#1
Dunkel war es, Dxun schien hell am Himmel, denn die Nacht auf Onderon war hereingebrochen. Iziz lag im Dämmerlicht seiner nächtlichen Beleuchtung, nur die wichtigsten Orte waren erhellt, so dass man von den meisten Dächern den Sternenhimmel sehen konnte. Viele kleine Lichter bewegten sich durch die Adern der Stadt, die Lampen der Nachtwache, die für Ruhe und Ordnung sorgte, und dank derer die Bürger ruhig und zufrieden nach ihrem langen Tagwerk schlafen konnten. Auf einem der Dächer des Palastes verlies die eher nachtaktive Regentin, gefolgt von zwei ihrer Sekretäre, den Aufzug, und marschierte durch dein Säulengang. Brennende Fackeln erleuchteten den Gang, und warfen ihrer Schatten auf die Reliefs auf der Wand, die die Geschichte von Onderon darstellten, sowie die gängigsten Herrschaftssymbole. Nach und nach begannen die Fackeln zu brennen, als sich die Regentin näherte. Der Säulengang war etwas besonderes, denn er war nicht nur besonders hoch und ein Inbegriff der Schönheit onderonischer Architekturkünste, sondern er verband auch Marala's Thronraum direkt mit der privaten Landeplattform, die normalerweise nur ihr selbst, ihren Bevollmächtigten oder erlesenen Gästen zur Vefügung stand. Der Wind blies durch die Süulen und spielte mit ihrem schwarzen Umhang, der in ihm weht, als das Geräusch ihrer Schuhe in der sonstigen Stille hallte. Langsam erreichte sie die Landebucht, auf der drei Gardisten bereits wachten, und ein Vierter damit beschäftigt war, die Kontrollen zu bedienen. Als Marala die Plattform betrat, fingen die sie umringenden Fackeln Feuer und tauchten sie in ein angenehmes Licht.

Marala verharrte am Ende des Säulenganges, und sah gen Himmel, an dem die Sterne nur von den Silhouetten des Transportschiffes und der Jäger unterbrochen wurde. In der Ferne flogen einige Transportschiffe mit aktivierten Scheinwerfern, die bei der Reparatur des kürzlich gebrochenen Staudammes assisstierten, und das notwenidge Licht für die Arbeitsmannschaften spendete. Auf der anderen Seite der Stadt patroullierten die Jäger über die Bauernhöfe. Hier im Stadtkern jedoch näherte sich nun die Staffel, die das Tansportschiff bewachte, bis sie dieses schliesslich aufgaben, und davon rasten, um sich zu einer Patroullie zu formieren. Nicht alle Bereiche außerhalb der Stadtmauern waren bereits durch die Verteidigungsintelligenz abgedeckt, und so mussten die Jäger diese Bereiche regelmässig absuchen. Nachdem das Shuttle mit einem Zischen gelandet war, und die Landeklappe öffnete, um den oder die Passagiere zu entlassen, so veränderten die Wachen automatisch den Platz, und nahmen eine Hab-Acht Stellung ein, die sich dadurch auszeichnete, dass sie still und respektfull den Gast erwarteten, von der Haltung aber auch schnell die Waffe ziehen konnten, wenn ihrer Herrscherin in Gefahr war. Marala machte einige Schritte auf den Ausgang des Shuttles zu, verblieb jedoch dann dort. Der Schein der Fackeln gab ihrem Antlitz eine exotische Anmut, die normalerweise einige Schaulustige des Palastes anzog. Dieses Mal jedoch blieben die Ränge leer, denn die Ankunft des Imperators war geheim gehalten worden. Sie machte eine leichte Handbewegung und das Fackelfeuer verstärkte sich etwas, nicht jeder schätze die nächtliche Dunkelheit so wie sie es tat. Die Nacht war ihre Welt, und so erstaunte es viele Onderoner nicht, dass die Regentin sich hauptsächlich nachts um die Geschäfte kümmerte.

Alles in allem, so wie man das von dieser hohen Position erkennen konnte, war Iziz gewachsen. Viele Bereiche der Stadt sahen aus wie die stahlernen Gerüste eines Kolosses, und die Menge der Bauaktivitäten, die nun nachts still standen, war erstaunlich für eine Stadt dieser Größe. Unter Regenting Marala erlebte die Stadt eine ungeahnte Blütezeit, und so gab es einige, die Marala bereits mit dem legendären Stadtgründer verglichen. Sie hatte sich für diesen Augenblick nicht besonders in Schale geworfen, und trug weiterhin ihre herkömmlichen schwarzen Sachen, sie wusste der Imperator hielt nicht viel von Mode.
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#2
Die Archive auf Onderon waren geordnet. Diese Ordnung war für Darth Peltor von großer Wichtigkeit. Der kühle Sith-Lord achtete stets darauf, das überall Ordnung herrschte. In den eigenen Reihen, die eigenen Soldaten, die der Imperator ihm zur Verfügung stellte, wie auch die Besatzung auf seinem Schiff, waren einer direkten Hierarchie ausgesetzt. Sie alle kamen als selbstbewusste und offene Soldaten auf das Schiff, doch sie lernten schnell, dass diese Eigenschaften Fehler in den Augen ihres Meisters sein würden. Die Perfektion Peltors zwang die Menschen mehr und mehr dazu, ihn verehren, aber auch fürchten zu müssen. Sie sprechen leise und gehen fast perfekt ihren Arbeiten nach. Sie sind wie leere Körper, die von ihm gelenkt werden. Nur der Offizier spielt für den älteren Mann eine wichtige Rolle, der sein wichtigster Berater war. Ein älter Herr mit Erfahrungen. Peltor erfuhr die dunkelsten Geheimnisse des Mannes. Gebrochenes Herz, grausame Taten, ehrgeiziger, aber rücksichtsloser Aufstieg. Es ist interessant zu beobachten, wie viel die Liebe anrichten kann. Es gab den ständigen Konkurrenzkampf, den Peltor so verabscheute. Nie kämpfte er um ein Mädchen, wenn auch es im Leben zwei gab, für die es sich gelohnt hätte. Aber auch inmitten des Ordens will er sich mit niemandem messen. Dies hat einerseits die kluge Taktik, niemandem die wahre Macht zu präsentieren. Andererseits empfindet er einfach kein Interesse daran und verfolgt kühl die eigenen Ziele, die niemandem bekannt sein. Lediglich den Imperator scheint er hingegen aufrichtig zu beraten. Hinsichtlich des Wissens kann er viel berichten. Dennoch war er nur ein stiller und wortkarger Mann, der kaum auffiel. Dadurch glaubten die Männer auch, er sei ungefährlich. Inmitten der eigenen Reihen merkte man schnell, dass dieser Gedanke ein Fehler war.

