren, die sich einem ganzheitlichen Zugriff entzogen. Derricote hatte keine gute Antwort. Er stocherte mit seinem Team nur im Dunkeln herum und hoffte auf eine Tür zu stoßen. Es machte ihm ehrlich Angst. Dieses Substanz, sofern es denn eine Substanz war, war eine Gefahr die eigentliche Existenz von allem. Corno schien nicht zu verstehen, was man hier tat. Diese Waffe war möglicherweise zu gefährlich. Es kostete Augenblicke, bis der General seine eigenen Gedanken sortiert hatte. "Vorerst funktionieren die Felder und erlauben zumindest eine rudimentäre Lagerung der Substanz, die aus den gewachsenen Kristallen gewonnen wird," antwortete Derricote. "Ich denke aber, dass ein Transport in einem Torpedo oder einer Bombe ausgeschlossen ist. Ein Fehler in der Energiequelle oder eine Störung im Feldgitter und schon wäre die Waffe nicht mehr zielgerichtet einzusetzen. Unsere Streitkräfte könnten dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden," versuchte er seine Sorgen in unmittelbare, nicht zu fachterminologische, Worte zu packen. Derricote dachte scharf nach. Die Frage des Moffs hatte er sich auch oft gestellt, da in den letzten Studien die Probanten, die Black Moon ausgesetzt waren, merkwürdige Dinge von sich gaben. Je höher die Dosis, bevor eine vollständige Mutation einsetzte, umso deutlicher sprachen sie wirr von Visionen, die sie erlebten. Horror und Albträume plagten sie und doch war in allen Visionen eine gemeinsame Stimme, etwas Gemeinsames, zu erkennen. Die Bilder ähnelten sich auf erstaunliche weise, so dass es schlicht nicht mit der Agonie der Erkrankung im Zusammenhang stehen konnte. Es war anders. Ein Experiment hatte sogar offenbart, dass die Infizierten auf lange Strecken scheinbar ihre Gedanken und Emotionen austauschen konnten, bevor sich ihre Bewusstseine auflösten. Dennoch blieb eine Art Kopie in den wandelnden Kristallen zurück, so dass viele selbst nicht mehr menschlich, Wortfetzen von sich gaben. Gleiches ließ sich bei diversen intelligenten Alien-Probanten beobachten. Dieses Projekt hatte eine eigene Dynamik gewonnen. "Es ist schwierig in Worte zu fassen. Es ist generell schwierig eine definitive Aussage zur Substanz zu machen," war schließlich die Antwort, die nicht ganz offen zeigte, was Derricote tatsächlich befürchtete. "Wir werden es im Labor sehen," meinte er und hoffte darauf, dass Corno mit seinen Augen besser verstand, was die Entwicklung in diesem Projekt bedeutete.

Wenig später, längst dem Lift entkommen, umgezogen und vor der schwergepanzerten Schleuse zum Hochsicherheitsbereich. An der Wand vor der Schleuse hingen luftdichte Filterhelme mit großen Glasvisieren. "Setzen sie einen Helm auf und verschließen sie ihn fest mit dem Halsring," erklärte Derricote, der bereits nach einem Helm griff und diesen über seinen Kopf zog. Mit einer geübten Bewegung seiner beiden Hände, verriegelte er den Helm am Halsring, so dass ein zischendes und fiependes Geräusch ankündigte, dass er fest verschlossen war. Derricote atmete ruhig weiter, bis sich der Filter auf seine Atemfrequenz eingestellt hatte. "Dieser Bereich ist eine Sicherheitszone. Sofern diese Tür eine Kontamination mit dem Partikel feststellt, werden wir in der Schleuse eingesperrt und eine Turbine wird uns mit heißem Plasma verbrennen. Die Anzüge selbst weisen geringste Mengen von Flüssigkeiten ab aber wurden noch nicht gegen Black Moon getestet. Ich möchte nur unser aller Tod verhindern, da sich Black Moon scheinbar unter Umständen auch als Aerosol bewegen kann. Durch unsere Manipulationen scheint es diese Fähigkeit erworben zu haben," folgte dann eine erweiterte Erklärung, wobei diese schwer zu verstehen war, da Derricote gegen den Helm ansprechen musste und ein Vocoder seine