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Die Kopfgeldjägergilde

Es ist egal, woher du kommst oder was für eine Art von Leben du geführt hast, ich weiß bereits einige Dinge über dich. So gut wie du auch mit einer Waffe oder einem Fahrzeug umgehen kannst, du bist bestrebt deine Fähigkeiten zu verbessern. Du wirst ruhelos, wenn du zu lange auf einer Welt bleibst. Du kennst viele Gesetze zahlreicher Sternensysteme, aber du hast kein Interesse daran dieses Wissen im Gerichtssaal anzuwenden. Du bist von Natur aus neugierig, aber besitzt ein vorsichtiges Misstrauen gegenüber den meisten intelligenten Lebensformen. Sofern es die Zeit zulässt, würdest du kein Gebäude betreten, bevor du nicht heimlich jeden Ausgang unter die Lupe genommen hast. Du bist nicht abgeneigt zu kämpfen, um zu bekommen, was du benötigst. Du hast wenig Respekt vor denjenigen, die sich nicht selbst verteidigen können, aber du respektierst ihren ökonomischen Wert, wenn sie zu einem Kopfgeldthema werden. Du verspürst Befriedigung, wenn du Dinge richtig machst. Du bist stolz auf die Art und Weise, wie du dein Geld verdienst.

Woher weiß ich all diese Dinge? Weil wir ähnlich denken. Unsere Berufung verbindet und als Waffenbrüder.

Wir Kopfgeldjäger wertschätzen Informationen und technisches Knowhow. Und egal wie asozial du dich für gewöhnlich fühlst, du weißt, dass es Nachteile gibt, wenn man völlig alleine arbeitet. Du brauchst Verbindungen. Um am Leben zu bleiben und den Job erledigt zu bekommen, benötigst du manchmal Unterstützung und Verbündete, die dir den Rücken freihalten. In anderen Worten, du brauchst die Kopfgeldjägergilde und die Gilde braucht dich.




Die Grundlagen

Unzähligen Holo-Thriller zum Dank ist die beliebte Meinung über Kopfgeldjäger die, dass wir kalte, kalkulierende Individuen sind, welche den Wert einer Person an dem Preis auf ihren Kopf messen. Die meisten Zivilisten, und viele Regierungsbeamte, betrachten uns als schießfreudige Opportunisten. Sie sind sogar dafür bekannt uns als Abschaum zu bezeichnen. Wir kennen die Wahrheit darüber, wer wir sind und was wir tun.


Was Kopfgeldjäger tun
Wir haben den härtesten Job in der Galaxis. Wir verfolgen die gefährlichsten Kriminellen und Mörder, nachdem andere versagt haben und kein anderer sich traut. Wenige Personen erkennen, dass unser Job ein notwendiger ist, ein Job den 'jemand' tun muss. Während Andere zurückschrecken und in Schwachheit und Unentschiedenheit jammern, sind wir diejenigen, welche die Dinge zu Ende bringen.

Aber jeder Kopfgeldjäger muss irgendwann einmal anfangen und ich verstehe, dass du neu bist und noch nicht alles weißt, also erkläre ich dir jetzt, wie das Ganze abläuft. Irgendjemand begeht ein Verbrechen. Das Imperium, die Republik, eine örtliche Regierung, ein Unternehmen oder eine Privatperson gibt eine Anzeige an die Kopfgeldjägergilde heraus und bietet eine Belohnung für die Gefangennahme oder Exekution des Kriminellen. Die Entität, welche die Benachrichtigung herausgegeben hat, wird als Urheber bezeichnet. Der Kriminelle, der das Subjekt der Anzeige ist, wird als Akquise bezeichnet. Die Belohnung ist selbstverständlich das Kopfgeld.

Der Urheber veröffentlicht für gewöhnlich eine Kopfgeldanzeige, weil die örtliche oder regionale Strafverfolgung entweder unfähig oder unwillig ist die Herausforderung selbst anzugehen. Nachdem die Anzeige im Büro der Kopfgeldjägergilde eingegangen ist, entscheidet ein Gildenauftragsgeber, welcher Jäger die Zielperson aufspüren und ergreifen soll. Die Jäger können eine Zuteilung nicht ablehnen.

Der Jäger muss die Zielperson gefangennehmen oder deren Überreste oder andere Beweise des Todes der Zielperson und an eine bestimmte Person, Unternehmen oder Örtlichkeit abliefern, bekannt als der Empfänger. Das Kopfgeld wird gewöhnlich in Credits bezahlt. Entweder bar oder als Direkttransfer an die Kopfgeldjägergilde. Klingt doch einfach, oder? Aber sind wir doch mal ehrlich. Wäre der Job wirklich so einfach, könnte ihn jeder machen. Aber du bist nicht einfach nur irgendwer, du bist ein Mitglied der Gilde.