Der nicht besonders hochgewachsene Mann ging mit schwarzem Umhang durch die Gänge von Onderon. Zwei der eigenen Gardisten folgten ihm. Der Imperator würde bald ankommen und respektvoll würde Darth Peltor diesen auch begrüßen. Nachdem er den Großteil der Zeit nach seiner Ankunft in den Archiven verbrachte, suchte er kein Gespräch mit Darth Marala oder anderen Leuten, sondern zog sich wie immer entsprechend zurück. Die eigene Anreise gab er selten bekannt, sondern meldete sich, wenn nötig, nur bei entsprechenden Imperialen. Doch sein Schiff und vor allem seine Stimme waren bereits mehr als bekannt. Es war vor allem die Stimme, die die Männer fürchteten. Langsam und sehr ruhig, monoton und gefühlskalt. Man könnte aber dennoch meinen, sie verbirgt mehr. Ein Messer, das nicht schneidet, aber zielt. Die Ruhe war faszinierend, die er ausstrahlte. Doch für viele Imperiale verwirrend. Sie kannten es anders, zumindest meistens. Aber auch Peltor war voller Hass und Zorn, nur verabscheute er die sinnlose Grausamkeit.

Als er auf die Landebucht kam, erkannte er bereits Darth Marala, die mit ihren Gardisten wartete. Auf dieser angekommen, trat er weder neben sie, noch vor sie und genauso wenig sprach er sie an. Viel eher blieb er, fast zurückhaltend, hinter ihr stehen und verschränkte die Arme mit kühlem, emotionslosem Blick, während er in schwarzer Robe gehüllt auf die Ankunft des Meisters wartete. Wie loyal er Vesperum wirklich war, das wusste nur er selbst. Würde Darth Peltor an der Spitze des Sith-Ordens stehen, würde er jeden anderen unter sich halten und sie nicht in seine Nähe lassen. Die Nichtmachtbegabten würden unter ihm dienen und die Sith würden als Krieger genutzt werden. Zu groß könnte die Gefahr sein, dass ein Sith sich zu viel Macht wünscht - diese Intelligenz und dieses Misstrauen besitzt Vesperum nicht. Zumindest fiel es Peltor nicht auf.
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#3
Die Wolken durchstoßen von grauem Metall, so stieg er herab, der Todesbote einer vergangenen Zeit. Ihm folgten zwei Shuttles, die seine Sturmtruppen-Garde transportierten, darunter Oberst Scarian. Alle drei Schiffe landeten zischend, dampfend und fast tanzend-sanft auf dem Boden, im Zentrum des kleinere Lambda-Shuttle des Imperators. Zeitgleich öffneten sich die Zugänge, Rampen fielen atemberaubend ruhig im weißen Nebel herab, legten sich auf den Boden. Die Sturmtruppen rannten im eiligen Marsch heraus; ihre Stiefel hämmerten stampfend über das Metall der Zugänge, während sie ihre Blaster in Hab-Achtung-Haltung vor sich her trugen. Die weißen Soldaten in ihren anonymen Uniformen bildeten eine Reihe, jeweils rechts und links, neben dem Shuttle der dunklen Majestät, die immer noch nicht erschienen war.

Vesperum blickte monoton in Raum seines Transportvehikels. Dort schien er etwas zu sehen, was nicht real sein konnte. Er starrte dorthin, wo nichts weiter war als eine graue Wand aus Durastahl. Nur ein paar Symbole und Beschriftungen konnten sein Interesse geweckt haben oder etwa doch nicht? Die Piloten blickten durch ihre kleine Schleuse nach hinten, da sie bereits gelandet waren. Hatte der Imperator die Meldung nicht vernommen, dass sie gelandet waren? Selbst die Luke war geöffnet. Doch, so abweisend konnte er nicht sein. Nein, etwas anderes als dieser Moment hatte sein Interesse geweckt. Sansa. Der dunkle Lord blickte durch die Macht auf sie. Ihre Präsenz lag im Raum, wie ein leuchtender Schein, umschlossen von Schatten. Die Jedi hatte ihn gedanklich gesucht und gefunden. Darth Vesperum lächelte abartig in ihre Richtung, in diesen unsichtbaren Blick, der sich nur in der Macht fand. Alles war egal. Seine Sansa lebte. Sie lebte und das nicht weit weg; eine Welt konnte er bereits erahnen, doch waren die Schwaden, die seine Ziehschwester schützten undurchdringlich. Noch waren sie es. Plötzlich verschwand das Gefühl ihrer Anwesendheit. Vesperum ließ das Lächeln abfallen, richtete seinen Blick auf und stand behäbig von seinem Stuhl auf. Die Robe fiel in sanften Wogen an ihm herab, umkleidete ihn erhaben, wie einen Priester einer alten Macht. Die Piloten scheuten den direkten Anblick und richteten sich eiligst wieder auf ihre Amaturen. Die Kälte seiner Majestät war sie direkt spürbar. Es fröstelte sie und jeder Anblick würde dieses furchtbare Gefühl des Unbehagen nur verstärken. Lieber mied man ihn, was oft die bessere Wahl war.

