#21
Spielte Acchetias Antwort eine Rolle? Nein, eigentlich nicht oder zumindest keine übergeordnete und gewissermaßen war es auch uninteressant was er sagte, wie er dazu stand und welche Emotionen es in ihm hervorrief. Darauf kam es ihr im Augenblick gar nicht an, obgleich Daro derlei Informationen natürlich auch aufnahm und somit registrierte, aber ihr eigentliches Anliegen war weitaus weniger ein Dialog, den sie mit dem ehemaligen Staatschef zu führen versuchte, als vielmehr der Wunsch danach, dass ihr jemand zuhörte. Jemand, der bereit war ihrem plätschernden Gedankenfluss zu lauschen, hier und da vielleicht ein wenig einzuhaken und das stille Lied der Erinnerung mitzusummen, aber keine verbale Auseinandersetzung zweier Kontrahenten - als solchen betrachtete sie Acchetia ohnehin nicht. Vor nicht allzu langer Zeit war er ein Ärgernis, ein jemand, dem man die Schuld geben konnte, jemand auf den sich Versagen abwälzen lies, zu einer Zeit, als er noch im Elfenbeinturm des Oberkommandos saß, dieses abstrakte Gebilde von dem man dachte, dass es die Welt vor der Tür ohnehin nicht verstand oder Begriff. Aber diese Abneigung hatte weitaus weniger mit seiner eigenen Persönlichkeit zu tun, die Daro ohnehin kaum kannte, als vielmehr mit seiner Position. Das Amt war gewissermaßen verhasst, diejenigen undurchsichtigen Menschen, die an ihren Schreibtischen über Leben und Tod entschieden, die Menschen und Material nach Gutdünken durch die Galaxis trieben und der gewöhnliche Feldoffizier hatte sich diesen Entscheidungen einfach unterzuordnen. Und natürlich waren sie alle nur Zahlen auf dem Papier, niemand interessierte sich für die Person dahinter, ihre Sorgen und Ängste, ihre Geschichte - sie wurden praktisch ebenfalls auf ihre Funktion reduziert und man erwartete, dass sie, ähnlich wie eine Maschine qualitativ gleichbleibende Ergebnisse erzielten. Aber Menschen waren eben keine Konstante, konnten und würden es nicht sein, auch wenn es sich die imperiale Obrigkeit noch so sehr wünschte, der Fall würde nie eintreten.
Was sie Leuten wie Acchetia oder nun Kallice dazu also effektiv vorwerfen konnte, war lediglich, dass sie sich haben auf diese Funktion reduzieren lassen - aber jener Vorwurf ließ sich auf jeden im imperialen Staatsapparat Beschäftigten anwenden. Die Ideologie oder zumindest Teile davon, waren das eigentliche Problem, nicht die Menschen, die sich dem unterordneten und sie blind ausführten - bewusst blind ausführten. Jedem war unmissverständlich klar, was geschehen würde, wenn das Gedankengut des Erretters Palpatine kritisch hinterfragt werden würde. Ein Mann zweifelsohne, der nüchtern betrachtet künstlich hochstilisiert wurde. Auf der einen Seite als der nette alte Onkel, während seiner Zeit als Kanzler der Republik auf der anderen Seite der Bezwinger der Großkonzerne, der die geldgierigen Firmenbosse in ihre Schranken wies und als Nemesis der Korruption galt. Einer historischen Überprüfung hielt das Argument nicht wirklich stand - es wurde erst etwas besser, ehe es richtig schlimm wurde und selbst die derzeitige Situation zeigte deutlich, dass sich jeder im Imperium am ehesten um sich selbst kümmerte. Ob nun Moffs oder Senatoren geschmiert wurden war einerlei.

Daro seufzte leise und blies den Cigarraqualm hinaus in die Nachtluft. Acchetias Gegenfrage, ob es bei ihr einmal anders gewesen war, ließ sie zurückdenken. Vielleicht an bessere Zeiten oder zumindest an Zeiten, als ihr die Dinge irgendwie leichter gefallen waren. Möglicherweise ein Umstand der Jugend, Idealismus gepaart mit ein wenig Druafgängertum und Träumereien. Man wollte diese Romantik glauben, auch während der Klonkriege. Die Heldentaten der Klontruppen und einiger bewusst ausgewählter Jedi - sie erinnerte sich noch an die beiden: Kenobi und Skywalker. Während des dreijährigen Krieges waren sie faktisch omnipräsent im Holonet, wurden so sehr mit Superlativen überschüttet, dass man meinen mochte, sie würden den Konflikt im Alleingang beenden können. Ihre Leistungen wurden wohl von einer weitaus jüngeren Daro Zen und gleichaltrigen Freunden eher wie die von Sportathleten verfolgt, wie Superhelden, aus einem Comic-Holo.
Ihre Augen schlugen sich kurz nieder und dann, ja, dann wurde es dunkel in der Galaxis. Dunkel und kalt. Ein schütteln durchfuhr ihren Körper, als sie daran zurückdachte, wie sie jenen Staat bejubelt hatte, der jetzt so finster schien. Fremd geworden auf eine eigenartige Weise. Palpatine hatte eine geeinte Galaxis kreiert und ihr dafür das Herz herausgerissen und es durch Zahnräder ersetzt. Nun mit anderen Augen betrachtet wirkte alles so plastisch. Unecht. Falsch.

"Die junge Daro Zen...", die nunmehr sehr erwachsene Admiralin gluckste, es schien eigentlich gar nicht das eigene Leben zu sein, an das man sich erinnerte, sondern eher ein besonders gelungener Kinostreifen, an den man sich erinnerte und über den man plaudern konnte. "Ich brauchte dieses Plakat nicht einmal.", offenbarte sie ohne Umschweife und doch nüchtern, ohne das Anliegen sich als Vorzeigeimperiale hervortun zu wollen. "Das kommt wohl davon wenn man auf einem Werftplaneten aufwächst.", meinte sie leicht lächelnd, während sie die Cigarra wieder zwischen die Lippen führte. "Auf Yaga Minor sah man die großen Schiffe ständig. Noch keine Sternenzerstörer, aber diesen großen Dreadnaught-Kreuzer von Rendili. Ich hatten diesen Gedanken, diesen Wunsch, wenn Sie so wollen, seit ich damals das Extragalaktische Flugprojekt gesehen hatte. Mein Traum von Raumfahrtromantik, von fernen Welten stammt noch...", sie seufzte schwermütig, ein recht zweifelloser Indikator dafür, dass sie sich nach etwas zurücksehnte, dass im Imperium zutiefst verpönt war, mit einem ihr eigentlich unbekanntem Offizier und Daro entschied, dass es heute keine Rolle spielte. Vielleicht auch nie mehr. Ob sie an der Front fiel oder den Verrätertod fand war eigentlich einerlei. Wenn sie keinen Ausweg aus dem Imperium fand, keinen Weg aus dem Irrgarten des Krieges finden konnte, dann spielte es keine Rolle. "...aus einer anderen Zeit.", beendete sie ihren Satz schließlich.
Und doch riskierten sie es beide, jeder wohl auf seine eigene Art - Acchetia durch zögernde Überlegung, Daro hingegen durch eher offene Worte, für die sie irgendein ISB-Agent vor das Kriegsgericht schleifen würde, weil er darin vermeintlichen Hochverrat sah. Unwichtig. Dann würde das Imperium eben irgendwann unter der eigenen Ideologie kollabieren. Die Republik musste gar nicht gewinnen, sie musste nur lange genug kämpfen, nur lange genug durchhalten und der Sieg würde ihr gehören. Nicht etwa, weil ihre Staatsidee wirklich besser war oder eine Alternative darstellte - für sie ohnehin nicht mehr - sondern weil die Bevölkerung das imperiale System irgendwann nicht mehr tragen würde. Die Last des Krieges neigte dazu auf jene zu drücken, die ganz unten standen, beziehungsweise wurde sie bewusst nach dort geschoben, von jenen die sich amüsierten, ihre Pläne schmiedeten, vor ihrer Niederlage davonrannten: die imperiale Admiralität, alles, was sich in Pestages hohlen Hallen hinter ihr versammelte und tummelte und auf die ein oder andere Art gehörte sie auch dazu, selbst wenn sie es abstritt.