Stimme leicht blechernd wiedergab. Mit einer schweren Bewegung legte Derricote einen großen Schalter, welcher rot markiert war, um. "Zwei Personen, Eintritt in Zone 14," rief der General zu einer Kamera. Scheinabr eine Routinemeldung. Beide waren einen winzigen Moment in der Schleuse gefangen, bis sich schließlich die Innentür mit einem merkwürdigen Dampf öffnete. Beim Weg hinaus konnte Corno die Gitter erkennen, die bei Gefahr Plasma einleiten würden. Diese Gitter fanden sich im gesamten Korridor. "Wir müssen zum nächsten Lift," sagte Derricote, grüßte mit Handzeichen einige Wissenschaftler und auch Wachen, die andere Schutzanzüge trugen. Die Wachen hier unten trugen schwarze Schutzanzüge und trugen auch keine Waffen bei sich, sondern nur Betäubungsstäbe und Schlagstöcke. Feuerwaffen schienen wohl eine zu große Gefahr zu sein. Schnell erreichte man einen weiteren Lift, den Derricote mit einem Code aktivierte. Corno und er traten ein. Der Lift setzte sich blitzschnell in Bewegung. Er hatte nur eine Auswahlmöglichkeit: Labor B1. Tief unter der Erde, nochmals durch Kilometer Felsen isoliert, befand sich die Haupttestkammer der Einrichtung. Es dauerte einige Minuten bis der Turbolift die entsprechende Ebene erreichte. Die Tür öffnete sich und gab erneut einen Korridor frei. Derricote trat hinaus, blickte sich um und trat an eine Konsole, um einen Sicherheitsbericht zu lesen. Er verglich einige Werte auf dem Schirm.

"Sicherheitslage grün," meldete er an Corno und trat von der Konsole weg. Hier befand sich keine Person, außer Corno und Derricote. Derricote eilte vor eine mächtige Tür, die von einem Kraftfeld umgeben war, welches elektrisch pulsierte. "Unsere magnetische Sicherheitstür. Vielleicht der einzige Schutz vor einem Ausbrechen der Substanz," meinte der General und zog eine Codekarte durch eine Konsole daneben, bevor er mehrere Passwörter in Folge eingeben musste. "General Derricote, Stimmbestätigung," sagte er in Richtung der Konsole, bis sich schließlich das Kraftfeld deaktivierte, die übergroßen Bolzen aus der tresorartigen Türen zurückfuhren und sich die Schleuse öffnete. Beide traten ein und befanden sich in einer großen Kammer mit einzelnen Forschungskammern in den Seitenwänden, verstärkt mit schweren Transparistahlfenstern. In der Kammer selbst befanden sich mehrere Arbeitstische mit Forschungsequipment und zusätzlichen Zylindern in denen tote aber mutierte Kreaturen schwammen, in einer bläulichen Flüssigkeit. Derricote trat über ein paar Stufen hinab zur Hauptkonsole. Auch hier überprüfte er einige Daten und ließ Corno für einen Moment zurück. Dieser konnte die mutierten Kreaturen betrachten: Menschen, die schwarze Äderchen aufwiesen und kristalline Verwachsungen und viele andere Spezies, wie Twilek, deren Lekku durch Kristalle ersetzt waren und Bisra-Hunde, deren Maul mit Kristallzähnen besetzt war und aus deren Augen schwarze Flüssigkeit in die bläuliche Substanz abfloss. In einigen Exponatgläsern schwammen sektierte Objekte, wie entfernte Augen oder Hände, sogar mehrere Herzen standen in einem Regal unweit von Corno. Sie schlugen noch, obwohl sie tot sein müssten. Auch sie wiesen schwarze Äderchen auf. Die Testkammern im Hintergrund wirkten dunkel, schienen aber ein Geheimnis zu verbergen, da ein merkwürdiges Grunzen und Dröhnen aus ihnen kam. Die gepanzerte Schleuse schloss sich hinter Corno und das Kraftfeld aktivierte sich wieder. Die Exponate sorgten für einen gewissen Horror, da sie in sich zwar tot waren aber irgendwie auch nicht, da sie gelegentlich zuckten oder die Kristalle sich unter ihren Überresten bewegten. Sofern sich Corno gewissen Exponaten nähern würde, würden diese umso deutlicher zucken. Scheinbar reagierten sie auf Leben selbst.