Ein Keuchen stieß er aus als er seine Kapuze tief ins Gesicht zog. Sie alle waren da. Er spürte sie in der Macht. Marala und Peltor, dort unten- unweit von ihm. Seine dunklen Gedanken umkreisten den Landeplatz. Der Sith konnte ihre Auren fast sehen, wie sie dort standen, umstreift von der Macht, in Ketten der Leiblichkeit. Ein weitere krude Atembewegung seiner Lungen erzeugte ein hauchendes Stöhnen. Es fiel ihm schwer zu gehen. Das Blei der Macht lag auf ihm und so stand er eine Sekunde nur im Korridor des Shuttles, blickte auf die Rampe herab, die immer noch im Nebel lag. Ein Imperator hatte es nicht eilig. Man würde warten. Zumal Darth Vesperum viele Gedanken in diesem Moment hatte. Eine Jedi war aufgetaucht; Sansa war lebendig und er hatte die Macht der alten Sith beansprucht. Alles waberte durch seinen Schädel, präsent und real, wie ein Erlebnis. Dieser Lord nahm die Realität anders wahr. Für ihn war alles real, zur selben Zeit: Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit. Jedweder Gedanke war Ewigkeit, verschlossen aber da in einer wahnsinnigen Perfektion, wie ein Tanz der ewigen Eitelkeiten. Es war kein Wissen, sondern eine göttliche Ahnung. Diese Ahnung zermürbte seinen Geist, trieb ihn in den Wahnsinn - in dieses Abyss aus Gier. Jeder Schritt von ihm schien Spuren zu hinterlassen. Jeder Schritt war ein Glockenschlag in der Macht. Es war da: das Monster.

Darth Vesperum, Imperator eines ordnungssüchtigen Reiches, stieg die Rampe herab, in den weißen Nebel, der seine schwarze Robe umspielte und hervorhob. Langsam wurde er sichtbar. Sein Blick, verborgen unter dem Schatten seines Stoffes, wanderte kurz über die Ehrengarde seiner Sturmtruppen. Die ihre Pose nicht verändert hatten. Eine Reihe von Elite-Soldaten, für ihn hatten sie bereits gekämpft und würden es immer wieder tun. Loyalität war ihre Ehre. Willfährige Narren in seinem Rausch von der ewigen Macht. Ein neuer Gedanke drang ein. Kurz berührte er eine widernatürliche Göttlichkeit. Eine finstere Erhabenheit umfing ihn als er durch die Reihen trat, auf Peltor und Marala zu. Seine finstere Dunkelheit begann den Ort merklich abzukühlen und griff bereits um die Seelen der Anwesenden. Schritt um Schritt näherte er sich. Kein Wort sprach er. Noch wenige Sekunden, dann würde er vor seinen Sith stehen. Endlich.
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#4
Was für eine geballte Ansammlung an Macht. Das konnte selbst Rhyssa, die mit den anderen Sturmtruppen in ihrer Rüstung steckte und mit Stolz die perfekte Haltung ihrer Leute unbewegt betrachtete, spüren.
Es war nicht einmal von belang das sie keinen Draht zur Macht hatte, einfach die Anwesenheit dieser drei Sith Lords, von denen einer ihr Imperator war, hatte einen nachhaltigen Eindruck auf die Umgebung. Sie nahm all diese Emotionen in sich auf und stand stram. Die Ausbilder auf Carida wären stolz auf sie alle gewesen.

Dann schritt der Imperator auch an ihr vorbei und sie und ihre Leute blieben in Position und bildeten einen Block weiß gepanzerter Gestallten die stoisch Wind und Wetter trotzten, das Wetter war gut und noch ein bisschen Dämmerlicht viel ein, doch glitzerten schon die Lichter der Stadt und des Palastes, dem sie beim eiligen verlassen ihres Shuttles nur eine kurze Beachtung geschenkt hatte. Doch das was sie gesehen hatte gefiel ihr recht gut und sie hatte sich kurz überlegt hier ein paar Tage ihres nächsten Urlaubes zu verbringen, doch war später immer noch Zeit für solche Gedanken, schließlich galt es den Imperator, den absoluten Herrscher des Galaktischen Imperiums zu schützen.


[soooo entschuldigt bitte für diesen wirklich kurzen Post momentan, ich hoffe mir fällt noch was ein, bevor der nächste von euch wieder drankommt, oder einfach das der nächste von mir eine mehr als akzeptable Länge aufweist]
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#5
Für Marala war die Ankunft des Imperators ein Segen, lange hatte sie sich schon überlegt, wie sie mit dem Ursupator umspringen sollte, der versucht hatte, sich Vesperum's Stuhl unter den Nagel zu reißen, umzulackieren und selbst zu besteigen. Zahlreiche Sitzungen mit ihren engsten vertrauten aus dem Rat von Iziz, und doch gab es nur halbfertige Pläne. Für viele Eventualitäten waren sie gerüstet, und es existierten schon lange Notfallpläne für jede mögliche Bedrohung Iziz's durch einen potentiellen Krieg mit dem Emporkömmling. Und auch wenn jedes Department und jeder wichtige Bevollmächtigte einen Satz Pläne hatte, so waren sie doch Stückwerke, denn so richtig zusammengesetzt hatte sie bisher niemand. Zu sehr spekulierte Marala darauf, der erhabene Zerfallende würde sich um den Ursupator kümmern, solange noch etwas von ihm übrig war. Es passte ihr viel besser, wenn sie nicht selbst an vorderster Front stehen musste, sondern die Pläne des Patienten Null aller Geisteskrankheiten umsetzen konnte. Ja, über die Zeit hatte sich der Imperator viele Spitznamen angeeignet, und kaum einer war schmeichelhaft, und doch setzte jeder darauf, dass er die ordnung schaffen würde, die sie alle so dringend wollten.