Missverständnisse über Kopfgeldjäger
Jetzt, wo wir die Grundlagen des Jobs abgedeckt haben, lass uns mal ein paar Missverständnisse darüber, was wir für unser Überleben tun, aus der Welt schaffen.
  • Töten Kopfgeldjäger für Geld?
    Ja, aber nicht willkürlich und nicht bloß zum persönlichen Nutzen. Mitglieder der Gilde akzeptieren Belohnungen für das Töten von Kriminellen, aber auch nur wenn eine gesetzliche Kopfgeldanzeige den Tod der Zielperson erfordert.

  • Sind Kopfgeldjäger Mörder?
    Nein. Mörder töten rechtswidrig.

  • Sind Kopfgeldjäger Attentäter?
    Nein. Attentäter zielen gewöhnlich auf spezifische Individuen aus politischen oder religiösen Gründen und profitieren nicht notwendigerweise von der Ermordung. Viele der so genannten Attentäter haben keine Hemmungen Geld für die Ermordung unschuldiger Personen anzunehmen.

  • Töten Kopfgeldjäger unschuldige Personen?
    Niemals vorsätzlich und nicht ohne Konsequenzen. Mitglieder der Gilde unternehmen jeden Aufwand die Sicherheit von unschuldigen Lebensformen zu gewährlisten und Kollateralschaden zu vermeiden. Wenn ein Unfall passiert, arbeitet die Gilde mit den zuständigen Behörden zusammen und entschädigt im Anschluss gegebenenfalls Unschuldige und ihre Verwandten für speziellen Verlust, Schaden, Krankheit und Tod. Die Gilde ist in dem Geschäft, um Kriminelle zu stoppen, nicht Unschuldige zu verletzen. Die Gilde ist jedoch nicht verantwortlich für Verletzungen, Tode oder Schaden, die während der Jagd durch die Zielperson selbst verursacht wurden.

  • Gilt das Gesetz für Kopfgeldjäger?
    Ja. Noch einmal, Kopfgeldjäger sind Gesetzesvollstrecker und von Gildenjäger wird erwartet, dass sie das Gesetz erfüllen und sich daran halten, ebenso wie an die Gesetze der Gilde. Harte Geldstrafen, Gefängnis, Zwangsarbeitslager und Tod befinden sich unter den Strafmaßnahmen für einen Kopfgeldjäger, der das Gesetz gebrochen hat.

  • Sind Kopfgeldjäger Söldner?
    Absolut nicht. Söldner sind freischaffende Soldaten, welche von fremden Armeen angeheuert werden, um ihnen zu dienen. Kopfgeldjäger haben keine besonders hohe Meinung von jemandem, dessen Loyalität kaufbar ist.

  • Liegen Kopfgeldjäger miteinander im Wettstreit?
    Nicht wenn sie Mitglied dieser Gilde oder einer anderen Gilde sind. Weil Gildenauftragsgeber den Gildenjägern bestimmte Kopfgelder zuweisen, kreuzen sich sich die Wege von Kopfgeldjägern nur selten, aber wenn es passiert, dann sollen sie einander als Verbündete respektieren. Falls ein Nicht-Gildenjäger der Meinung ist, sich in eine autorisierte Gildenjagd einzumischen, dann wird die Gilde dafür Sorge tragen, dass das nie wieder vorkommt.

  • Arbeiten Kopfgeldjäger auch selbstständig?
    Jäger der Gilde dürfen sich um jedes lautere Kopfgeld bemühen, solange die Gilde an erster Stelle steht und einen Anteil an den Einkünften aus unabhängiger Arbeit erhält. Doch denke daran, dass 'selbstständig' zu sein kein schlechtes Verhalten entschuldigt. Du bist kein Auftragskiller, sondern ein Kopfgeldjäger, ein lizensierter Gesetzesvollstrecker - lass dir nichts anderes weismachen! Du bist kein Lohnsklave und nicht käuflich. Verstanden? Gut.




Das Kopfgeldjägerkredo

Alle Kopfgeldjäger kennen das Kredo und die wahren folgen ihm tatsächlich. Verstoße egal wann gegen das Kredo und du wirst nicht mehr lange einer von uns sein. Die sechs Grundsätze des Kredos sind es, was uns Kopfgeldjäger von Leibwächter, Söldner und Schläger unterscheidet.

