#3
Geschosse hämmerten. Blasterfeuer zermalmte die Luft mit schnellem Tod und Leichen säumten das Feld einer falschen Ehre. Es herrschte Krieg auf dieser Welt. Eine einfache Konsequenz eines wachsenden Albtraumes. DT-9255 mit seiner Einheit rückte unter Beschuss auf einen Bunker der feindlichen Kräfte vor. Ihr Auftrag war klar. In seinem Visier spiegelten sich die Gesichter, der bereits getöteten Feinde, die unter seinem Feuer gebrochen waren. Im aufrechten, dennoch leicht geduckten Gang, hielt er seine Blasterwaffe mit beiden Händen. Seine Einheit folgte in weiter Formation. Vor ihm krauchte flehend ein Gegner, der mühsam seine beiden Hände empor hob, um sich zu ergeben. Doch der Befehl war klar. Mit einem aufgesetzten Schuss auf den Kopf des Feindes, streckte er auch diesen nieder. Der Trooper rückte vor und nur sein trostloses Atemkeuchen drang aus dem Helm. Der Soldat war belastet und sein Körper reagiert mit Ausschüttung von Adrenalin. Doch sein Verstand blieb kalt und berechnend. Er fühlte nichts. Doch etwas war anders. Eine Granate explodierte in einiger Entferung und schleuderte Dreckbrocken gegen seine Rüstung. Mit einer hektisch-deutenden Armbewegung deutete er zur feindlichen Stellung, die leicht unter Dreck begraben war. Es war der Bunker, den es einzunehmen galt. Es gab kaum noch Widerstand. Wer fliehen konnte, floh in die entgegensetzte Richtung aus der die jeweiligen Todestruppen kamen. Der Lieutenant ohne Namen, nur mit Kennung, blaffte verschlüsselte Befehle in seinen Helm und die Einheit rückte in Salven feuernd auf den Bunker vor. Aus jenem fiel nur und ungezieltes Feuer, welches schlicht den Boden zermürbte, um Erde aufzuwirbeln. Wieder prasselte Erde auf seinen Helm und das dumpfe Geräusch ließ ihn doch etwas fühlen. Sein Augenlicht verschwamm und die Situation wollte nicht mehr ganz zu den eingeplanten Szenarion zu passen, die er kannte. Die Konditionierung versagte für einen Atemzug, indem er sich frei von einem militärischen Muster umblickte. Die Todestruppen unter seinem Befehl erreichten die Stellung, zerstörten eine Stacheldrahtsperre mit einem Detonator und drangen in den Nahbereich ein. Eine schwere Tür schien den Eingang in das einfache Gebäude aus grauem Mauerwerk zu versperren. Rauch stieg in sein Gesicht, verweht vom Wind und der Filter seines Helmes tat seine mechanische Arbeit. Der Soldat konnte ohne Beeinträchtigung atmen, auch wenn die Luft künstlich rein schmeckte und für seine Emotion machte er jene Reinheit verantwortlich. Die Todestruppe konnte sich diese versteckten Gedanken nicht erklären, die seine übliche Programmierung überliefen und ein Gefühl etablierten, was er bisher noch nicht kannte: Angst. Sein Herz schlug schneller, während seine Hände sich erneut fest um den Handgriff sowie den Lauf schlossen. Codierte Befehle drangen in seinen Helm über die Kom-Verbindung und die anderen Imperialen fragten nach Befehlen. DT-9255 antwortete und schließlich rückte man mit geübten Schritten an die Tür heran. Gerade wollte man die Sprengladung an der Tür anbringen, als sich diese öffnete und ein Mann mitsamt seiner Familie heraustrat. Erfahren traten die imperialen Elitesoldaten zurück und bildeten einen Schützenkreis, um die Bedrohung. Auch 9255 eiferte dem etablierten Bild des mechanischen Kampfdrills nach und hob seine Waffe. Der Mann, dem sich nun weitere Freiheitskämpfer anschlossen, trat - seine Familie hinter sich verbergend - auf die Death Trooper zu. Diese feuerten jedoch nicht, da ihnen ein entsprechendes Kommando fehlte. Sie agierten nicht frei und warteten auf Befehle oder eingeplante Muster. "Sie können mich haben aber lasst die Soldaten und meine Familie gehen," erklärte der Mann in zerschlissener Uniform, die teilweise oliv und orange war. Auf ihr fanden sich diverse Abzeichen und auch ein Emblem der Rebellenallianz. DT-9255 versuchte immer noch zu verstehen, was mit ihm selbst geschah, während seine Männer, auch hörbar für die Außenstehenden, nach Befehlen fragten, obwohl auch diese Worte durch den Vocoder in verschlüsselten Tonbrei gerieten. Der Todestruppen-Offizier verstand, klar und deutlich, was verlangt wurde. Die Mission musste erfüllt werden. Sein Helm entschlüsselte die Kommunikation und sein Drill antwortete. "Feuer," war in der Verschlüsselung verborgen, die aus seinem Vocoder brach. Die Trooper eröffneten das Feuer auf die Umschlossenen, die unter dem heftigen Beschuss, der nicht abebbte, bis jeder eindeutig zu Boden gegangen war. Auch DT-9255 feuerte mit gekrümmten Abzugsfinger. Doch seine Angst wollte nicht weichen. Eine Fehlfunktion seiner Konditionierung. Der Offizier konnte nicht verstehen und hoffte darauf, dass bei und nach der Nachbehandlung eine Korrektur an seinem System vorgenommen werden konnte. Musste er erneut auf spezielle Meds eingestellt werden, die solche Emotionen unterdrückten? Etwas war defekt und dieser Zustand stellte eine Gefahr dar. Insofern verbarg DT-9255 seinen Fehler vorerst, damit die Soldaten nicht in einen Back-Up-Drill verfielen, der mitunter weniger effizient war, da es ihnen an klarer Führung mangeln würde. Er trat an die rauchenden Leichen heran, kniete sich hinab, um beim Anführer der Feinde nach Lebenszeichen zu suchen. Mit seiner Hand drehte er den Körper um, scannte mit seinem HUD die geöffneten Augen und der versteckte Computer meldete, dass entsprechendes Ziel tot war. Mission beendet. Mit einem Keuchen aus seinem Helm, erhob er sich wieder, wagte noch einen Blick über das Schlachtfeld und wieß dann mit einer erneuten Handbewegung den Weg zurück aus. Ein verbal-zerhackter Befehl folgte und die Death Trooper rückten ab. Ein Lambda-Shuttle flog bereits aus einiger Entfernung am Horizont heran.
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