Marala war in einer guten strategischen Position. Onderon war die Kernwelt der Sith, auch wenn diese nicht öffentlich bekannt waren, und verwaltete nicht nur alle Lieferungen, die die Sith für ihren Alltag, ob dieser nun aus dem Schlachten zweibeiniger Bioabfälle -sogenannter Rebellen- bestand, oder darin, verfeindeten Politikern mit Worten und ein wenig gedankenkontrolle einen verbalen Dolch in unterschiedliche Körperregionen zu rammen... die Sith waren davon abhängig, das Marala alles bereitstellte, was sie brauchten, von Waffen über Technologie bis zu kleinen Raumschiffen und Medizin... und natürlich die notwendigen planetaren Einrichtungen. Curelis hatte dies schon schmerzlich erfahren müssen, denn die Ausrüstung, die er von Marala bekam, hatte ungefähr die Funktionsfähigkeit eines von Jawa's aus Schrotteilen zusammengebastelten Techgegenstands. Nun war es ja nicht so, als liesse sich Marala Sabotage vorwerfen. Nein, die Ingenieure waren viel zu clever gewesen, verschiedene Fehlfunktionen durch zufällige Materialschwächen auszulösen, und selbst wenn Curelis wissen würde, dass Marala ihm einen Stein in den Weg legen würde, könnte er kaum agieren, ohne ihr einen Grund zu liefern, ihn komplett vom nachschub abzuschneiden. Und wenn Marala seit längerem einen Umsturz Curelis plante, so konnte man davon ausgehen, dass sie Mittel und Wege hatte, viel der gelieferten Ausrüstung unbrauchbar zu machen. Und dann war da noch einer von Curelis Inspektoren, der bei einer Kontrolle in einen Fleischwolf gefallen war, und dem Ursupator als Hack in die Kantine geliefert wurde.

Kurz, Marala war zufrieden. Sie war gut vorbereitet, und hatte dank ihrer Strategie dafür gesorgt, dass die Stadt wie ein organismus auf alle Bedrohungen, die sich aus Vesperums Plänen erweisen würden, reagieren konnte, ohne Befehle von oben abwarten zu müssen. Vertrauen war ein Gefühl, dass Sith eher fremd war, doch richtig instrumentalisiert ein unglaublich starkes Motivations- und Kontrollmittel.

Mit einem Zischen, das ungefähr genauso klang wie der Atem des über die Galaxis herrschenden Komposthaufens öffnete sich die Luke des Shuttles, und Vesperum trat heraus. Marala war wieder froh, dass sie den Vorschlag ihres Schatzmeisters, eine typisch onderonische Musikkabelle aufzustellen, abgewiesen hatte, nur die Soldaten salutiertenm, und die Ruhe wurde nur von Marala's Stiefeln auf dem Metallboden unterbrochen, als sie zum Ende der Ausstiegsplanke schritt, und mit einem langsamen Kopfnicken eine Verbeugung andeutete. Verbeugen mussten sich diejenigen, die noch etwas zu beweisen hatten, Marala hatte diesen Schritt längst hinter ihr. Sie war eine wichtige Säule Vesperums geworden, und irgendwie auch stolz darauf. "Willkommen auf Onderon, Imperator" begrößte sie ihn dann in einer ruhigen, leicht demütigen Stimme, aber nur so viel, dass klar wurde, wem sie diente, nicht so viel, dass sie sich selbst als Dienerin sah. Eigentlich gab es ansonsten ncht viel zu sagen, einige Worte hatte ihr Hologramm ja schon verkündet. "Wir haben ein Quartier und einen separaten Kommunikationsraum für euch eingerichtet." sagte sie dann. "Möchtet Ihr euch von der Reise erholen, oder gleich in die Kommandozentrale gehen?"
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#6
Immer noch hielt sich Peltor unauffällig im Hintergrund auf. Seine persönliche Leibgarde stand in seiner Nähe und mit kühler, emotionsloser Miene wartete auf die Landung des Shuttles. In jenem Moment ging er viele Dinge durch. Gefühle, die er unbedingt verbergen musste und wollte. Geheimnisse, die der Dunkle Lord niemals erfahren durfte. Gedanken, die zu der sofortigen Hinrichtung Peltors führen konnte. Doch nicht ohne Übung lernte er, all das zu verstecken. Denn der eigenbrötlerische Mann war schon immer darauf bedacht, dass niemand in die Tiefen seines Geistes blicken konnte. Nur das zählte für ihn, denn dieser Raum war ihm das aller teuerste. Dieser Raum der Geheimnisse ... Ein Raum, den niemand betreten durfte. Denn Peltor war ungeliebt. Das machte ihn umso stärker, das stimmte. Sich um niemanden zu Sorgen war etwas, das er nicht immer spürte. Wie jeder Mensch wurde er neutral geboren. Ein ungeschriebenes Blatt, ein naives Kind, ein freundlicher Junge. Dann kam die Wendung. Die Verbitterung überkam ihn. Die Liebe wurde nicht erwidert, er verlor die wichtigste Person seines Lebens. Die Menschen sahen von oben auf ihn herab und nun waren sie tot oder weiterhin auf ihrem Planeten. Hinter ihrer Bürokratie glauben sie, dass sie von Wert wären. Sie sind Narren. Corellia war ein Planet, den der Sith unverzüglich zerstören würde. Mit ihm würde alles gehen, was ihn einst ärgerte. Sicher würde ihn das nicht zu einem guten Menschen machen, doch ein gewisser Kummer wäre wie befreit. Rache war ein Gefühl, das ihn erfüllte. Alleine die Tatsache, dass diese Bürokraten Kinder gebärten und ihre erbärmlichen Wesen weitergaben, war eine bedauernswerte Tatsache.