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#33
Wie weit war man bereit, für Macht, zu gehen? Tyvos mochte der falsche Mann sein um diese Frage zu beantworten, doch stellte er sich eben diese Frage selbst. Er hatte mit dem Base Delta Zero von Besberra Milliarden Leben beendet, den Befehl einst ohne mit der Wimper zu zucken gegeben. Es hatte ihm damals keine Probleme bereitet, schließlich hatte seine Intervention womöglich viele weitere Opfer verhindert, anders gesagt hatte das Töten damals einen Sinn, wenn man es mit dem nötigen Pragmatismus betrachtete. Doch heute sah die Sache anders aus, es gab kein Imperium welches lediglich hier und da mit Aufständen zu tun hatte. Das einst mächtige Reich Palpatines war zu einer Masse verkommen die nur noch jeden Tag um das blanke Überleben kämpfte. Das Resultat dieses Überlebenskampfes war Schwarz. Die Spitze imperialer Verzweiflung, ein Kampfstoff der im Zweifelsfall alles vernichtete bevor es dem Feind in die Hände fiel. Die anfängliche Begeisterung des Grand Moffs für diese neue Wunderwaffe schwand, je mehr er von ihr erfuhr. War dies wirklich der Weg um das Imperium zu retten, die Zukunft für ihn und seine Familie zu sichern? Kurze Zweifel erschienen in seinem Kopf. Auch er hatte Vesperum zur Macht verholen, wenngleich weniger aktiv als sein alter Kamerad und Freund Tiberius Vaash. Doch nach der Machtergreifung waren es durchaus viele anaxsische Credits die die Handlungen und Wünsche des Imperators mit der nötigen Liquidität versorgt hatten. Hätte er sich anders entscheiden sollen? Einerseits hatte er durch die politische Verwerfung Möglichkeiten gesehen, doch um welchen Preis? Die Lage des Reiches hatte sich seit Vesperums Aufstieg keines Wegs verbessert. Niederlage reihte sich an Niederlage, System um System sagte sich vom Reich los. Lediglich die Kernwelten hielten ihre Loyalität, zumindest offiziell. Nichtsdestotrotz verhielt man sich eher passiv, wartete auf den Feind, oder bastelte an Heil versprechenden Superwaffen. Wann hatte eines dieser technischen Wunder jemals zum Sieg gereicht? Yavin, Endor, zwei mahnende Beispiele für imperiale Überheblichkeit und Tyvos befürchtete, dass eben diese Überheblichkeit erneut eintreten würde, sollten die beiden aktuellen Projekte fertiggestellt werden. Oder würde sich das Schwarz sogar gegen seine Schöpfer wenden?


Eine rudimentäre Lagerung der Substanz, die Worte Derricotes klangen als sei man noch Lichtjahre von der Fertigstellung dieser Waffe entfernt. Es war dieses eine Problem, das Menschen wie Tyvos hatten. Sie waren es gewohnt Befehle und Anordnungen zu geben, die in der Regel ohne Verzögerungen ausgeführt wurden. Doch die Arbeit dieser Wissenschaftler war anders, gerade in Bezug auf das Schwarz. Er konnte ihnen Druck machen, mit Strafen und Schlimmeren drohen, doch es würde nichts daran ändern, dass in naher Zukunft keine vorweisbaren Ergebnisse geben würde. "Das Erstellen eines Magnetfeldes innerhalb einer Bombe oder Ähnlichem wäre auch keine Option?", hakte Tyvos nach, der nach wie vor nicht genügend über das Projekt informiert war, "Welche Möglichkeiten gibt es abseits unserer technischen Kapazitäten? Man hielt eine Waffe wie den Todesstern auch für unmöglich, ein Mann ihrer Fähigkeiten wird sicher einen Weg finden dieses Mittel kampffähig zu machen!". In Tyvos Worten schwang keinerlei Freundlichkeit, oder Ermunterung mit, er versuchte den Ehrgeiz des beleibten Wissenschaftlers zu wecken, oder viel mehr über diesen über sich hinauswachsen zu lassen, denn ohne Ehrgeiz wäre man nicht so weit gekommen, wie Derricote bereits war.