Seine Antwort überraschte Daro ein wenig und ließ sie aufhorchen. Eine sehr herzlose und kalte Betrachtungsweise, doch als jemand, der ebenso kaltherzig einen der eigenen Offiziere tötete, stand ihr eine derartige Kritik vielleicht nicht zu. Zumindest war die Erinnerung an die eigene Tat noch zu frisch, als dass sie moralische Vorwürfe erheben würde. Irgendwo sogar unangebrachte: denn selbst wenn es barbarisch klang, hatte Acchetia mit seiner Aussage natürlich recht und offenbarte gleichzeitig das imperiale Problem. Wenn nicht genug bereit waren für diese Sache zu kämpfen, diesen Staat zu schützen und zu verteidigen, zeigte das allein nicht schon an, dass er es zu sterben verdient hatte? Wenn Individuen, die darin lebten es nicht für lohnenswert erachteten ihr geliebtes Imperium gegen die Invasoren zu verteidigen?. Propaganda mochte eine Ideologie irgendwo befeuern, aber retten tat sie sie deswegen noch lange nicht und Pestage würde das sehr bald bemerken.
Daros Gedanken wanderten zurück zu Acchetia und seinen Worten und es war unerwartet zu sehen, wie er von selbst in eine defensive Rolle verfiel, obwohl sie ihm dafür keinen Grund gegeben hatte. Fühlte er sich unwohl? Offensichtlich. Auch wenn Daro nicht Eindruck hatte, als würde der ehemalige Stabschef versuchen sie von seiner Tauglichkeit zu überzeugen, war ihm sein Makel auf einem tatsächlichen Schlachtfeld nicht die höchste Kompetenz zu besitzen anscheinend unangenehm. Es würde anders werden - sehr viel anders und so wie der Schreibtischdienst Acchetias Sicht auf die Dinge verändert hatte, würde es der Dienst auf einem Schlachtschiff es nun wieder tun. Opfer wirkten schnell weniger abstrakt, wenn im Gefecht ganze Sternenkreuzer explodierten und tausende von Leben binnen eines Wimpernschlags ausgelöscht wurden. Der Tod war weitaus näher. Realer. Aber darum ging es nicht, nicht jetzt - vielleicht würde sie Acchetia, wenn sie dies alles hinter sich ließ, mit derlei Sprüchen aufziehen, aber nicht jetzt. Es war im Moment unpassend und im Vergleich mit Vaash trug der Mann auch weitaus weniger Schuld an diesem Staat.
"Und jetzt wird sich Ihre Perspektive erneut verändern.", schloss Daro den Kreis schlussendlich und blies einen weiteren Rauchschwaden in die Atemluft. Es würde sich viel für ihn verändern. Hier auf Coruscant kannte der Mann den Krieg nicht so, wie es die Frontoffiziere taten. Er wusste nicht, wie es sich anfühlte von Kriegsschiffen beschossen zu werden, wie Angst und Adrenalin durch den Körper krochen. Es war nicht mehr mit der Rebellion zu vergleichen, es kämpften zwei ebenbürtige Gegner gegeneinander, zuzüglich der unbekannten Variable unzähliger Abspalter, die nach wie vor eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellten und den Konflikt noch weiter in die Länge ziehen konnten - ob zum Guten oder zum Schlechten.

Daro drehte ihren Kopf hinüber zu dem seltsamen Mann, der fortan unter ihrem Kommando stehen würde und blickte nach oben, vielleicht das erste Mal diesen Abend, dass sie ihn wirklich ansah. "Glauben Sie, Sie können ein Kriegsschiff kommandieren? Oder mehrere?", die Frage kam ungewohnt ernst, weniger geistesabwesend, sondern tatsächlich interessiert. "Ich möchte, dass Sie ehrlich sind." Nicht um ihretwillen, es könnte ihr egal sein - wenn Acchetia sich hier hervortat wäre es später auf dem Schlachtfeld sein Problem. Aber Daro Zen war eben kein Schreibtischtäter und versuchte ihre Verluste so gering wie möglich zu halten und die Stärken und Schwächen, die Kompetenzen ihrer Offiziere zu kennen, war dafür erforderlich.
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#22
Ja, eine andere Zeit. Das war es wohl gewesen. Ein Leben, das mit dem jetzigen so wenig zu tun zu haben schien. Erinnerung an, ja, bessere Zeiten. Als die Dinge koordinierter und geregelter schienen. Eine Galaxis voller Wunder, voller Chancen. Aufbruchsstimmung. All diese Gedankenfetzen früherer Jahre, an die Akademie. Anaxes. Rückblickend war es wohl nun an der Zeit einzugestehen, dass diese eigentlich von Cassio selbst verbotenen Erinnerungen daran nun die besten und glücklichsten Jahre seines Lebens bleiben würden und jetzt nicht mehr viel kommen sollte. Das war allerdings weitaus weniger erschütternd als vielleicht zu vermuten wäre, aber letztlich hatte er wohl ohnehin immer irgendwie gewusst, dass sich eine Zeit wie mit Lyn nicht wiederholen lassen konnte. Insbesondere wenn die Rahmenumstände im Laufe der Jahre auch immer finsterer geworden waren. Das Leben innerhalb des Imperiums war – allein auf den Staat reduziert – an sich nichts, was man als schön hätte ansehen können, aber nach dem Trauma der Klonkriege natürlich die logische und effizienteste Möglichkeit gewesen, die Galaxis wieder in geordnete Bahnen zu bringen. Lange Zeit hatte man in ihm ordentlich leben können, bis sich der Staat immer weiter radikalisiert hatte, um den zunehmenden Stimmen der Vergangenheit wieder Einhalt zu gebieten. Nie wieder eine schwache Republik, nie wieder ein galaktischer Krieg. Es war das Versprechen des Imperiums an alle gewesen, das Versprechen, für das man seine Freiheiten auf dem Altar geopfert hatte, um zumindest einen normalen Alltag in der Galaxis zu haben. Das Versprechen war aber nicht eingehalten worden, wieder ein galaktischer Krieg, wieder eine Republik. Die Stimme derer, die die Einschränkungen nicht mehr akzeptieren wollten und die Vergangenheit und den Grund für all dies nicht mehr begreifen wollten, weil er schon Jahrzehnte zurücklag, wurde lauter auf allen Welten. Jetzt hatten sie ihren Krieg und starben zu Millionen. Diese Torheit. Alles in allem waren die letzten Jahre also nur verschwendete Lebenszeit gewesen.