Das Schiff landete auf der Ladeplattform und nun wartete er auf das Öffnen der Luke. Der arrogante Blick wurde zu einem respektvollen und mehr und mehr versuchte er Gefühle, Gedanken, Geheimnisse in einen beengten Raum zu sperren. Der kluge Mann würde nun dienen müssen, mehr oder weniger. Als Herr der Archive und des Wissens war er in vielen Dingen gefragt. Artefakte, Wissensfragen. Bedeutende Dinge für den Orden. Etwas, das einen speziellen Menschen bedurfte und dieser spezielle Mensch war nun einmal Darth Peltor, der bereits früh durch seine Intelligenz auffiel. Dass man ihm deshalb misstraute, das fiel ihm früh auf. Denn zugegeben tat er das gleiche. Jeder, der in seiner Kindheit auch nur etwas besser war, wenn es um schulische Bewertung ging, war ein Feind. Ein gefährlicher Feind, wenn auch Peltor dies nie so offen zugegeben hätte.
Der schwarze, breite Umhang hing auf den Boden und fing an ein wenig zu wehen, als das Raumschiff schließlich auf der Landeplattfrom stand und sich die Luke langsam öffnete. Die Arme verschränkte er ernst, während er emotionslos auf den langsam heraustretenden Imperator blickte, der das Raumschiff verließ. Er wollte ihn nicht direkt ansehen, schnell fiel sein Blick gespielt ehrfürchtig auf den Boden und er verneigte kurz den Kopf und spielte damit eine tiefe Verbeugung vor. Die Loyalität Peltors konnte mit so einem Verhalten, das er klug spielen konnte, an den Tag legen. Sie traten ihm immer Näher, doch er bewegte sich keinen Schritt von der Stelle. Peltor empfand ein Herumstolpern als ein Zeichen der Feigheit.
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#7
Seit Nashtah mit Lord Peltor aneinandergeraten war, spielte ihre Fähigkeit, die Kraft anderer anzuzapfen, verrückt. Immer wenn sie sie brauchte, gelang es ihr nicht, egal, wie krampfhaft sie es versuchte. Dafür hatte sie einen anderen Schüler halbtot gesaugt, als sie es überhaupt nicht gewollt hatte. Sie hatte ihn anschliessend mit dem Lichtschwert getötet und liegen gelassen. Ein anderer hatte sich die Tat dann auf die Fahne geschrieben und Nashtah war weggekommen, ohne Fragen laut werden zu lassen, warum die Kröte es schaffte, einen viel erfahreneren Kämpfer umzubringen. In anderen Tagen wäre sie begeistert gewesen, dass diese fortgeschrittene Technik ihr gelungen war, aber nicht dann, wenn sie es nicht gewollt hatte. Es war nicht gut, wenn Dinge unkontrolliert aus ihr herausbrachen. Sie brauchte Beherrschung, sonst würde sie sterben.

Entsprechend schwer waren ihr die letzten Tage gefallen - und entsprechend gross war ihre Furcht vor dem heutigen Tag gewesen, sobald sie erfahren hatte, dass der Dunkle Lord persönlich herkommen würde. Was, wenn sie nun genau dann nicht abschalten konnte, was die vergangenen Tage schon nicht zu kontrollieren gewesen war? Natürlich waren es nicht die Fähigkeiten, die nicht taten, was sie sollten, sondern Nashtahs Konzentration, welche kaum vorhanden war. Sie fürchtete sich davor, die Kontrolle nicht zu haben, wenn es wichtig war und beschwor es genau damit herauf.

Nun stand die Akolythin wie alle anderen da, den Dunklen Lord zu empfangen. Nashtah drückte sich am Rand herum, die Kapuze hochgeschlagen, die Haltung wie immer geduckt und ihre schmale Gestalt unterstreichend. Der Blick ihrer grünen Augen wanderte flackernd über die Szenerie. Das landende Schiff, die beiden Sith-Lords, die auf der Plattform warteten, die sich öffnende Luke, die herausstürmenden Sturmtruppen, der Nebel. Dann Stille. Warten. Und dann, schliesslich, schritt Darth Vesperum die Rampe hinab. Seine Präsenz und seine Macht hallten wie ein Glockenschlag durch die Anwesenden. Nashtah ballte die schmalen Hände zu Fäusten und befeuchtete mit der Zungenspitze unruhig die blassen Lippen. Sie würde es schaffen. Sie musste es schaffen.

