#1
Krieg. Immer auch ein Kampf von Deutungsheiten sowie Eitelkeiten. Wo Grenzen lagen, lagen auch immer Ideen dahinter. Wahrheit verschob sich mit ihnen. So auch auf Ripoblus, einer Welt im Sepan-System. Einer Welt, die von einem überaus grausamen Konflikt zwischen zwei Fraktionen erschüttert worden war. Armeen waren zerrieben worden, Bürger getötet worden, ohne wirklich zu wissen, wofür. Nur aufgestachelte Hetzer auf beiden Seiten gierten nach ihrer vermeindlichen Wahrheit. Ihre drohenden Fäuste lagen noch immer in der Luft, mit aller Macht wollten sie erneut die Entscheidung suchen, um das Ziel der Dominanz über das Sepan-System zu erringen.

Auch so sehr die Wünsche verschwiegen wurden, dass die Soldaten nach Hause kamen. So sehr der Wunsch bestand, dieser Welt zu zeigen, das Frieden eine echte Möglichkeit war, blieb die Wahrheit weit entfernt von diesem Ort. Stattdessen sammelten sich wieder Kämpfer, Krieger und Soldaten, um für ihre Sache zu kämpfen. Ein Fehler, der vorallem mit den Träumen der Kinder dieser Welt bezahlt wurde. Wie geschrieben in Beton wirkten alle ihre Tränen als sich die Fraktionen sammelten und ihre Väter, Brüder und Söhne verabschiedeten. Wie Spielzeugsoldaten reihten sie sich in den Städten auf. Die Marktplätze und Plazas wirkten, wie eine Spielzeugkiste von wahnsinnigen Narren. Reden drückten, wurden gehalten. Dieses Spiel war ernst. So ernst, dass der stillgelegte Konflikt vor dem erneuten Ausbruch stand. Unversöhnlichkeit war der Zustand.

Der Imperiale Geheimdienst hatte sein Beiwerk dazu getan. Mit grausamer Präzision hatte er seine Funktionsträger entstandt, um beide Fraktionen mit Waffen auszustatten. Die eine mehr, die andere weniger aber durch den sprunghaft angestiegenen Waffenanteil, sahen sich beide Seiten wieder im Stande, Männer unter Waffen zu stellen. Eine Waffe fand immer ihren Krieg. Einige Philosophen der alten Zeit sprachen davon, dass der Himmel der Macht, ein Platz auf jeder Welt war. Ein Himmel, ein Paradies für jedes Lebewesen, welches fühlte. Doch wenn man Sepan betrachtete, schien diese Behauptung falsch zu sein. Hass wuchs, Neid und Missgunst waren unheilige Gewächse in den Gesellschaften zwischen den Planeten Dimok und Ripoblus. Nur die Sterne über der Welt schienen noch Vertrauen zu haben. Ihr Licht, so frech und durchdringend, strahlte unvermindert ein.

Im Schutze der Nacht landeten mehrere Shuttles ohne Hoheitskennung auf einem notdürftig gebildeten Landefeld in der Nähe der Hauptstadt. Nur winzige Lichter an den Tragflächen der Lambda-Typen schienen die Beleuchtung zu sein. Die Rampe des ersten Shuttles öffnete sich und zwei Männer in durchschnittlicher ziviler Kleidung traten hinaus. Beide trugen eine schwere graue Kiste, die mit zwei Riegeln verschlossen war. Diese Szene war symptomatisch für die anderen Szenen, die sich an den Raumschiffen dahinter wiederholten.

"Agon," schimpfte die eine Person, die mühsam den Haltegriff hochstemmte.

"Ja," war die Antwort des etwas dickeren Kollegen, die gerade das Löschen der Ladung durchführten.
"Diese Mission schmeckt mir nicht."

"Warum?"

"Zitadelle will Waffen an einen noch warmen Konflikt durchführen."

"Und? Ich kann die Gründe verstehen. Ein paar Blaster könnten uns hier schnell politisches Gewicht verschaffen."

"Gewicht auf Blut?"

"Na und? Junge, bleib' mal locker. Es sind doch nur ein paar Waffen an die uns zugeneigte Regierung. Wir helfen ihnen."

"Hilfe?"

"Ja, und jetzt denke nicht so viel nach. Ausladen, Kontaktperson anrufen und verschwinden. Ganz einfach."