Eine erneut geänderte Perspektive schien Cassio zweifelhaft. Seine Position mochte sich ändern, aber er vermutete nicht, dass das seinen Blick auf die Dinge wirklich maßgeblich verändern würde. Das konnte eigentlich nur passieren, wenn er diesen neuen Blick zu interpretieren wusste – oder ihn überhaupt interpretieren wollte. Tatsächlich fühlte er dahingehend aber weder Ambition noch sonst irgendein beschreibbares Gefühl, sondern da fand sich nur eine Leere. Cassio war diese neue Position völlig gleichgültig. Es wurde nichts mehr von ihm erwartet und ebenso wenig erwartete er davon. Ihm blieb wenig übrig als das alles so hinzunehmen und die Dinge ihren Weg gehen zu lassen. Ehe er seinen Befehl erhalten würde, würde er ein paar Tage Urlaub nehmen – zum ersten Mal seit über fünf Jahren – und ein letztes Mal nach Anaxes zurückkehren. Pflichterfüllung hatte sich als nutzlose Eigenschaft herausgestellt, die von einen Moment auf den anderen plötzlich keine Rolle mehr gespielt hatte. Es war dieses immer beißendere Gefühl, dass das Imperium, nein, dass die Politik einfach enorm undankbar war. Und so würde er nun einmal das tun, was notwendig war, aber eben auch nicht mehr. Ein paar seiner endlosen Überstunden konnte er dafür opfern, vielleicht ein kleiner, wertloser moralischer Sieg. Es war Zeit für den Besuch, den er viel zu lange aufgeschoben hatte und sicherlich auch aufschieben wollte. Der Planet bedeutete unangenehme Erinnerungen, seine Tochter hatte das auf ihre Art sicherlich irgendwie immer verstanden. Dennoch war es eben schwierig. Und viele Menschen neigten dazu, schwierigen Dingen aus dem Weg zu gehen, wenn es möglich war. Er offenbar in mancher Hinsicht auch.

Zen sprang also nicht auf seine als Bemerkung getarnte Frage an. Vielleicht war ihr sein Wink entgangen oder sie hatte ihn schlichtweg ignoriert. Natürlich spielte nicht nur er seine Rolle, sondern sie genauso. Doch war Cassio sich noch unsicher, was davon sie spielte und was hier an ihrem Verhalten Realität war. Soweit er sich daran erinnerte, hatte Zens Akte keine Auffälligkeiten oder Vermerke von Loyalitätsoffizieren des ISB enthalten, die auf irgendeine Abweichung hätten schließen lassen. Eine solche Unterhaltung wie jetzt hätte aber sicherlich zu einem solchen Vermerk geführt. Behutsam tastete man sich im Dunkeln vor und näherte sich Schritt für Schritt der Wahrheit an. Wäre sie eine angesetzte Agentin, hätte seine Unterstellung, sie spiele auch eine Rolle und das im Zweifel nicht besonders gut, vermutlich irgendeine kurzfristige Reaktion, bewusst, unbewusst, hervorgerufen. Nur wenige Menschen waren tatsächlich in der Lage, Überraschung so vollständig zu verbergen, dass sie sich in keinerlei körperlicher Reaktion äußerte. Entweder war Zen also ein solches Exemplar oder sie hatte in Bezug darauf schlichtweg gerade nichts zu verbergen. Somit hatte sie in gewisser Form doch eine Antwort gegeben, wenn auch keine eindeutige. Cassio wandte seinen Blick von ihr ab und richtete ihn zurück auf die endlose Spielwiese aus Wolkenkratzern. Und dann war sie da schon, diese Frage. Für jeden anderen wäre allein schon diese Fragestellung eine absolut unverschämte Beleidigung gewesen. Es war Teil einer jeden Offiziersausbildung an der Akademie und allein die Suggestion, dass man sich dieser Befähigung nicht sicher sein konnte, war daher für sich genommen schlichtweg dreist. Dennoch schien Cassio darauf nicht sichtlich zu reagieren. Ja, er kannte das. Häufig genug waren Frontoffiziere mit hochrotem Kopf in sein Büro gestürmt und hatten ihm vorgeworfen, von eben genau diesen Dingen selbst doch keinerlei Ahnung zu haben. Irgendwann gewöhnte man sich daran. Und aus einer bestimmten Perspektive heraus schien die Frage auch ihre Berechtigung zu haben. Er war seit vielen Jahren auf keiner Brücke eines Kriegsschiffes mehr gewesen. Wozu auch. Das änderte aber nichts daran, dass er in seinem Leben bereits Kommandos geführt hatte und natürlich technisch gesehen dazu in der Lage war. Insoweit war Zens formulierte Frage an sich ohnehin klar mit einem Ja zu beantworten. Es sagte aber nichts darüber aus, wie gut er darin war. Und die Frage, ob er das war oder nicht, schien ohnehin überflüssig, weil es zum Teil eben auch Übungs- und Erfahrungssache war, was er beides denklogisch nicht haben konnte. Vermutlich konnte sie sich ihre Frage daher problemlos selbst beantworten. Das Einzige, was ihr wohl nicht bewusst war, dass es Cassio auch relativ gleich war, wie er sich dabei schlug. Er zuckte daher zunächst nur die Schultern und gab ein kaum definierbares Geräusch von sich, das irgendwo zwischen Seufzen und Brummen lag. Das mochte als Antwort genügen. Es war auch einfach nicht die relevante Frage. Er hatte die Bewegung ihres Kopfs aus seinem Augenwinkel registriert, erwiderte ihren Blick jedoch nicht, nein, fast wich er ihm sogar aus, vielleicht weil er diesen Moment, in dem ihr die Dinge klar wurden, auch nicht in ihren Augen sehen wollte.
„Ach, Zen“, sagte er nach einer Weile und nach einem ausgiebigen Ausatmen dann mit fast bitterer Stimme, halblaut, vermied dabei aber einen belehrenden oder arroganten Unterton, der ansonsten angedeutet hätte, dass er seine Gegenüber als naiv empfand. Das war sie sicherlich nicht, sie hatte letztlich nur keine Ahnung, was bevorstand. Woher auch, schließlich wusste sie den entscheidenden Punkt voraussichtlich noch gar nicht. Vermutlich war es daher nur gerecht, ihr auch den Rest der Informationen zukommen zu lassen.
„Ich werde Ihnen nicht unterstellt, damit wir bei Ihnen in Bright Jewel gemeinsam Piraten jagen“, fuhr er schließlich fort, sicherlich auch ein Stück weit von der eigentlichen Frage ausweichend, ehe er noch einmal kurz stoppte. Cassio war nicht dafür bekannt, komplizierte Reden zu schwingen oder lange nach Worten zu suchen, um einen Umstand blumig zu umschreiben. Dennoch war da dieser eine Moment des Zögerns, wie er kam, bevor man etwas Unangenehmes aussprach.
„Poltergeist wird die neue Frontsicherung bei Grunger.“
Bei einem Mann, der vor wenigen Monaten noch den Sturz der imperialen Regierung forderte. Von dem der Geheimdienst folgerte, dass er bald schon aus finanziellen Erwägungen her in imperiales Gebiet vordringen musste, um neue Einnahmequellen zu erschließen. Einem Mann mit einem Executor-Schlachtschiff und einer exzellent trainierten Armada aus Sternenzerstörern. „Frontsicherung“ bedeutete in solchen Fällen nur, die volle Wucht des ersten Angriffes abzubekommen und genug Zeit zum Sammeln der rückwärtigen Kräfte zu verschaffen, damit diese sich formieren konnten, um auf die neue Bedrohungslage adäquat zu reagieren. Die Frontsicherung war entbehrlich, waren die ersten, die starben, wenn ein Angriff von außen stattfand. Es war letztlich einkalkuliert und notwendig, bevor der Gegenschlag effektiv geführt werden konnte. Kanonenfutter. Poltergeist galt nicht als schlechte Einheit, aber einem konzentrierten Angriff von Grunger hatten sie nichts entgegenzusetzen. Gar nichts. Selbst im unwahrscheinlichen Fall, dass Grunger seine Aggressor allein voraussandte, würde diese kurzen Prozess mit ihnen machen, ganz gleich wie gut oder schlecht sie ihre Schiffe kommandierten. Dafür war das Kräftegleichgewicht einfach zu unausgewogen. Und ein Angriff Grungers war letztlich keine Frage mehr des Ob, sondern lediglich des Wann.