Dann glaubte sie zu spüren, wie der Blick des Imperators über die anwesenden Sith glitt und wie auf Kommando fühlte sie die Erfrischung, die es ihr brachte, wenn sie die Kräfte der anderen anzapfte. Ihre Augen weiteten sich voller Angst und Nashtah versuchte rasch, hinter anderen Akolythen zu verschwinden.
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#8
Sie alle waren dort, er spürte, sah sie und nahm sie in allen Belangen wahr. Ihre Leben lagen ihm in der Macht zu Füßen; er gierte nach ihnen, wie eine kalte Hand. Seine Atmung umschlung einst die Millionen an Leben, die ihm seinen Thron verschafft hatten und nun die Anwesenden, wie eine rythmische Uhr. Tick, Tock, verann mit jedem Atemzug seiner, die Zeit des Lichts. Seine Bewegungen waren starr, kalt und zielgerichtet, fast mechanisch aber dennoch empfindlich, fast zögerlich gerieten sie. So auch die Bewegung seines Kopfes, der sich erhob, den Blick gerade auf die Betreffenen gerichtet; verdunkelt durch eine tiefe Kapuze, die seine entstellten Augen verbarg. Sein Blick nährte sich aus Angst, Verlust und dämonischer Macht. Einen Spiegel verweigerte sich der dunkle Lord, da sein Verfall in seinem Angesicht deutlich war. Schönheit war unbedeutend, völlig sinn-entleert, in einer Zeit von Gewalt, Herrschaft und Hass. Eine Illusion, nichts weiter, die man bei Bedarf einsetzen und oft ersetzen konnte. Vesperum hatte nie ein Verständnis für oberflächliche Schönheit, sondern strebte immer nach Tiefe und einer seltsamen Schönheit, die er selbst nicht beschreiben konnte.

Marala begrüßte den dunklen Heimsucher, den finsteren Verführer der närrischen Herzen, mit einfachen Worten und seinem weltlichen Titel, dem eines militärischen Herrschers; fast eines Kriegsherren. Imperator. Ein Titel, den der dunkle Lord hier eigentlich nicht erwartet hatte. Viel mehr suchte er hier seinen transzendenten Titel, den des dunklen Lords, das ewig dunklen Schattens oder auch den des Lords aller Sith. Nein, Marala beschränkte sich auf diese einfache Anrede. Ihre Verbeugung fiel dementsprechend spärlich aus, ähnlich die von Peltor, der mit ein wenig mehr geheuchelter Hingabe agierte. Gut, in diesem Moment fand seine Eitelkeit wieder statt. Leicht verstimmt aber dennoch bedacht, da er den Wert der beiden kannte, verzichtete er auf eine Rüge. Das Protokoll war überflüssig. Gerade jetzt, wo Curelis vernichtet werden musste. Seine Gier nach Gewalt wuchs mit jedem Schritt auf diesem Boden, der ihn weiter in die Nähe des Usurpators brachte. Jeder Schritt weckte den Hunger nach Brutalität in ihm; endlich grausam sein, keine Ketten, die ihn halten würden und endlich das Leben zu nehmen, welches er so hasste. Curelis war nicht nur sein Feind, der seinen Thron stehlen wollte, sondern auch Projektionsfläche für seine Missgunst, seine niederen Triebe und seine Sehnsucht nach ultimativer Zerstörung. Nicht, dass er sein Imperium vernichten wollte, doch liebte er den Krieg, seine Qualen, sein Leid und seine Hoffnungslosigkeit. Er liebte dieses Gefühl, der dunklen Seite ein Nexus zu sein; je mehr er tat, je mehr er beging, desto weiter trieb Vesperum im schwarzen Meer. Krieg war für ihn ein Mittel, die Schwachen zu vernichten und die Starken zu prüfen. Ein endloser Krieg würde ihn nähren, mächtiger werden lassen, während die Welten verdorrten. Dieser Gedanke war nie ausgesprochen worden, noch gedacht, doch lebte er in ihm, wie ein Rabe im Käfig, als auch sein schwarzes, kaltes Herz, voller Verachtung für Glück, Liebe und Frieden. Korriban war mit ihm gekommen. Die Tradition der Sith war hier. Ihre Sehnsucht nach Rache, nach Vergeltung und einem Sieg über die Schwäche. All jene Perversion trat in ihm zum Vorschein.

Diese Aura wuchs mit jeder Sekunde, umschlung in ihrer Kälte die Anwesenden, ohne das sie die Quelle wirklich ausmachen konnten. Das schwarze Feuer aus Eis und Frost verbrachte sich und seine biedere Stimme sagte:

"Ich muss den Weg der Sith gehen. Zögern ist Schwäche. Wir gehen sofort zu Darth Curelis."

In der Tat war Zögern eine unsägliche Schwäche, ähnlich der Gnade. Ein Feind musste bezwungen werden, solange dies möglich war. Ohnehin war sein Körper nicht an die menschlichen Zyklen gebunden, sondern existierte zwischen Leben und Tod, zusammengehalten von Willen, Gier und Hass auf das Leben. Jede Minute seines Lebens war eine Verhöhnung der Existenz. Seine Fratze, seine Haltung und sein schwarzer Mund spuckten dem Leben symbolisch ins Gesicht. Er lebte irgendwo in seiner Welt, zerissen von unsichtbaren Krallen. Nur die Meditation vermochte den Ballast seines Dahin-Vegetierens zu lenken und zu ordnen. Nicht mehr viel war dort, was man glücklich als Leben bezeichnen konnte. In diesem Spott zeriss seine Aura den Moment als sie bereits zu Curelis trieb, nach ihm packte und seine Ankunft ankündigte. Die Ankunft des dunklen Lords.