Der erste Grundsatz: Personen haben kein Kopfgeld, nur Ziele haben ein Kopfgeld.
Überlege – Sobald eine Person einen Preis auf seinen Kopf ausgesetzt bekommt, ist sie nicht länger eine Person. Sie ist eine Akquise. Sie ist feste Handelsware. Das ist es, was die moralischen Kreuzritter nicht über Jäger verstehen. Wir sind nicht die Bösewichte und wir schreiben das Kopfgeld nicht aus. Das Ziel hat die schlimmen Dinge getan. Du bist weder der Richter des Ziels noch sein Gewissen oder seine Mutter. Du bist ein Agent der Gerechtigkeit welcher ihn für das, was er getan hat, einfahren lässt.



Der zweite Grundsatz: Gefangennahme nach Plan, töten bei Notwendigkeit.
Suchposter sagen oft 'Tot oder Lebendig' und manchmal sagen sie einfach nur tot. Daher kannst du töten, wenn der Job dir diese Freiheit lässt. Aber wenn du außerhalb dieser Parameter tötest, dann bist du einfach nur ein Attentäter.

Nun, manchmal verwandeln sich Gefangennahmen in eine Tötung. Schießereien enden böse oder die Beschaffung zieht Selbstmord einem Huttengefängis vor. Dies sind schlechte Ausgänge und sie sind etwas, das du immer vermeiden solltest. Sie lassen dich scheiße aussehen und das lässt uns scheiße aussehen.


Der dritte Grundsatz: Kein Jäger soll einen anderen Jäger töten.
Wenn das Kredo das Ziel von Kopfgeld auf das Niveau von Handelsware senkt, erhöht es den Status von Kopfgeldjäger auf Professionelle. Du versuchst nicht eine Akzession zu töten, solange es nicht Teil des Jobs ist. Du darfst keinen Jäger töten, egal was auch immer.

Die Jagd ist ein konkurrierendes Geschäft, daher muss es immer und immer wieder gesagt werden. Hör zu. Es mag Dutzende von unabhängigen Jägern geben, die an demselben Auftrag arbeiten wie du. Einen von ihnen mit einem Schuss auf den Helm zum Schweigen zu bringen würde es für dich einfacher machen das Kopfgeld sauber und ungehindert einzusacken. Aber du wirst es nicht tun. Warum? Selbst ein schäbiger Jäger ist noch immer ein Jäger.

Auf der anderen Seite. Ein Jäger, welcher aus unserer Gemeinschaft durch einen Beschluss geworfen wurde, ist nicht länger ein Jäger. Das heißt – auf sie ist Jagdzeit.


Der vierte Grundsatz: Kein Jäger soll sich in die Jagd eines Anderen einmischen.
Falls du denkst, dass der dritte Grundsatz schon schwer zu schlucken war, dann wird dir dieser im Magen brennen. Aber es ist kein Geheimnis, warum er benötigt wird. Kopfgeldjagd ist eine sorgfältige Sache. Es kann Monate an Vorbereitung kosten das Versteck des Ziels zu lokalisieren. Entehre einen anderen Jäger nicht, indem du ihm in die Quere kommst. Wir haben schon genug Ärger mit den profitsaugenden Jägersaboteuren.


Der fünfte Grundsatz: Während der Jagd nimmt man entweder gefangen oder tötet. Niemals beides.
Nichts mit dem 'Getötet während versucht zu fliehen'-Mist. Auch nicht mit einem Zwinkern und dem süffisanten Grinsen wie es das Imperium so gut beherrscht. Wenn du lebend gefangen nimmst, dann liefer lebend ab. Jäger sind keine Mörder.


Der sechste Grundsatz: Kein Jäger soll einem anderen Jäger die Hilfe verweigern.
Es ist in diesem Kredo niedergeschrieben, dass ein Jäger einem Rivalen aushelfen muss, wenn er darum gebeten wird und jeder wahre Jäger wird diese Anweisung anerkennen. Niemand erwartet jedoch, dass deine Hilfsbereitschaft unbelohnt ablaufen wird. Wenn du ihm hilfst einen dicken Brocken zu fangen, dann kannst du zehn bis vierzig Prozent des Kopfgelds erwarten (je nachdem wie viel wer geleistet hat). Das macht die Dinge fair und profitabel. Gehe einfach nur sicher, dass du vor dem Takedown der Teilung zugestimmt hast.
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Die Kopfgeldjägergilde - von Protokolldroide - 05.01.2020, 23:44