Alles in allem ging es hier offenbar nicht einmal nur um Cassio. Das war in dieser Situation ein Gedanke, den der Vizeadmiral sich bisher noch nicht gemacht hatte, vermutlich weil er bislang einfach zu sehr mit sich selbst und seinen eigenen Problemen beschäftigt gewesen war, um den ihm ansonsten recht eigenen Überblick über das große Ganze zu gewähren. Aber hier neben Daro Zen schien die Sachlage plötzlich deutlich klarer zu sein. Pestage statuierte nicht nur ein Exempel, sondern letztlich waren es zwei. Der alte Mann war immer einer derer gewesen, die den Sexismus in Teilen der imperialen Gesellschaft besonders gefördert hatte. Man sagte ihm nicht zuletzt deswegen auch eine gewisse Dualität mit Isard nach. Es ging also nicht einmal bloß um eine Demütigung seines in Ungnade gefallenen Stabschefs, wenn er ihn einer Frau, einer jüngeren Frau, unterstellte. Nein, er entledigte sich gleichzeitig eines anderen Ärgernisses, etwas, das ihm immer ein Dorn im Auge gewesen war. Wenn der Mann schon etwas für Grunger opfern musste, dann schien es nur sachgerecht, dafür auch eine Frau zu nehmen. Eine seltsame Erkenntnis, aber vermutlich eine, die auch für Zen zwar überraschend, aber eben auch nicht so überraschend anmuten würde, wenn ihr bewusst wurde, was das nicht nur für ihn, sondern eben auch für sie bedeuten sollte. Auch wenn es ihr durch Pestage vielleicht nicht gerade offen ins Gesicht gesagt wurde, sondern eben etwas mittelbarer. Eine bittere Wahrheit nach all den Jahren der Dienstzeit, dass man am Ende doch für wertlos empfunden wurde, doch eine Wahrheit, derer sie sich ebenso stellen musste wie er. Sie würde die Versetzung zur Grunger-Front auch nicht anders verstehen können als er. Man musste die einzelnen Faktoren nur kombinieren und es war eigentlich offensichtlich. Und das ließ sie im selben untergehenden Boot fernab jeden Landes sitzen, in das bereits Wasser leckte, welches selbst durch angestrengte Bemühungen aber nicht mehr über Wasser gehalten werden konnte, sondern langsam aber sicher immer voller wurde, bis irgendwann dieser unvermeidliche Moment kam. Jeder wusste, wie es letztlich enden würde, nur der Zeitpunkt war fraglich. Und alles in allem war da trotz allem immer noch dieser letzte Funken menschlicher Hoffnung, dass irgendein eigenartiges Wunder geschehen und in letzter Sekunde doch alles ändern würde. Die harte Realität war dann jedoch, dass die Galaxis voller Toter war, die ebenso an ihr Wunder geglaubt hatten und bei denen es aber ausgeblieben war. Cassio rechnete mit keinem Wunder.
„Ich schlage vor, Sie… regeln alles, ehe Sie abkommandiert werden“, meinte er dann knapp, ein bisschen vernuschelt und warf einen kurzen Blick zu ihr herüber. Flüchtig nur, gerade genug, um ihren Blick auf ihm zu realisieren und diesem dann sofort wieder auszuweichen. Übersprungshaft zog er ein letztes Mal an seiner Cigarra und schnippte den Stumpen einer einst stolzen Sache seitwärts über das Geländer, wo sie ihren langen Fall begann, bis sie irgendwann der harte Aufschlag in der Realität traf. Wie passend.
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#23
Mitunter hätte Daro ihre Frage vielleicht weniger direkt stellen, sondern etwas geschickter kaschieren sollen, zwar schien Acchetia nicht direkt gekränkt zu reagieren, andererseits sah er sich auch nicht dazu bemüßigt ihr eine eindeutige Antwort zu geben. Andererseits war sein Gebrumme auch mehr Antwort, als sie von den meisten anderen erwarten konnte, immerhin war die Frage als solche für viele Flottenoffiziere eine kaum verdeckte Beleidigung. Jemand, allen voran jemand weibliches wagte sich ihnen die Kompetenz abzusprechen oder zumindest anzuzweifeln und egal ob nun Stabs- oder regulärer Flottendienst, übermäßiger Stolz war im Imperium in beinahe jeder Ebene der Gesellschaft omnipräsent. Die Stärke des Individuums wurde schon immer idealisiert und hochgehalten, so, dass eine starke Gesellschaft nur von starken Individuen kreiert werden konnte. Das eigentliche Resultat solcher Fehlschlüsse war tagtäglich zu beobachten: statt in einem gesunden Zusammenhalt zu gipfeln, artete es meist in Revierkämpfe Einzelner aus - sowohl im zivilen Berufsfeld als auch im Militär oder in der Politik. Das Leben nach der Republik wurde so gesehen alles andere als leichter, sondern schlug sich in einer Art Dauerstress nieder, bei dem alle Beteiligten ständig, ob nun direkt oder indirekt unter Druck gesetzt wurden und wer diesem Druck nicht standhielt, der wurde eben einfach ersetzt. Der ehemalige Stabschef schien dafür ein vortreffliches Beispiel zu sein. Ein einziges Versagen bei Eriadu hatte gereicht um ihn in Ungnade fallen zu lassen, ehe Fortuna sich den nächsten Kandidaten herauspickte, der es vermeintlich besser machen sollte.
Streitbar war dort vor allem die Frage, ob es tatsächlich ein Versagen auf planerischer Ebene und damit überhaupt Acchetias Schuld als solche war. Sicherlich hatte sie den Stabschef eine Mitschuld daran gegeben, aber diese entsprang nicht zwingend einem rational gefälltem Urteil, sondern mehr ungelenkter Emotion, eine Mischung aus Angst, was geschehen würde, wenn diese Niederlagen anhielten. Zur Zeit von Eriadu war Endor nur in allzu frischer Erinnerung und zwei so desaströse Niederlagen hintereinander ließen wohl beinahe jeden an der Kompetenz zweifeln und als Stabschef der Flotte war es wohl vor allem seine Kompetenz, die bezweifelt werden musste. Die volle Wahrheit wiederum sah immer etwas anders aus, sowohl auf Endor, wo die Miskalkulation Imperatir Palpatines zum unweigerlichen Niedergang führte, als auch auf Eriadu. Sie hätte Acchetia wohl eine Menge vorwerfen können, aber den Verrat Delvardus mit einzuplanen wäre an dieser Stelle doch etwas zu viel des Guten gewesen und letztendlich, zumindest soweit sie die Berichte gelesen hatte, schien es mehr an den Fähigkeiten der Flottenkommandeure gescheitert zu sein. Varpasis Verluste bei Sullust... inakzeptabel und verschwendet.
Daro seufzte kaum hörbar, aber ja, unter Anbetracht dieser Umstände war ihre Frage nicht unbedingt höflich oder taktvoll, aber irgendwo doch sehr berechtigt.