Doch da war etwas anders. Hier an diesem Ort. Etwas umschwirrte ihn, wie kleine Bienen, kleine Mücken, die nach seiner Macht griffen; nicht viel davon tranken aber immer mehr wollten. Eine Gabe, die sich seiner bediente. Kurz hielt der Lord inne, blickte sich verstört, verdeckt durch seine Kapuze um. Hier war etwas; schwaches aber dennoch gieriges anwesend. Der Sith holte tief Luft, so als ob er den Moment einsaugen würde. Da war es. Jetzt sah er es. Genau dort. Ein Mädchen. Eine kleine Sith, ihre Aura war dunkel, nein grau, noch nicht vollens ausgebildet und diese kleine Energie versuchte sich an seiner zu nähren, wie eine kleine Mücke an einem Terentatek. Vesperum grummelte kaum merklich, verdrängte diese kleine Energie mit einer Welle von Missgunst, die sich in einer frostigen Kälte auf Nashtas Haut ablegte; sie fröstelte. Darth Vesperum schloss für eine winzige Sekunde die Augen, um den Geist der Kleinen aufzusuchen. Hier wollte er sich nicht offenbaren; nicht jetzt, dass er Interesse an ihr gefunden hatte. Ihre Gabe war merkwürdig aber entwicklungsfähig. Warum konnte sie so etwas, was eigentlich nirgendo erwähnt sein dürfte?

Bohrende Pfeile aus seinem Geist drangen in den ihren, wie glühende Schwerter, die sich durch die Schlefen trieben. Doch seine Macht hielt die Kleine gerade. "Schließe die Augen," befahl seine finstere, schreiende Stimme in ihrem Schädel. "Deine Zeit wird kommen," höhnte sie und riss das Mädchen aus dem Moment, in seine Welt von Kälte, Finsternis und dem schwarzen Meer. Dort fand sie sich wieder, am endlosen Strand aus grauem Kies, an den das schwarze Meer brandete. Dort lag sie im Kies und Sand, während das Wasser ihre Füße umspühlte, ihre Seele mit sich zog, mit jeder Woge. Es war kalt, jede Berühung nahm ihr Wärme. Dort war nichts, ein endloser Strand und das Meer, über den ein weißer Nebel zog. Einsamkeit war der primäre Gefühl dieses Ortes. Doch da kam etwas näher, tauchte aus dem Gewässer auf, blickte sie mit tiefen dämonischen Augen an. Es war Vesperum, welcher in schwarzer Kutte, nass, aus dem Meer stieg, wie unheilvoller Geist. "Ich sehe dich," hauchte er ihr entgegen, dann umfasste das Meer sie völlig und riss die kleine Nashtah hinaus in den Ozean, vorbei an seinen Füßen, tiefer hinab; sie schluckte Wasser und drohte zu ertrinken. Dann erwachte sie im Hier und Jetzt. Genau dort, wo sie vor wenigen Sekunden seelisch entschwunden war. - Und Vesperum stand noch dort vor den Lords als ob keine Zeit vergangen war.

Nur auf Vesperums Lippen zeichnete sich ein verächtliches Grinen ab, welches nur Marala und Peltor wirklich bemerken konnten.

"Peltor," sagte der Lord und blickte dann zu diesem. "Ich brauche euch später," erklärte der dunkle Mensch und suchte den Moment, seine Kräfte wieder in sich zu verschließen, die in ihren dunklen Energien entrissen waren. Der Imperator machte weiter, wie gehabt. Eine dunkle Tat nach der anderen. Schritt um Schritt in den Abgrund.
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#9
Weiterhin standen Rhyssa und ihre Leute so stramm als gäbe es kein Morgen. Keiner Bewegte sich und sie alle standen wie Felsen in der Brandung. Es hatte sie viel Arbeit gekostet diese Leute zusammen zu halten, zu trainieren und zu formen. Gemeinsam hatten sie viele gefährliche Einsätze hinter sich gebracht.
Nun standen Sie gemeinsam hier und sie war mit Stolz erfüllt. Einen kurzen Moment lang ließ sie den Stolz zu doch blieb sie weiterhin wachsam und beobachtete die Umgebung durch ihren Helm so genau und gründlich wie der ganze Rest der Einheit hier unten.
Auch keimten in ihr verschiedene Gedanken und Gefühle in ihr hoch, die Vesperum vor ihr...beziehungsweise nun ein paar Meter weiter neben ihr und sie machte sich innerlich bereit gleich den Befehl zu geben ihn in Geleitformation zu folgen um ihm weiter hin als Geleitschutz zu dienen.
Die Gefühle die sie ihm entgegenbrachte waren hauptsächlich eine Art von Hoffnung und leichter Schadenfreude. Beide hingen mehr oder weniger direkt/indirekt mit diesen Rebellen zusammen, die Hoffnung das mit Vesperum nun endlich einer da war, der dieses lästige Rebellenproblem in den Griff kriegen konnte und Schadenfreude, da sie beinahe schon so etwas wie Mitleid für die verfluchten Rebellen und außerirdischem Abschaum, doch hielt dieses Mitleid nur sehr kurz an und war nach weniger als einer Sekunde in ihr schon verflogen. Ja sie freute sich schon regelrecht darauf diesen Rebellen, Querulanten, Dissidenten und Aufständischen die Ärsche aufzureißen und verfaueln zu lassen.