Mit einem Grummeln des jungen Mannes, der die kritischen Fragen gestellt hatte, wurde die erste Kiste abgestellt. Weitere folgten, bis sich eine ansehnliche Sammlung aus verschieden großen Kisten angehäuft hatte. Dann rief Agon, wohl Leiter der Operation, mit seinem Kom eine unbekannte Person an, die wenig später aus dem Dunkel der Nacht auftauchte.

"Die Lieferung?"

"Ja," antwortete Agon und öffnete eine kleinere Kiste. Darin fanden sich sauber in Plastik verpackt und aufgereiht fabrikfrische E-11-Blaster des militärischen Kalibers. Die roten Markierungen auf den Waffen zeigten sogar an, dass es die neuesten Modelle waren, mit einer höheren Feuerkraft. Der Kontaktmann nickte. "Mein Freund ist zufrieden." Alle Anwesenden wussten, wer damit gemeint war. Dann rollten zwei größere Kettenfahrzeuge heran, öffneten zischend ihre Luken und Uniformierte in Farben der Ripoblus-Fraktion luden die Kisten ein.
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#2
Staub im Gesicht, Blut schmeckend, stürmte der Soldat durch den Rauch der einschlagenden Granaten. Splitter prasselten an seine Panzerung, durchschlugen sie an einigen Stellen, so dass er sein Gesicht vor Schmerzen verzog. Sturm war die Devise. Ein Sturm der gesamten Brigade gegen die feindlichen Stellungen. Gewehrsalven hämmerten, dröhnten hinab von den Betonwänden. "Auf ihren Knien stehen sie nicht mehr so hoch," funkte jemand, während er bereits die ersten Stacheldrahtverschläge überwand. Wieder Einschläge. Bäume brannten zu Asche, so dass ihre Blätter in einem sanften Regen niedergingen. Häuser am Horizont waren längst Ruinen, zerschlagen und zertrümmert von wechselndem Beschuss. Man kämpfte um Trümmer, in denen noch Leben hauste. Bürger, die sich in Keller geflüchtet hatten, ihre Kinder schützend, suchten sie Flucht und Überleben. Die beiden Armeen prallten unablässig aufeinander. Jegliche Verhandlungen der Blöcke waren gescheitert und die letzten Waffenlieferung hatten das Gleichgewicht endgültig gebrochen. Nun fühlten sich beide Parteien bereit, die Lösung für den Konflikt zu suchen. Die Lösung war gnadenlose Gewalt. Leer waren die Worte geworden, es sprach nur noch das E-11. "Aaah," schrie der Soldat, als er seine Waffe hochriss, um ungezielt auf den Beton der Stellung vor ihm zu feuern. Wieder eine Granate unweit seiner Person, zerfetzte eine kleine Gruppe in biologische Fetzen. Ein Arm landete vor ihm, so dass er ihn am Boden festrat, als er weiter rannte. Immer weiter. Es gab kein zurück. Adrenalin drückte auf seine Augen. Der Blick verschwamm. Abdrücken. Der Finger krümmte sich und die Salve fand ihr Ziel. Ein Feind wurde im Gesicht getroffen, er schrie. Sein halbes Gesicht war zerissen, das Augen zerstört. Leider nicht tot. Er sank zurück hinter den Beton, sein Nebenmann legte auf den Soldaten an. Auch sein Finger krümmte sich. Tödlich Energie entfaltete sich, traf ihn aber nicht, da seine Bewegung ein unklares Ziel abgab. Der Stacheldraht war erreicht, Leichen und Sterbende hatten sich darin verwickelt. Blut tropfte in den Boden, so dass Fliegen bereits ihre Kreise zogen. Hölle war die Definition eines Anblickes, wie diesen. Ein Mann wurde von Phosphor getroffen, torkelte zurück, als sie sich sein Fleisch entflammte und sein Körperfett Brandbeschleuniger wurde. Er schrie, rief nach Rettung, als seine Uniform in Flammen aufging. Dann brach er zusammen als die Luft in seiner Lunge verpuffte und seinen Oberkörper in zwei Hälften trennte. Doch der Soldat sprang mit einem Satz über den Stacheldraht vor den Beton, rutschte aus und schlug auf den Boden auf. Seine Kniescheibe zerschmetterte, Schmerz durchflutete ihn. Nun lag er vor der Stellung. Für seine Konfliktpartei war er bereit, alles zu geben. Kämpfen. Mehr Kämpfen. Mehr Gegner mussten auf die Knie gebracht werden. Mit einem vorsichtigen Griff schob er die Knieschiebe in ihre Grundposition zurück. Und noch immer brannten die Bäume und Häuser. "Das Imperium fällt," donnerte seine Stimme, wie das Waffenfeuer, welches wie Wellen um ihn wogte. Weiter. Jetzt. Robbend erreichte er den Vorsprung, zog sich am Beton hoch und rollte sich im Graben aus. Feinde erstaunt, versuchten ihn im Nahkampf zu binden. Zu seinem Unglück hatte einer der Feinde bereits sein Kampfmesser in der Hand, um es in seinem Hals zu versenken. Mehrfach von Angst zerfressen, von Staub vernebelt, als auch schmutzih, stach er zu, bis ihm das Blut über die Hände lief. Der Soldat sackte auf dem Boden zusammen, ließ seine Waffe fallen, welche mit einem dumpfen Schlag landete. Der Gegner betrachtete den unwirklichen Moment. Blut füllte den Boden und auch seine Seele. Als, was er sah, war Korruption und Lüge. Auf ihren Knien wirkten sie nicht mehr so groß.
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#3
Geschosse hämmerten. Blasterfeuer zermalmte die Luft mit schnellem Tod und Leichen säumten das Feld einer falschen Ehre. Es herrschte Krieg auf dieser Welt. Eine einfache Konsequenz eines wachsenden Albtraumes. DT-9255 mit seiner Einheit rückte unter Beschuss auf einen Bunker der feindlichen Kräfte vor. Ihr Auftrag war klar. In seinem Visier spiegelten sich die Gesichter, der bereits getöteten Feinde, die unter seinem Feuer gebrochen waren. Im aufrechten, dennoch leicht geduckten Gang, hielt er seine Blasterwaffe mit beiden Händen. Seine Einheit folgte in weiter Formation. Vor ihm krauchte flehend ein Gegner, der mühsam seine beiden Hände empor hob, um sich zu ergeben. Doch der Befehl war klar. Mit einem aufgesetzten Schuss auf den Kopf des Feindes, streckte er auch diesen nieder. Der Trooper rückte vor und nur sein trostloses Atemkeuchen drang aus dem Helm. Der Soldat war belastet und sein Körper reagiert mit Ausschüttung von Adrenalin. Doch sein Verstand blieb kalt und berechnend. Er fühlte nichts. Doch etwas war anders. Eine Granate explodierte in einiger Entferung und schleuderte Dreckbrocken gegen seine Rüstung. Mit einer hektisch-deutenden Armbewegung deutete er zur feindlichen Stellung, die leicht unter Dreck begraben war. Es war der Bunker, den es einzunehmen galt. Es gab kaum noch Widerstand. Wer fliehen konnte, floh in die entgegensetzte Richtung aus der die jeweiligen Todestruppen kamen. Der Lieutenant ohne Namen, nur mit Kennung, blaffte verschlüsselte Befehle in seinen Helm und die Einheit rückte in Salven feuernd auf den Bunker vor. Aus jenem fiel nur und ungezieltes Feuer, welches schlicht den Boden