Obgleich unklar in der Formulierung, war das Gebrumme des ehemaligen Stabschefs also doch ein Stück weit interpretierbar und zu erwarten, er würde ihr darauf eine klare und unmissverständliche Antwort geben, mochte auch zu viel der Hoffnung sein. Er fuhr nicht mit vor Stolz geschwellter Brust hoch und überschüttete sie damit, wie dreist und unerhört diese Frage doch war, sondern gestand diese Berechtigung doch ein, tat sich aber und an dieser Stelle schien die imperiale Ideologie sich durchgesetzt zu haben, schwer offen zu sagen, dass er seine Kompetenz in diesem Bereich für unzureichend empfand. Dies war zumindest ihre naheliegende Deutung und irgendwo war es auch natürlich. Als Bürohengst mangelte es nun einmal an Übung daran Kriegsschiffe taktisch zu kommandieren, so wie es ihr im Umkehrschluss daran mangelte, ganze Feldzüge strategisch durchzuplanen. Daro mochte die ein oder andere Schlacht gewinnen können, aber für einen gesamten Krieg, so war sie sich sicher, mangelte es ihr erheblich an Weitsicht und auf der anderen Seite wollte sie es auch gar nicht können. Die Admiralin hatte kein Interesse daran, all die Verluste einzukalkulieren, all die Reservepläne zu erstellen, all die Leben zu verantworten. Irgendwann würde sie wohl so sein wie Acchetia, dies alles nüchtern und notwendig betrachten, selbst wenn sie es sich nicht vorstellen konnte derart abzustumpfen.
Unterm Strich wertete sie die Antwort daher als ein "Nein" auf ihre Frage, was irgendwo ein Stück weit logisch sein mochte und irgendwo zu Pestage passte, dass unliebsame Personal möglichst würdelos auszusortieren. Man nehme also einem Mann dem die Fähigkeiten fehlen ein eigenes Kommando effizient führen zu können und entwürdige ihn noch zusätzlich, indem man ihn unter einer Frau kämpfen lässt. Daro nahm einen kräftigen Zug von der Cigarra, behielt den blauen Qualm dabei einen Moment lang in ihrem Mund, ganz wie den Gedanken zu Pestage. Der Großwesir mochte sich also die Hände in dem Wissen reiben jemanden blamiert zu haben, schien aber zu vergessen, dass es nun einmal Daros Kommando war und nicht seines. Wann, wie und ob sie jemanden bewusst in den Tod schickte oder Aufgaben überließ, für die jemand nicht geeignet war, lag in ihrem Ermessensspielraum, nicht in seinem. Insofern konnte Acchetia vielleicht sogar froh sein, dass der Admiralin diese sadistische und erniedrigende Ader fehlte - selbst wenn er es noch nicht wusste. Sie nahm den undeutlichen Brocken Antwort daher mit einem erneuten Nicken zur Kenntnis, ehe sie den Rauch entließ.

Ihre Gedanken trieben eine Zeit lang ziellos umher, ganz wie die Schwaden aus blauem Dunst, die sich mit der feuchten Abendluft vermischten. Dann ließ Acchetia die Bombe platzen. Daro bemerkte, wie sich unbewusst ihre Augen weiteten und ihr Mund leicht geöffnet blieb, nicht zum Vizeadmiral gerichtet, sondern dem anonymen Stadtpanorama Coruscants entgegen. Frontsicherung bei Grunger. Wie die zahlreichen Neonwerbeflächen schien auch dieser Gedanke in ähnlich greller Farbe als Laufschrift durch ihr Gehirn zu ziehen. Irgendwo hätte das, was Acchetia eben offenbart hatte wohl eine weitaus weniger entsetzende Wirkung haben müssen, denn nun, wo der Krieg denkbar schlecht verlief, war es nur eine Frage der Zeit bis man versetzt wurde, weg von eher vernachlässigbaren Sektoren, die mehr oder weniger ohnehin verloren waren, hin zu wichtigeren Sektoren, deren Verteidigung noch als lohnenswert angesehen wurde. Dennoch, es mochte eine Sache sein diese Dinge zu wissen und mehr oder weniger darauf zu lauern. Gänzlich anders sah es aus, wenn sie nun jemand unvermittelt aussprach. Möglicherweise hatte sie es nie ganz als Realität wahrgenommen, dass es sie wirklich einmal treffen konnte - denn irgendwo war Daro eine in der imperialen Flotte eher unauffällige Person, die sich nicht gerade mit großen Heldentaten hervorgetan hatte und andererseits mochte das eben auch der Grund sein. Sie war ein irgendwer, vielleicht nicht schlecht aber trotzdem entbehrlich und statt einer sinnlosen Aufgabe, gab man ihr nun eine andere, zumindest für sie, ebenso sinnlose Aufgabe. Sie sollte also den Puffer spielen, auf den ein Mag-Lev-Zug mit Höchstgeschwindigkeit zugerast kam - etwas, dass den Zug nicht im geringsten beeinträchtigen würde, für den Puffer aber mehr als vernichtend ausging - mit anderen Worten war es nur eine vermeintlich ehrenhaftere Alternative am Galgen zu baumeln.
Der eigentliche Schrecken mochte in der Plötzlichkeit liegen, aus irgendwelchen Gründen hatte Daro immer vermutet mehr Zeit zu haben, zwar als jemand, als eine Frau, die auf das Ende wartete, das sie aber nie einholte - bis es Acchetia eben ausgesprochen hatte. An anderer Stelle hätte sie sich vielleicht über die Perfidität amüsiert, wie verbissen Sate Pestage offenbar versuchte seinen alten Stabschef loszuwerden und mehr oder weniger auch sie aber auf der anderen Seite wirkte es auch sehr irrational. Eine Flotte verschwenden nur um zwei unliebsame Personen aus dem Weg zu schaffen? Das ging leichter. Zu viel Aufwand, zu viel Verschwendung von Mensch und Material, es sei denn natürlich man würde aus dieser Niederlage - und es würde eine werden, egal wie Daro es drehte und anstellte, sie konnte gegen Grunger nicht gewinnen, einfach weil sie nicht genug Schiffe besaß und zum anderen weil ihre Einheit für Sicherungsaufgaben denkbar schlecht zusammengesetzt war - ein mediales Großereignis machen, zweifellos mit Daro und Acchetia in den Hauptrollen der Negativbeispiele oder aber hauptsächlich sie selbst, allein um zu Unterstreichen wie Fehl am Platze Frauen im Militär doch sind. Ein Punkt, an dem sie, zumindest aus rein persönlicher Sicht sogar zustimmen würde. Sie selbst fühlte sich mittlerweile Fehl am Platze, wenn auch nicht zwingend aus Gründen, dass es ihr an den Fähigkeiten für diese Berufung mangelte.