Nachdem die Männer den Lift verlassen hatte sollte Tyvos nun der Sicherheitsbereich gezeigt werden. Er legte sich einen schweren Schutzanzug und den dazugehörenden Helm an, welchen er mit einem Zischen verschloss. Sie betraten nun den Hochsicherheitstrakt, begleitet von den mahnenden Worten Derricotes. Die Aussicht in heißem Plasma in seiner Partikel verbrannt zu werden war nicht sonderlich erbaulich, doch ohne dieses markante Risiko war es nicht möglich mehr über Schwarz zu erfahren. Ein Seufzen entfuhr dem Grand Moff, ehe sich die nächste Tür, einen sonderbaren Dampf ausstoßend, öffnete. Auch in diesem Trakt fanden sich Wissenschaftler und Wachleute welche die gleichen Anzüge trugen wie sie. Die Wachen trugen jedoch keine Schusswaffen bei sich, offensichtlich war die Gefahr zu groß einen potentielle verheerenden Schaden zu verursachen. Tyvos beobachtete im Vorbeigehen die Arbeit der Wissenschaftler welche vor allem durch Kopfschütteln und Fluchen auffielen, die Arbeit schien nicht wie gewünscht zu funktionieren. Mehrmals fiel das Wort unmöglich und Wahnsinn, ehe man die Anwesenheit des Grand Moffs bemerkte und die Stimmen abrupt verhallten. Er konnte es ihnen jedoch nicht verübeln, dieses Projekt war wahrhaft Wahnsinn, doch offensichtlich war Wahnsinn die letzte Verteidigungslinie gegen den Feind. Ob diese Frauen und Männer wussten welches Schicksal sie ereilen würde, sollte auch nur ein Minimum ihrer glorreichen Errungenschaft austreten? Andererseits schien der schnelle Tod durch Hitze weit angenehmer als langsam vom Schwarz zerfressen zu werden.
Man erreichte den nächsten Lift welcher eine ganze Weile unterwegs war ehe er zum Stehen kam, sie mussten mittlerweile meilenweit unter der Planetenoberfläche sein, am einzig sicheren Aufbewahrungsort für Schwarz.

Derricote öffnete zügig die gewaltige Schleuse welche durch ein zusätzliches Energiefeld gesichert war und das Schwarz im Fall eines Austritts hoffentlich aufhalten würde, wobei es den beiden Männern gleich sein konnte, sollten sie sich noch innerhalb es Trakts befinden. Tyvos fand sich nun alleine mit Derricote in einem Labor wieder, welches an Morbidität nicht zu übertreffen war. Der Grand Moff verharrte einige Momente am Eingang des großen Raums. Er konnte Menschen, Xenos und einzelne Körperteile in mit blauer Flüssigkeit gefüllten Zylindern sehen. Sie waren tot, doch ihre Körper waren von schwarzen Äderchen, oder anderen Mutationen übersät. Die Äderchen schienen zu zucken was aufgrund der leblosen Körper einen Schauer über Tyvos Rücken fahren ließ. Er trat nun in das Labor ein und die Adern schienen schneller zu zucken je näher er ihnen kam. "Reagiert es auf uns?", rief Corno Derricote zu ohne seinen Blick von den Testsubjekten abzuwenden. Sie stießen eine abartige Faszination aus, doch was Corno hier sah überstieg doch seine Vorstellungen. Auf Yn hatte er Schwarz lediglich als vernichtende Masse kennengelernt, doch dieses, man konnte es als Verhalten bezeichnen, besorgte ihn. Was hatte man hier bloß erschaffen? Wissenschaftliche Allmacht hatte zu etwas geführt was man nicht kontrollieren konnte, Black Moon war keine Waffe die man an und ausschalten konnte, das war Tyvos mittlerweile bewusst. Es war ein lebendiger Kampfstoff, oder gar ein Lebewesen und etwas sagte ihm dass jene Substanz innerhalb dieser Toten auch nach ihm lechzte. Aus abgedunkelten Kammern dröhnten unnatürliche, grauenerregende Geräusche. "Wie groß sehen Sie die Gefahr an, dass Black Moon sich gegen uns wenden könnte?", fragte Tyvos nun nachdem er sämtliche Exponate begutachtet hatte, "Ist es überhaupt gesichert, dass wir es gegen unsere Feinde einsetzen können? Können wir es zerstören sollten alle Versuche fehlschlagen?". Eine Frage verkniff der Anaxsi sich jedoch, sollten sie es einsetzen?