zermürbte, um Erde aufzuwirbeln. Wieder prasselte Erde auf seinen Helm und das dumpfe Geräusch ließ ihn doch etwas fühlen. Sein Augenlicht verschwamm und die Situation wollte nicht mehr ganz zu den eingeplanten Szenarion zu passen, die er kannte. Die Konditionierung versagte für einen Atemzug, indem er sich frei von einem militärischen Muster umblickte. Die Todestruppen unter seinem Befehl erreichten die Stellung, zerstörten eine Stacheldrahtsperre mit einem Detonator und drangen in den Nahbereich ein. Eine schwere Tür schien den Eingang in das einfache Gebäude aus grauem Mauerwerk zu versperren. Rauch stieg in sein Gesicht, verweht vom Wind und der Filter seines Helmes tat seine mechanische Arbeit. Der Soldat konnte ohne Beeinträchtigung atmen, auch wenn die Luft künstlich rein schmeckte und für seine Emotion machte er jene Reinheit verantwortlich. Die Todestruppe konnte sich diese versteckten Gedanken nicht erklären, die seine übliche Programmierung überliefen und ein Gefühl etablierten, was er bisher noch nicht kannte: Angst. Sein Herz schlug schneller, während seine Hände sich erneut fest um den Handgriff sowie den Lauf schlossen. Codierte Befehle drangen in seinen Helm über die Kom-Verbindung und die anderen Imperialen fragten nach Befehlen. DT-9255 antwortete und schließlich rückte man mit geübten Schritten an die Tür heran. Gerade wollte man die Sprengladung an der Tür anbringen, als sich diese öffnete und ein Mann mitsamt seiner Familie heraustrat. Erfahren traten die imperialen Elitesoldaten zurück und bildeten einen Schützenkreis, um die Bedrohung. Auch 9255 eiferte dem etablierten Bild des mechanischen Kampfdrills nach und hob seine Waffe. Der Mann, dem sich nun weitere Freiheitskämpfer anschlossen, trat - seine Familie hinter sich verbergend - auf die Death Trooper zu. Diese feuerten jedoch nicht, da ihnen ein entsprechendes Kommando fehlte. Sie agierten nicht frei und warteten auf Befehle oder eingeplante Muster. "Sie können mich haben aber lasst die Soldaten und meine Familie gehen," erklärte der Mann in zerschlissener Uniform, die teilweise oliv und orange war. Auf ihr fanden sich diverse Abzeichen und auch ein Emblem der Rebellenallianz. DT-9255 versuchte immer noch zu verstehen, was mit ihm selbst geschah, während seine Männer, auch hörbar für die Außenstehenden, nach Befehlen fragten, obwohl auch diese Worte durch den Vocoder in verschlüsselten Tonbrei gerieten. Der Todestruppen-Offizier verstand, klar und deutlich, was verlangt wurde. Die Mission musste erfüllt werden. Sein Helm entschlüsselte die Kommunikation und sein Drill antwortete. "Feuer," war in der Verschlüsselung verborgen, die aus seinem Vocoder brach. Die Trooper eröffneten das Feuer auf die Umschlossenen, die unter dem heftigen Beschuss, der nicht abebbte, bis jeder eindeutig zu Boden gegangen war. Auch DT-9255 feuerte mit gekrümmten Abzugsfinger. Doch seine Angst wollte nicht weichen. Eine Fehlfunktion seiner Konditionierung. Der Offizier konnte nicht verstehen und hoffte darauf, dass bei und nach der Nachbehandlung eine Korrektur an seinem System vorgenommen werden konnte. Musste er erneut auf spezielle Meds eingestellt werden, die solche Emotionen unterdrückten? Etwas war defekt und dieser Zustand stellte eine Gefahr dar. Insofern verbarg DT-9255 seinen Fehler vorerst, damit die Soldaten nicht in einen Back-Up-Drill verfielen, der mitunter weniger effizient war, da es ihnen an klarer Führung mangeln würde. Er trat an die rauchenden Leichen heran, kniete sich hinab, um beim Anführer der Feinde nach Lebenszeichen zu suchen. Mit seiner Hand drehte er den Körper um, scannte mit seinem HUD die geöffneten Augen und der versteckte Computer meldete, dass entsprechendes Ziel tot war. Mission beendet. Mit einem Keuchen aus seinem Helm, erhob er sich wieder, wagte noch einen Blick über das Schlachtfeld und wieß dann mit einer erneuten Handbewegung den Weg zurück aus. Ein verbal-zerhackter Befehl folgte und die Death Trooper rückten ab. Ein Lambda-Shuttle flog bereits aus einiger Entfernung am Horizont heran.
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#4
Das Shuttle ruckelte. Die Bewegung durch die Atmosphäre ließ das Material seltsam brummen und gelegentlich sank das Schiff ein paar Meter in die Untiefen der Luft ab, die das Schiff hinauf trug. Einheit 9255 saß regunglos auf dem Sitz in der Truppenkabine mit dem durch den Helm verstellten Blick auf seine Kameraden gerichtet. Auch diese hielten ruhig ihre sitzende Position und die Gurte, welche fest über ihre Oberkörper gespannt waren, verhinderten, dass sie von den festen Sitzen rutschten, die aus schwarzem Plastoid gefertigt waren. Wie Maschinen, gleichsam Droiden, unterhielten sie sich nicht und erduldeten die Stille gleichgültig. Nur die Atmung, welche durch den Filter geatmet wurde, gab ein rythmisches Geräusch von sich und erlaubte den Verdacht, dass diese Einheiten noch lebendig waren. Irgendwie waren sie das auch. Einheit 9255 ging die letzte Mission durch. Nicht offensichtlich aber in seinen verbliebenen Gedanken. Er suchte nach Fehlern sowie Unstimmigkeiten, die er korrigieren konnte. Etwas passte nicht ins Bild und ließ den Soldaten im Rahmen seiner reduzierten Möglichkeiten unruhig zurück. Etwas fehlte. Eine Kleinigkeit schien nicht ins Muster zu passen, welches ihm stets eine Hilfe war. Dieses Etwas ließ ihn seinen Kopf drehen, löste die Starre, die ihn in dieser Position befallen hatte; sie alle befallen hatte. Der Kopf drehte sich von Links nach Rechts. Er schien etwas zu suchen. Diese Einheit entdeckte etwas in den toten Masken der Helme, was seine veränderten Augen zucken ließ. Das kalte Herz schlug mit falscher Information. Die mechanischen und bio-gebauten Implantate konnten nicht unterbrechen, welche Zerstörung sich entfaltete. Geheimnisse hatten immer die Angewohnheit, dass sie aufbrachen und sich wahrhaftig machten. Ein Geheimnis zeigte sich dem Trooper, der nicht müde aber auch nicht wach war. Die mechanische Didaktik seines gedrillten und neu zusammengesetzten Verstandes konnte nicht mehr in den Parametern funktionieren, wie sie angedacht waren. Ein Gewicht legte sich auf seine Rüstung, die sein wahres Selbst geworden war. Er war der Wolf und Jäger der Beute, welche stets floh. Mit einem Handgriff öffnete er den Verschluss seines Helmes, welcher einen Druckausgleich vollführte und mit einem Zischen signalisierte, nun entriegelt zu sein.