"Was soll ich schon groß regeln?", meinte Daro ungewohnt schroff und sah hoch zu Acchetia. Natürlich war es nicht seine Schuld - er war nur der Überbringer der Nachricht, nicht der Verursacher, aber hier war emotionaler Reflex schneller als sachlicher Verstand gewesen. Andererseits besaß die Frage dennoch ihre Berechtigung - für Daro gab es nichts zu regeln, einfach weil es niemanden gab. Sie konnte schlecht nach Yaga Minor um sich zu verabschieden und für andere Dinge hatte sie nie Zeit gehabt. Die Karriere opfern um eine Familie zu gründen? Jetzt würde sie die Frage wohl anders beantworten als vor ein paar Jahren, einfach weil die Umstände sich geändert hatten udn vielleicht auch, weil ihr Blick mittlerweile weitaus differenzierter war. Aber am Ende blieb niemand, mit dem sie etwas zu regeln hätte. Daro hatte alle losen Enden gekappt, hatte quasi niemanden den sie betrauern konnte, ebenso wie umgekehrt. Mehr oder weniger, wäre sie also auch nur eine Zahl in der Statistik.
"Tut mir Leid.", schob sie genuschelt nach, als sie den letzten Zug der Cigarra nahm und sie mit wenig Respekt vor imperialer Prunkbaukunst auf den Stufen des imperialen Palastes ausdrückte. Ein unwürdiges Ende für eine einst würdige Sache. "Vielleicht sollte ich noch eine Woche Urlaub auf Pantolomin machen.", meinte Daro wieder ein Stück weit abwesend, als versuchte sie das eben gehörte durch weitaus angenehmere Gedanken zu verdrängen. "Ich wollte schon immer mit der Coral Vanda fahren - ob es da Sonderplätze für totgeweihte Offiziere gibt?", meinte sie offen sarkastisch, ehe ihr ein tiefer und wohl auch trauriger Seufzer entglitt. "Man merkt erst, was man verpasst hat, wenn es zu spät ist."
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#24
Momente wie diese waren es, in denen Cassio es vorzog, wieder in seinem Büro im Stab zu sitzen und das zu tun, in dem er gut war. Natürlich war ihm immer klar gewesen, was für Konsequenzen seine Arbeit durchgehend bedeutet hatte. Aber es kam nun einmal nie so nahe an ihn heran, man blickte aus der Distanz auf etwas, ohne wirklich unmittelbar mit den Konsequenzen konfrontiert werden zu müssen. Es war fast eine rein mathematische Aufgabe und Zahlen fingen letztlich wenig von dem ein, was ein menschliches Gesicht zeigte, wenn der Person klar wurde, dass sie sterben musste. Ja, vermutlich hatte er schon Dutzende, vielleicht Hunderte Admirale wie Zen in den Tod geschickt. Das war vielleicht tragisch, aber nun einmal nötig. Doch er erinnerte sich an keinen Fall, in dem er einer Person hatte mitteilen müssen, dass sie sterben würde. Sicher bargen alle militärischen Operationen dieses Risiko, aber zwischen einem bloßen Risiko und der klaren Gewissheit lagen Welten, Welten, die vor allem in der Wahrnehmung des Adressaten einen Unterschied machte. Hoffnung war eine der stärksten menschlichen Triebfedern und die Abwesenheit davon einer der größten Hemmer. Jemandem von Angesicht zu Angesicht diese Hoffnung nehmen zu müssen und ihm, wenn auch verklausuliert, zu sagen, dass die Geschichte hier eben endete, sorgte für ein eigenartiges Gefühl in seiner Magengegend. Es war ungewohnt und schien weit weniger richtig als wenn man es über die Distanz in einem Auslaufbefehl mitteilte. Aber vielleicht lag es zum Teil auch daran, dass er damit gleichsam seinen eigenen Untergang aufziehen sah.

Cassio regte sich kaum, als die Frau ihm eine Antwort entgegenwarf. Ein kurzes, marginales Zucken verriet dennoch eine gewisse Überraschtheit, die er mit wiederholtem Blinzeln in Richtung der Wolkenkratzer wenig erfolgreich zu kaschieren versuchte. Er widerstand jedoch dem unterschwelligen Drang, auf die sitzende Frau neben ihm herabsehen zu wollen. Natürlich konnte ihre Reaktion als solche eigentlich auch gar keine Überraschung sein, überrascht hatte ihn daher wohl nur der Moment. Wut und Frustration darüber waren sicherlich die ersten Emotionen, die auch zu erwarten gewesen waren und irgendwohin als Gemisch kanalisiert werden mussten. Dieser Zustand der Wut, der Frustration. Seltsam empfand er nur, dass er letztlich komplett seine eigene Reaktion in ihr wiederfand, nur in einer Art Zeitraffer. Dass ihre Gedanken auch direkt um Urlaub und Flucht kreisten, bestärkten dieses Gefühl noch einmal deutlich – auch wenn sie das wohl mit mehr Galgenhumor verband als er es tat und überhaupt gekonnt hätte. Obwohl ihm seine neuerliche zynische Ader, die immer wieder anzuschwellen drohte, nicht entgangen war. Er schmunzelte auf ihre Bemerkung knapp, trocken, eher aus Höflichkeit, der ihrem Galgenhumor mehr oder minder Tribut zu zollen schien. Es war allenfalls bemerkenswert, dass sie das aussprach, was er gerade gedacht hatte – nur dass sich im Gegensatz zu ihr seine Gedanken um ein fixiertes Zentrum, sein eigentliches Zuhause, gedreht hatten. Coral Vanda, eigentlich eine fast sympathische Vorstellung, eine, die so viel mehr von Frieden als von Krieg zu verheißen schien und kaum weiter entfernt von dem zu sein vermochte, das einen erwartete. Vor vielen Jahren hatte Cassio einst seiner Tochter versprochen, die Messingsoldaten von Axum auf ihrem Nachbarplaneten zu besichtigen, eines der legendären Zwanzig Wunder der Galaxis. Ein eher pflichtfreies Versprechen, das er – natürlich – nie eingelöst hatte, wie vermutlich weitaus zu viele, derer er sich gar nicht mehr erinnerte. Aber wahrscheinlich war es an der Zeit dafür. Schwieriger war schon die Frage, ob er seiner Tochter die Wahrheit sagen würde oder nicht, bevor er wieder fort musste. Es schien nicht fair, es ihr vorzuenthalten, auf der anderen Seite schien es ebenso wenig fair, ihr es ins Gesicht sagen zu müssen, dass er nicht wiederkehren würde. Dieser Gedanke musste noch genauer durchdacht werden, um Klarheit zu schaffen.