Während dieser kurzen Gedanken, die eher das kurze aufblitzen von Gefühlen waren, ließ sie keinen Moment in ihrer Wachsamkeit und Aufmerksamkeit ihrer Umgebung nach und behielt die ganze Zeit die Kontrolle über sich und ihre Leute.
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#10
Der Imperator, die lebende Versinnbildlichung der biologischen Version der Halbwertszeit, hatte sein Shuttle verlassen, und war auf die für ihn typisch charmant-wortklarge Weise direkt zum Thema übergegangen. Curelis, der Emporkömmling, musste fallen. Wie tief, das war Marala im Prinzip egal, solange er danach tot war. Marala hegte für diesen Mann, der es bisher nicht geschafft hatte, bis auf seine Machtzurschaustellung irgendetwas Sinnvolles umzusetzen, nicht sonderlich viel Zuneigung. Um es präziser auszusprechen, sie hatte für Curelis hauptsächlich Verachtung übrig. Seit sich dieser in der Akademie verschanzt hatte, gab es auf Onderon nur Probleme mit seinen Schergen, und mehr als einmal musste die Stadtwache ausrücken, um die Bürger vor Überfällen und Missetaten jenes selbsternannten Herrschers zu schützen. Marala hätte sich am liebsten auf taktische Offensivwaffen berufen, und den Mond von der Planetenoberfläche aus eingeäschert, auch wenn die momentan vorhandenen orbitierenden Sternenzerstörer fast genauso gut geeignet waren. Nahcdem jedoch entscheidend viel Zeit und Aufwand in die Errichtung der Akademie geflossen war, musste sie zugeben, dass die Methode der nuklearen Reinigung nicht geeignet war, um Curelis loszuwerden, und anderen Angriffsformen auf biologischer oder chemischer Basis widerstand er vermutlich genauso leicht wie alle anderen hier anwesenden Sith.

Zögern war eine Schwäche. Blindlings drauflos in ein Gebiet zu rennen, das sicherlich verteidigt würde, war insbesondere dann jedoch genauso aus schwächlicher Natur geboren, wenn die Verteidiger nicht nur lange Vorbereitungszeit hatten, sondern auch genau wussten, womit sie rechnen mussten. Dass der Imperator mit seinen treusten lichtschwertschwingenden Verbündeten und ein paar blasterbesetzten Soldaten anrücken würde, war vorhersehbar. Daher stellte der direkte Angriff für einen hochentwickelten Verstand wie Maralas keine ernstzunehmende Option dar. Curelis war selbst ein Sith, er kannte die Schwächen der Sith. Er wusste genau, dass es Verteidigungsmethoden gab, die auch starke Sith schwer überwinden konnten, und selbst mit seinen beiden Darths an der Seite war Vesperum zahlenmäßig unterlegen. Ob kräftemässig, das stand in den Sternen. Marala war sich nicht sicher, ob der Imperator geistesklar genug war, eine solche Schlacht erfolgreich führen zu können. Sie selbst war ein strategischer Vorteil, ihre Aura konnte mit genug Konzentration das Truppenglück wenden, aber auch darüber wusste der Feind vermutlich Bescheid. Dummerweise sah der Chefverweser die Situation anders, und auch wenn sich Marala große Sorgen machte, hatte sie es gelernt, Vesperums irren verschlungenen Pfaden zu vertrauen. Der Mann war vieleicht manchmal etwas geisteskrank, aber eines war er nicht: lebensmüde.

Marala strich mit einer Hand über den Griff von Navastiri und fragte sich im Stillen, wie viele der vormals treuen Gefolgsleute, die Curelis verfallen waren, sie niederstrecken musste. Wenige, hoffte sie, denn wenn der Ursupator gefallen war, würde sie sicherlich den Versuch wagen, seine dann herrenlosen Streitkräfte der Stadtwache von Iziz zuzuführen, oder ihrer eigenen Garde.

Marala sah dem Imperator eine kurze Zeit lang in die Augen, es war schwer zu sagen, was in ihrem Kopf vor sich ging, aber ihre Mimik sprach Bände. Es war eine stumme Bitte, sorgsam vorzugehen, doch Marala würde es nicht wagen, dem Imperator vor den anderen Sith zu widersprechen. Und doch kannten sich Beide inzwischen lange genug, dass er vermutlich die Sorge aus Marala's Gesicht lesen konnte. "Folgt mir..." sagte sie schliesslich und deutete mit einer Hand leicht in den Säulengang.

Langsam schritt sie durch den Säulengang mit seinen Fackeln und Verzierungen, bis sie schliesslich in der Mitte des Ganges stehen blieb, in der eine kleine Halle positioniert war, in deren Mitte ein ebenso verzierter Tisch stand, der sich erst nach einer Berührung als Holografietisch erwies. Als Marala die Hand darüberwischte, erschien eine langsam rotierende holografische Darstellung der Akademie, die neben Blau überaschenderweise noch einige andere Grundfarben zu bieten hatte, die ebenfalls angezeigt wurden. "Die jüngsten Quellen besagen, dass wir es ungefähr hiermit zu tun haben..." sagte sie dnan und deutete auf die farbigen Symbole, die verschiedene Einheitentypen anzeigten, die über das Gelände und Gebäude verteilt waren. "In der letzten Zeit hat Curelis eine größere Menge Frachter zur Akademie geholt, wir glauben er hat irgendetwas gebaut, möglicherweise neue Verteidigungsmechanismen oder Fallen." führte sie dann aus, und drehte die Ansicht etwas. "Einer dieser Frachter ist noch auf dem Weg hierher, also wäre es eventuell eine sinnvolle Angriffstaktik, ihn zu entern. Die Langeplattformen sind bereits innerhalb des äußeren Verteidigungsringes, und da Curelis mit einem Schlag von Außen rechnet, dürften es die Wachen von draußen vermutlich schwerer haben, wieder rein zu kommen." schlug sie dann vor. "Allerdings ist eure Ankunft hier sicherlich nicht unbemerkt geblieben. Nachdem die beiden Sternenzerstörer kaum zu übersehen sind, könnte er so etwas auch erwarten..."
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