Einheit 9255 nahm verbotenerweise ihren Helm ab und legte diesen vor sich auf den Schoß. Ein frostiges Gesicht, entzogen jeder Menschlichkeit, wie eine Wachsmaske, zeigte sich. Die Augen waren ergraut und schienen in einem künstlichen Licht zu funkeln. Auf seinem Nacken befand sich Strichcode, der von einem imperialen Speichenlogo geziert wurde. Ferner zogen sich über seine Schläfen graue Flecken, die Kabel unter der Haut abzeichneten und die Augen einzurahmen schienen. Die Lippen zeigten keine blutige Farbe und wirkten matt. Eine Leiche zeigte sich, die ihren eigenen Tod vergessen hatte. Die Augen erstrahlten im diesigen Licht des Shuttles, während sich die Pupillen mechanisch öffneten und das Bild klarer werden ließen. Einsamkeit umspielte das Gesicht. Die anderen Einheiten in ihren schwarzen Rüstungen blickten simultan, wie gesteuert, in seine Richtung und starrten durch ihre Linsen in seine Richtung, doch taten keine weitere oder zeigten eine andere Reaktion aus dieser. Ihre technischen Geister verarbeiteten einen Fehler in den Parametern. Einheit 9255 verließ die Konformität. Die Strafe für ein Leben, welches längst genommen war, war einsame Stärke, die ein einziges Geheimnis hatte. Ein Geheimnis, das stets das Ende eines neuen Selbst war. Informationen wurden verarbeitet und brachen nicht mehr Wahrheit ein, sondern hinterließen nur eine weitere Lücke im Programm. Die Narretei der Ordnung war offensichtlich. Was nicht passte, konnte nicht mehr in korrekte Struktur gezwungen werden. Dieser Death Trooper war defekt. Nicht kritisch beschädigt oder ein Ausfall aber ein Defekt zeichnete sich ab. Einheit 9255 holte Luft mit seinen eigenen Lungen, ohne Filter und Unterstützung durch jene Kriegstechnik. Es war ein Atemzug seiner Seele, die gefangen war in diesem Fleisch, welches durch das Imperium geformt war. Seine Existenz war selbst ein Verbrechen und ein Vergehen gegen jede Moralität und so kannte er selbst auch keine Moral mehr, da seine Parameter nur kalte Effizenz kannten. Sein Verstand war reduziert auf wenige Faktoren eines einstigen Wesens: Auftrag erhalten. Auftrag verstehen. Auftrag ausführen. Auftrag beenden. Diese Soldaten waren die tödliche Macht und die gewünschte Perfektion gegen jene Unordnung der Galaxis. Sie hatten keinen Zweifel oder sorgten sich um weltliche Dinge. Diese Einheiten waren nur verbunden durch ihre Aufträge und herzlose Mechanik. Was sahen die veränderten Augen der Einheit 9255? Sahen sie Leben oder sahen sie nur zu verarbeitende Eindrücke? Bessere Droiden waren sie. Gepeinigt durch die Unfähigkeit nicht emotional reagieren zu können, setzte der Soldat seinen Helm auf, der sich verschloss und ihn wieder in die Reihe der Truppen eingliederte. Die anderen Einheiten nahmen dies wortlos zur Kenntnis und richteten ihre Blicke wieder gerade aus. Eine stille Akzeptanz, dass ihr Anführer wieder in ihre Reihen zurückgekehrt war.