Es war aus Cassios Sicht schwer zu glauben, dass Zen nicht einmal dieses Zentrum, diesen Rückzugsort besaß; noch schwerer, sich vorzustellen, dass die Frau wirklich gar nichts zu regeln hatte, allerdings kannte er ihre Akte aus dem Stegreif natürlich auch nicht in dem Detail, um hier und jetzt zu wissen, welche lebenden Verwandten Zen noch hatte, die dort ohne Zweifel ausführlich aufgeführt wären. Das Imperium wollte immer wissen, ob irgendein Angehöriger vielleicht Probleme bereitet hatte, um so verräterische Tendenzen einsortieren zu können. Ein Verwandter bei der Rebellion konnte einige Erklärung erfordern. So oder so, es war natürlich nie leicht, in Kriegszeiten Kontakt zur Familie zu halten und seit der Zerstörung des Todessterns war der Kriegszustand für die imperialen Soldaten ohnehin immer spürbarer geworden. Nicht selten bedeuteten monatelange Abwesenheiten irgendwann auch das Ende von Beziehungen und Partnerschaften. Nur wenige Zivilisten konnten auf Dauer dieses Verständnis aufbringen. Und nun tobte dieser Krieg schon über fünf lange Jahre. Aber für gewöhnlich bildeten sich darin zumindest neue Beziehungen, auf die eine oder andere Weise – auch wenn es im Dienst nicht unbedingt gerne gesehen war. Ausgehend von Zens Äußerungen schien es da allerdings weder in der einen noch in der anderen Hinsicht irgendetwas zu geben, was zweifellos ungewöhnlich wäre. Auf der anderen Seite mochte ihr Geschlecht auch einen Teil dazu beitragen, dass bestimmte Männer der Flotte eher wenig mit ihr zu tun haben wollten. Es schien aus Cassios Perspektive ohnehin schwer verständlich, in einer Institution zu dienen, die Frauen schon von vorneherein als Soldaten zweiter Klasse betrachtete – und möglicherweise gab es da sogar einen Tick Neugier, was eine Person überhaupt dazu brachte, diese Erniedrigung über sich ergehen zu lassen und trotzdem nach Jahren noch immer unter diesem Banner zu stehen, um dieses gegen seine Feinde zu verteidigen, obwohl es einen in keinster Weise wertschätzte. Vielleicht eine Frage für die Zukunft, so es dazu kam, aber nicht für jetzt. Ihre gestresste Reaktion schien keine Einladung zu weiteren Anmerkungen seinerseits zu sein, was nur zu verständlich war. Geschwätz war das letzte, wonach ihr – aber eigentlich letztlich auch ihm – gerade zumute war. Auf Zens Entschuldigung hin schloss der Vizeadmiral daher kurz die Augen und schüttelte nur den Kopf, andeutend, dass er eine Entschuldigung ihrerseits für überhaupt nicht notwendig empfand. Seit wann war es eigentlich zur Normalität geworden, dass sie sich fürs Menschsein entschuldigen mussten? Er verstand ihre Reaktion nur zu gut, schließlich war er vor kurzem vor der gleichen Situation gestanden und hatte ähnlich reagiert – wenn er auch nach seiner heutigen Meinung Pestage deutlicher hätte kontern sollen. Nicht dass es etwas geändert hätte, aber es würde sich gerade jetzt in diesem Moment vielleicht einfach nur etwas befriedigender anfühlen. Dafür hatte er seine Wut anschließend an seiner Adjutantin ausgelassen, allerdings nicht die Freundlichkeit Zens besessen, sich im Anschluss daran davon zu distanzieren. Nun, robusterer Umgangston war im Militär Realität und jeder musste lernen, mit diesem klarzukommen. Und so war Cassio eben. Das war zwar nicht immer so gewesen, aber die Zeit, als es nicht so war, war ohnehin nur noch eine blasse Erinnerung. Oder vielleicht konnte er es, aber er hatte nicht die Absicht, es zu tun.

Nachdenklich trat Cassio die vier Stufen, auf denen Zen saß, zum Boden hinab. Der steinerne Grund knirschte unter der Feuchtigkeit und der Sohle seiner Stiefel, als er dort stehenblieb.
„Zumindest verpassen wir es nicht, noch irgendetwas nach unserer Wahl nachholen zu können“, meinte er schließlich, was auch wieder einen gewissen Hauch an Zynik beinhaltete, dann aber gleichzeitig doch als positivere Aussicht erschien als eigentlich zu erwarten gewesen war. Denn tatsächlich mochte diese geringe Wahl am Ende immer noch mehr sein als anderen imperialen Soldaten, die im Krieg der Rebellen gefallen waren, zuteil geworden war. Cassio griff mit seiner Linken nach dem Schirm seiner Mütze und setzte diese ab, ließ ein paar Regentropfen auf seinem Gesicht platzen, ohne seinen Scheitel nach Tragen der Mütze zu richten, wie er es sonst zu tun pflegte. Schließlich drehte er seinen Körper leicht und blickte zu der Frau hinüber, jetzt, durch das Herabsteigen von den Stufen mehr auf Augenhöhe denn vorher. Ein paar Momente lang musterte er sie lediglich von oben bis unten. Flinke Pupillenbewegungen, beinahe als suchte er etwas an ihr, bis sie doch irgendwann an ihrem Gesicht zum Stoppen kamen.
„Bis bald, Zen“, sagte er, während er sie noch immer betrachtete, doch in seiner Stimme schienen unterschwellige Zweifel darüber, dass er die Offizierin noch einmal sehen würde. Cassio war bekannt, dass Suizid unter Offizieren, denen aussichtslose Aufgaben übertragen wurde, ein Thema war – und wahrscheinlich hatte er selten eine Person gesehen, der er es mehr zugetraut hätte als Daro Zen nach diesem Gespräch. Vermutlich könnte er es sogar verstehen.