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#34
Krieg. Krieg brachte immer wieder erstaunliche Dinge hervor; insbesondere erstaunlich schreckliche Dinge. Auch dieser galaktische Konflikt brachte in seiner schlichten Grausamkeit die zwanghafte Suche nach der perfekten Waffe hervor. Derricote hatte sich mit finsteren Mächten gemein gemacht, ohne zu ahnen, wessen Ziel er schlussendlich verfolgte. Der Konflikt ließ die Grenzen zwischen Ideologie und Wissenschaft zerfließen, wie Schwarz selbst, welches nicht nur eine neue Waffe war. Schwarz, diese Substanz, war viel mehr Segen und Fluch eines wahnhaften und kranken Imperiums, welches seinen eigenen Untergang zu verhindern versuchte, der möglicherweise schon längst vom Schicksal selbst beschlossen war. Derricote schien an seiner eigenen Leibsfülle zu ersticken, die im Schutzanzug, mühsam Schweiß zur Kühlung generieren wollte. Fleischig presste der General Luft durch seine nüsternhaften Nasenöffnungen, um sein Biosystem mit Sauerstoff zu versorgen. Selbst wenn Derricote stoppen wollte, diesen Kreislauf aus wahnsinniger Wissenschaft beenden wollte, er konnte es nicht mehr. Genauso wenig, wie er seinen Atem kontrollieren konnte. Es war ein scheinbar natürlicher Prozess, dass insbesondere Menschen in Funktion von Macht und Ordnung, nach immer größeren Waffen strebten, die ihre Kontrolle und Funktion sichern sollten; Waffen, die Sicherheit versprachen aber Zerstörung und Chaos brachten. Eine historische Ironie. Jedes System, welches die Galaxis hervorgebracht hatte, hatte sich selbst am Versuch die geeignete Waffe zu entwickeln, selbst verseucht. Die Republik, mit ihren unzähligen Konflikten, hatte selbst Welten ausgelöscht, zwar aus Sicht des heutigen Imperiums, eher rudimentär aber auch die freiheitliche Republik hatte ihre Feinde mit Waffengewalt niedergerungen, nicht nur die einstigen Sith waren ausgelöscht worden, nicht nur Separatisten, sondern auch Welten, die sich nicht der Republik anschließen wollten, obwohl Konzerne und ranghohe Personen, einen Nutzen in ihnen gesehen hatten. Auch die Phase die Abrüstung hatten nicht den erhofften Frieden gebracht, da so Konzerne, wie die Handelsföderation, einen Sinn und Profit im Krieg sahen. Sie alle hüteten nur ein Feuer, welches jeder Zivilisation, nicht nur Licht gebracht hatte. Es schien ganz einem Naturgesetz gleich, was hier auf Borleias geschah und Derricote war nur der Ausführende höherer Mächte, der sich glaubte, einen freien Willen zu besitzen.

"Zu ihrer Eigangsfrage, "
erklärte Derricote. "Unsere Teams arbeiten tatsächlich an einer Magnetfeldlösung, die eine Art Torpedo möglich erscheinen lässt, um die Subtanz als Flüssigkeit auf Feindwelten aufzubringen," sagte er so nüchtern, als ob er über ein Kochbuch sprach. "Das Problem bleibt, dass die Flüssigkeit zwar eine Wirkung entfaltet aber in sich nicht stabil genug ist, um weitreichende Ziele zu erreichen. Die Wirkung bleibt vorerst nur auf einen Perimeter beschränkt, der nach unserer Einschätzung, zwar eine Abschreckungswirkung erzielt aber nicht das gewünschte Vernichtungspotenzial entfaltet." Derricote trat durch den Raum und kontrollierte einige Anzeigen, wobei seine massiven Stiefel leicht quietschten, da das Desinfektionsmittel das Gummi der Stiefel zwar nicht zerstört aber rauh gemacht hatte. "Unsere Lösung ist bisher ein stabiles Aerosol zu entwickeln, was sich mit der Atmosphäre des Zieles bewegt und so nahezu eine gesamte Population erreicht. Unsere Forschungen dazu erzielen erste Erfolge aber durch die Natur des ersten Produktes," sagte er und bliebt vor einem Zylinder stehen. Mit einer ungelenkten Bewegung aktivierte der Forscher einen Schalter, der einen Sichtschutz vom Zylinder entfernte.