Das Imperium war zerstörerisch und zerstörte nicht nur Leben mit Tod, sondern zerstörte auch den Wert eines Lebens mit diesen maschinellen Monstern aus Fleisch, Gehirnwäsche und Kybernetik. Das Shuttle erreichte seinen Ausflugvektor und die Langstreckenkommunikation etablierte sich. Eine Prioritätsmeldung erschallte durch einen schrillen Ton und wurde dem Lieutenant durchgestellt, welcher seinen Arm ausstreckte, um auf dem Display seiner Rüstung den Kanal freizugeben. Ein kleines Hologramm offenbarte sich in seiner Handfläche, da diese Nachricht an alle anwesenden Truppen gerichtet war. Es war ein Offizier des Geheimdienstes, welcher nicht klar zu erkennen war, da das Gesicht durch einen Filter verrauscht war. "Code Sigma-Alpha 712," fragte der Offizier. "Bitte um Bestätigung." Einheit 9255 richtete seinen Kopf auf und fixierte das Hologramm. Mit einer Bewegung seiner freien Hand deaktivierte der Soldat seinen Voicescrambler und sagte mit gleichgültiger Stimme, die immer noch verzerrt war aber verständlich: "Code bestätigt. Beta-Epsilon 874." Der Offizier verschränkte seine Arme hinter dem Rücken und hielt sich nicht lange mit Formalitäten auf. Es war ohnehin nicht notwendig, da diese Death Trooper nicht für ein derartiges Protokoll vorgesehen waren. "Es ist ein Bauteil einer wichtigen Waffe entwendet worden. Der letzte bekannte Aufenthaltsort war Corellia. Sie werden Coronet auf Corellia aufsuchen, den Vorstand der Tell Werke vollständig eliminieren. Alle Personen des Vorstandes gelten als Störer und Gefährder. Lethale Gewalt ist freigegeben. Danach werden sie die Daten des Hauptkernes der Werke sichern und sich mit einem Zifferagenten treffen, der sie weiter instruieren wird. Er befindet sich im Imperialen Hauptquartier und wird auf sie zukommen, sobald sie das HQ betreten. Ihre Einheit wird bereits nach Corellia verlegt. Ende der Kommunikation. Auftrag bestätigen," sprach der Offizier und wartete noch einen Moment, bevor er die Kommunikation einstellte. "Auftrag verstanden und bestätigt," antwortete Einheit 9255 und somit endete die Kommunikation. Das Hologramm in seiner Handfläche schaltete sich ab und verschwand im Nichts. Somit konnte der Todesoldat wieder seinen Voicescrambler aktivieren. Der Lieutenant richtete seinen Kopf wieder gerade aus. Der Auftrag war gegeben und würde ausgeführt. Corellia war das nächste Ziel der Einheit.
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#5
cf: Corellia Orbit