Erst nach ein paar Sekunden wandte er ihr den Rücken zu und schritt auf die Landeplattform zu, während er die Offiziersmütze wieder auf seinem Kopf platzierte. Wer ging schon freiwillig in einen womöglich schmerzhaften, unwürdigen Untergang, wenn es einfachere Methoden dafür gab, oder auch Desertation? Eigentlich tat das nur der, der dadurch noch immer etwas beweisen musste. Wie er, der nicht wollte, dass von ihm geschrieben stehen würde, dass ein imperialer Stabschef feige gewesen war. Während Cassio auf den Shuttle-Piloten zuging, fragte er sich allerdings bereits, ob das überhaupt ein Beweis war, den er erbringen konnte oder ob er nicht weit weniger heldenhaft war als die meisten Soldaten von sich dachten.
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#25
Vesperum war den Geistern der Vergangenheit an diesen Ort gefolgt. Ein leerer Festsaal gab ein gutes Bild für den Zustand um seine Person ab. Zwar gab er vor Größe zu besitzen war aber innerlich leer. Unbegleitet war er durch die Korridore geirrt, auf der Suche nach einer Stimme, die er lange nicht mehr gehört hatte. Eine Stimme aus seiner Vergangenheit. Die Stimme gesellte sich zu anderen Stimmen, die ihn riefen. Vesperum wollte diesem nachgehen, auch weil er sich von seiner eigenen Kraft verlassen fühlte. Nichts gelang ihm zufriedenstellend. Ein einsamer und wortloser Imperator suchte seinen Weg und stand im leeren Festsaal, der nur durch hohe imperiale Banner geziert wurde. Ansonsten bot sich nur der blanke Blick auf polierten Marmor und große Panoramafenster, die das städtische Bild von Coruscant zeigten. Die Stimmen verhallten so schnell, wie sie gekommen waren. Stimmen, die ihm bekannt waren. Personen aus seiner Vergangenheit. Ängstlich versuchte der Sith eine bekannte Stimme zu beschwören: "Amaranthine..." Doch niemand antwortete. Die Zeit entzog sich ihm erneut. Uralte Regeln hielten seine Macht in Grenzen, obwohl er so sehr gegen diese ankämpfte. Sorzus Syns mahnende Worte kamen ihm in den Sinn. Worte, die für einen Sith Wahrheit waren aber für einen verlassenen Menschen schwere Ketten. Vesperum fühlte sich verlassen. Irrend und fast flehend, nahezu obzessiv, durchsuchte er den Festsaal nach den verlorenen Geistern. Doch niemand zeigte sich.

"Amaranthine," brabbelte die brechende und traurige Stimme des Mannes, der das Universum beherrschen wollte. Kein Ritual konnte ihm diesen Verlust ersetzen, den er fühlte. Wie sehr er doch das Schicksal verdammte, mit all seiner willkürliche Macht und dem Vergessen. Auch hielt ihn niemand auf, stellte sein Handeln in Frage oder fragte nach ihm. Für viele war er nur der Imperator, ein Symbol und Machtfigur; wiederum für andere war er ein Tyrann und Despot aber auch für viele Anhänger ein Heiliger und Messias. Doch niemals war er wirklich anwesend. Wirklich beharrlich die Figur, die ihm zugedacht wurde. Vesperum wollte sich entziehen, dieser verdammten kalten Realität entfliehen und endlich eine Welt vorfinden, die ganz und gar wertvoll war. Nichts hatten einen Wert für diesen Imperator, der stets nach mehr strebte. Die dunkle Seite hatte sein Herz fest umschlungen. Die Obsession etwas ändern zu können, etwas Neues aus dem Nichts zu erschaffen, war für ihn greifbar und doch war er in diesem Moment einsam. Ein Gefühl, welches sich immer deutlich in seinen Verstand brannte. Nicht einmal Sorzus Syn war hier, obwohl sie stets einen Gedanken beisteuerte. Die alte Sith-Hexe hielt sich versteckt in ihrer Hölle und überließ Vesperum gleichsam seiner Hölle. Der Hass brodelte, genährt aus Verzweifelung und Sehnsucht. "Amaranthine!" - forderte Vesperum vom Schicksal ein. Doch das Schicksal blieb eine Antwort schuldig. "Hättest du etwas anderes getan...," sagte die dunkle Stimme des Herrschers, der in dieser Sekunde ganz an seine verflossene Zeit des Glücks dachte. Trauer ummantelte den Hass gab ihm Ziel. "Du liegst falsch, Aidan. So falsch," echote eine Stimme aus einer Ferne, weitab dieser Realität; seltsam erhaben und leicht. Vesperum fuhr hektisch mit dem Kopf herum. "Amaranthine?" Hatte die Macht tatsächlich ein Einsehen mit dem Verfluchten und Verdammten. "So falsch," wiederholte die Stimme, die er deutlich als seine einstige Liebe erkannte. "Du bist hier oder doch nur ein Trugbild... einer alten Zeit...," stammelte der Sith, unsicher, was sich ihm offenbarte. Er hatte sie beschworen oder doch nur ein weiteres Höllenportal geöffnet? Ein grelles Licht brannte sich in seine Augen, aus einer nicht definierbaren Quelle. "Ah!" - Schmerz durchfuhr ihn, als das Licht nach seinem Herz griff. "Kehre um, bevor es zu spät ist. Noch trennt uns keine Ewigkeit aber deine Sünden werden uns bald für immer trennen. Erlösung muss erbeten werden, Aidan," forderte die Stimme mit tiefem Sanftmut und Hingabe. "Alles Trugbilder! Niemand wird mich daran hindern!" - schrie der Sith dem Licht entgegen und legte die dunkle Macht, die ihm sein eigen war, hinein."Du liegst falsch," sagte die wunderschöne Stimme der vergangenen Frau, bevor sie verschwand und mit ihr das Licht, welches Vesperum geblendet hatte. Erschöpft musste sich der Imperator an einer Säule abstützen. Unsicher über diese Erfahrung, diese Wahrnehmung, wollte der Wahn nicht mehr weichen. Er glaubte so fest an die Möglichkeit, die Sorzus Syn bereitet hatte, dass jede Umkehr bedeutungslos war. All sein Leid sollte ihn nicht besiegen. Er wollte der Stille nicht erliegen, die ihm folgte. Vesperum musste dies für Trugbilder halten, denn ansonsten wäre seine eigene Lehre hinfällig.

Uralte Kräfte brauchten ihn und er selbst war gefangen in ihren Regeln, denn die Galaxis brauchte ihren bösen Feind, damit sich andere versammeln konnten, um das Licht zu finden. Vesperum, immer noch unbesiegt, wurde von seiner eigenen Absicht verfolgt. Angst mischte in seinen Blick, denn ihm wurde klar, dass es möglicherweise keine Illusion war. Das Licht versuchte ihn aufzuhalten. Doch er war zu weit gegangen: das letzte Ritual musste vollendet werden. All seine Taten dürften nicht einfach so verhallen. Nein, er war ein Sith und hatte die alte Idee der ersten Abweichler belebt. Die alte Idee der dunklen Seite, die alles bereinigen würde, was in Jahrtausenden an Fehlern begangen wurde. Niemand würde ihn aufhalten, nicht einmal die helle Macht. Und dann würde er diktieren, was richtig und falsch war. Ein teuflisches Grinsen zeigte sich in seinem Gesicht. Amaranthine war vorübergehend verloren aber durch seinen Stolz, seine Arroganz und durch die Vergiftung durch Syns Einflüsterungen, tauchte der unheilige Imperator tiefer in die Verdammnis ein. Sollte ihn doch das Licht heimsuchen, denn er hatte die Dunkelheit. Sollten ihn Geister behelligen, so hatte er Dämonen. Sein Leid und Syns Gift machten ihn blind für den Weg der Umkehr. So stolz und vermessen war sich Vesperum klar, dass er herrschen musste. Die dunkle Seite pulsierte und bereinigte die Erscheinung. Die wohlige Kälte seiner gefühlten Allmacht durchdrang ihn und ließ ihn weitergehen. Hinaus aus dem Saal.
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