"Ja, es reagiert auf biologische Zellen, tot oder lebendig," antwortete Derricote mit einem Schulterzucken. Für ihn selbst war dies keine Neuigkeit aber für Außenstehende mochte dies relevant sein. "Die Substanz reagiert mit allen Zellen. Einerseits auf eine natürliche Weise, indem es einer Phage gleich, sich selbst mit Zellen verbindet und andererseits auf eine uns unbekannte Ebene, da die Substanz, insbesondere dem lebendigen Objekt, eine Art Energie zu entziehen scheint, die es für eine eigene...," sagte Derricote und wies zum eben vom Sichtschutz befreiten Zylinder. "... Evolution verwendet. Und diese Evolution kann sich auch gegen uns alle richten." Im Zylinder schwamm ein Mensch, dessen Augen vollkommen schwarz waren, seine Hände waren in Krallen verwandelt und die Eckzähne weit hervorgetreten; aus den Augen- und Mundwinkeln lief eine schwarze Flüssigkeit, die sich nicht mit der Lagerflüssigkeit des Zylinders verband und scheinbar unberührt ihren Weg nach Unten fand. Auch diese Person wies hervorgetretene schwarze Äderchen auf. Wenn man genauer hinsah, erkannte man in der schwarzen Flüssigkeit, kleinere Kristalle, die immer wieder neuen Formen bildeten und nach dem Leben außerhalb des Zylinders zu gieren schienen, da sich immer wieder kleinere Spitzen bildeten, die auf Derricote und Corno zeigten. Der Körper des toten Testobjektes zuckte unregelmäßig, so als ob er gleich noch einmal zum Leben erwachen würde aber tat es nicht. "Keine Sorge," reagierte Derricote. "Der Zylinder ist sicher. Verbund-Transparistahl und dazu eine Lagerflüssigkeit, die jede Motorik unterbindet." Dennoch trat er selbst vom Zylinder einen Schritt weg. Nun kannte man die Beschriftung am Zylinder entdecken: Objekt 101. "Um ehrlich zu sein," entgegnete der General, deutlich schwitzend: "Es ist nichts gesichert. Es ist eine Waffe eines neuen Typs, die sicherlich eine andere Wirkung als der Todesstern aber ein nicht weniger verheerende Wirkung haben wird, sofern sie sich sicher einsatzfähig machen lässt." Er wich ein wenig aus, denn immer noch nicht, wusste Derriote um den Ursprung der Grundsubstanz, jene seltsamen Kristalle, die ebenso ein Eigenleben besaßen. "Ich zeigen Ihnen etwas!" Der unheilige Waffenforscher trat zu einer Kammer, öffnete auch hier den Sichtschutz, klopfte dann auf die Scheibe und aus dem Dunkel der Kammer schien sich langsam aber beständig eine Kristallpyramide auf Derricote zu zubewegen. Sie blieb stehen, als sie nicht mehr weiter konnte. Der Kristall begann das Gesicht von Derricote auf eine merkwürdige Art zu spiegeln, wobei sich eine Art schwarzer Nebel absetzte, der im Hintergrund Schatten bildete, die Derricote imitierten. "Das ist Objekt 109." Derricote trat wieder einen Schritt von der Scheibe weg, so dass der Kristall, die Schatten verschwinden ließ.

"Es enstand aus einem infizierten Baum." Er blickte leicht berunruhigt zu Corno. "Wir können es mit hochenergetischen Waffen zerstören aber sofern nur ein Partikel überlebt, beginnt ein neuer Zyklus der Entwicklung, der sich uns noch nicht erschließt. Es scheint auf eine gewisse Weise intelligent auf seine Umwelt zu reagieren und insbesondere auf bestimmte Merkmale seiner Umgebung reagiert die Subtanz erstaunlich. Insbesondere aggressive Personen werden bevorzugt heimgesucht, während sanfte Personen lange ignoriert werden und erst bei Bedarf transmutiert werden. Es scheint auch auszuwählen, welche Mutation, und zu welchem Zeitpunkt, entsteht. Dieser ehemalige Baum ist entstanden und inzwischen äußert stabil, so dass Schneidlaser kaum durch die Hülle gelangen. Im Inneren dieser Form scheint die Substanz etwas herzustellen, da sich eine Flüssigkeit im Inneren befindet aber durch eine merkwürdige Interferenz können unsere Scanner nicht erkennen, was dort entsteht," vermittelte der Forscher Corno erste Eindrücke.

"Ich versichere Ihnen, dass ich an einem Impfstoff oder Heilmittel für unsere Verbände arbeite und erste Ergebnisse scheinen es möglich zu machen, zumindest eine Erstinfektion zu verhindern, indem man einen speziellen Emitter trägt, der die Neurowellen eines sensiblen und einfältigen Menschen überträgt. Dennoch ist dies kein vollständiger Schutz gegen einen Direktkontakt." Er seufzte. In der Tat waren seine Versuche zwar mit vielen Ergebnissen gesichert aber keiner klaren Struktur. Es würde noch Monate dauern, das gewünschte Endprodukt zu erzeugen: eine neue Waffe.
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