Kurze Zeit nach Erhalt der Nachricht hatte Cato bereits begonnen einen Teil der 83. Legion für die kommende Mission vorzubereiten. Die aktuelle Lage auf Corellia ließ es nicht zu, dass die ganze Einheit versetzt wurde, so musste TX-9941 sich damit begnügen ein Regiment mit sich zu führen. Nach kurzer Besprechung mit seinen Offizieren wurde beschlossen, dass das 1. Regiment nach Ripoblus entsandt werden würde. Cato hat diesen Teil seiner Legion nicht ohne Grund ausgewählt. Die Frauen und Männer des 1. Regiments gehörten zu den besten und fähigsten Soldaten der 83. TK-8365 hielt in Catos Abwesenheit das Oberkommando über die Legion und sollte für die Sicherstellung der öffentlichen Ordnung auf Corellia sorgen. Beide Offiziere befanden sich im Hangar der Dies Irae und beobachteten wie die verschiedenen Battallione verschifft und abtransportiert wurden. „Ich wünsche ihnen viel Glück, Sir!“, eröffnete Merryk das Gespräch ohne seinen Blick von den Transportern abzuwenden. Cato nickte, „Passen Sie gut auf sie auf.“, entgegnete der Befehlshaber der seinen Blick nun auf Merryk richtete. „Wir können uns ein solches Versagen nicht ein weiteres Mal leisten. Lassen Sie sich nicht von den lokalen Behörden und Institutionen dazwischenfunken. Der Wille des Imperators muss durchgesetzt werden!“, fuhr er fort und legte seinem stellvertretenden Kommandanten eine Hand auf die Schulter, „Ich vertraue Ihnen, machen Sie Imperator und Imperium stolz.“. TK-8365 nickte seinem Vorgesetzten zuversichtlich zu. Er hatte eine Veränderung in seinem Kommandanten bemerkt. Nach Korriban wirkte Cato zerstreut und betrübt, doch nach seiner Verletzung schien der alte Colonel wieder da zu sein. Entschlossen und mit eisernem Willen.

Cato selbst spürte die neue Zuversicht in sich. Auch seine Einstellung hatte sich verändert. Sein Streben nach Ruhm war vergangen und einem kalten Drang nach der Vernichtung der Feinde des Imperators gewichen. Es war kalte Logik, die Rebellion musste sterben, ansonsten würde das Imperium dies tun. Nachdem sämtliche Sturmsoldaten verfrachtet wurden betrat auch Cato die Lambda Fähre welche ihn und seine Offiziere auf den Acclamator bringen sollte der sie nach Ripoblus transportieren würde.

Auf dem Transport angekommen setzte dieser sogleich Kurs auf die aufständische Welt welche Ziel der Gerechtigkeit des Imperators werden sollte. Cato studierte während der Reise ein Datapad welches ihm für weitere Informationen bereitgestellt wurde. Während die Hauptstadt und die wichtigsten Produktionsstätten bereits unter Kontrolle waren musste die Außenbezirke befriedet werden. Er plante einen schnellen und harten Angriff auf die Stellungen der Rebellen. Dennoch kämpfte er noch immer mit der eingeschränkten Sicht dank des fehlenden Auges. Ab und zu vergriff er sich, so zum Beispiel als er seine Offizierskappe aufsetzen wollte. Doch mit jedem Mal gewöhnte er sich an den Umstand.

Über Ripoblus angekommen wurde das 1. Regiment sofort auf die Planeten Oberfläche gebracht. Im Hauptquartier der imperialen Streitkräfte sammelten sich die Sturmsoldaten um sich auf den Bevorstehenden Angriff vorzubereiten. Cato war unterdessen auf dem Weg zum Quartier des befehlshabenden Offiziers um weitere Befehle zu erhalten. Angekommen salutierte er vor dem General wie er an den Insignien auf der Brust des Offiziers erkennen konnte, „Colonel TX-9941 meldet sich zum Dienst. Wie lauten unsere Befehle General?“.
It is better to die for the Emperor than to live for yourself.

There is only the Emperor, and he is our shield and protector.
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#6
Der General wirkte seltsam abwesend, fast apathisch, als er vom Sturmsoldaten angesprochen wurde. Es dauerte eine Weile bis dieser wirklich reagierte. Sein Gesicht wies einige Splitternarben aus von diversen Granaten und Querschlägern, die auf Ripoblus wohl so etwas, wie Wetter waren. "Colonel," grüßte der Offizier mit kratzig-sandiger Stimme. "Befehle? Ich denke, dass sich die insoweit geändert haben, dass dieser Bürgerkrieg auf Sepan und Riboplus vollständig außer Kontrolle geraten ist," erklärte der Mann, der seine Mütze abnahm und einen Klebeverband auf seinem rasierten Schädel offenbarte. "Ich gebe ihnen ein Status-Update. Unsere Verbündeten konnten viele Siedlungen und Städte der Gegenseite einnehmen aber die verübten Massaker und Exekutionen von vermuteten Feinden, stachelten weitere große Unruhen an, die auch unsere Versorgung trafen. Unser Auftrag war die Sicherung von lebenswichtigen Ressourcen und Rohstoffen für den Kern. Deshalb wurden auch ihre Kräfte angefordert, weil wir als imperiale Armee überfordert waren. Meine Männer fielen, wie die Fliegen, da die lokalen Aufständischen von unseren Arbeitern nicht zu unterscheiden waren," sagte der Mann, der inzwischen so erschöpft war, dass er sich in seinen Sessel, der mit viel Staub bedeckt war, fallen ließ. Staub wirbelte auf, legte sich auf die Unterlagen auf dem Tisch. Der Boden rumorte und die Betonwände der Stellung ächzten unter fernen Einschlägen von schweren Waffen.

"Ich denke aber, dass ihr Einsatz nicht mehr notwendig ist," fasste er zusammen und ließ einige Gedanken aus. "Die Ironie ist nämlich, dass es inzwischen keine klare Frontlinie mehr gibt. Wir wissen nicht mehr wer Freund und Feind ist, da durch die Kämpfe jegliche Struktur dahin ist," sprach der Offizier zynisch, zuckte einmal mit den Mundwinkeln, denn alles an diesem Ort war bereits verloren. Eine Soldatin stürmte in den Befehlsstand und das Befehlsbüro des Armeeoffiziers. "Sir, sie müssen herauskommen. Schnell," rief und hob ihren Arm so, dass sie durch den großen Torbogen aus Durastahl zeigte, welcher das Büro vom Kartenraum trennte. Der Mann suchten seinen Helm vom Haken hinter sich, spannte diesen über sein Haupt, und stand auf. "Colonel, begleiten Sie mich," befahl er und trat dann mit der Soldatin hinaus, durch den Korridor und das schwere Schott, welches offen stand. Im Innenhof der Stellung angekommen, hörte man ein lautes Surren. Ein elektrisches Surren aus der Ferne, welches sich schnell näherte. Ein farbwechselnder Fleck zwisch Grün und Rot schoss durch den strahlend weißen Himmeln von Ripoblus. Die fernen Blastersalven, das Knattern von Waffenfeuer, verebbte in Stille. Nur das laute elektrische Surren des Flugobjektes, welches über die imperiale Basis glitt, verblieb. "Oh! Nein!" - schrie der General, der seinen Helm an seinen Schädel presste. "Die Narren haben es wirklich getan!"

Die Lichtkugel senkte sich immer weiter auf eine Stadt, die von einem Mauerring umgeben war. Die Kugel detonierte in einem hellen Lichtblitz über der Stadt, ließ eine kristallartige Energiewelle entstehen, die jene gesamte Stadt, wie Papier eindrückte und die Energiewelle breitete sich danach immer weiter aus und würde bald die imperiale Basis erreichen. Elektrische Entladungen zeigten sich bereits, während eine starke Energie Gefechtsfahrzeuge, wie Spielzeug durch die Luft wirbelte und schließlich die imperiale Basis traf. Asche zirkelte umher, Licht blendete und ein grausiger Geruch breitete sich, während Mauern barsten und Soldaten über den Boden geworfen wurden. Die Detonation erfasste auch den Colonel, der jedoch durch seine Panzerung geschützt gegen Splitterflug gegen ein Trümmerteil geschleudert wurde und vor herumfliegenden Teilen geschützt war. Der Offizier ohne fortschrittliche Panzerung wurde von einem Energieblitz in Asche aufgelöst und war sofort tot. So schnell die Energie gekommen war, so schnell löste sie sich auch auf. Die Stadt war annihiliert und die imperiale Basis war zu großen Teilen verwüstet. Nur wenige Fußsoldaten hatten überlebt und die Überlebenden krochen aus Unterständen. Die Sturmtruppen hatten großes Glück, da ihre Panzerungen das Gröbste abgewehrt hatten, so dass die Verluste der Sturmtruppen gering waren. Ein Funkspruch wurde an den Colonel durchgestellt: "Abrücken. Einfinden beim Shuttle an Abholpunkt Beta." Ihr Job war erledigt, bevor er begonnen hatte. Niemand klärte sie auf, was das war und ob dies eine pro-imperiale oder eine feindliche Stadt gewesen war. Niemand wollte sie aufklären und man zog sie einfach ab. Vielleicht ihr Glück.
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#7
Nach dem katastrophalen Einsatz auf Corellia war die Versetzung nach Ripoblus eine erfrischende Abwechslung für Cato und seine Truppe. Trotz der letztlich eher geringen Verluste der Legion - wenn man die gesamte Mannstärke betrachtete - und vor allem aufgrund der Schmach wie eine Bande besserer Wachleute überfallen worden zu sein war die Entschlossenheit der 83. nun wieder für ihr geliebtes Imperium in den Krieg zu ziehen stärker als zuvor.
Der imperiale General dem Cato nun gegenüberstand strahlte das genaue Gegenteil aus. Ausgelaugt und übermüdet, von den Narben auf seinem Gesicht ganz zu schweigen, aber da konnte Cato mittlerweile ebenfalls mitreden.
Überrascht runzelte der Sturmsoldat die Stirn als er die Worte des Generals vernahm. Als größte imperiale Landstreitkraft trug die Imperiale Armee zumeist die Hauptlast beim Bodenkrieg, doch fehlte es dem einfachen Imperialen Soldaten oft an Entschlossenheit und Durchhaltevermögen weshalb die grobe Arbeit, oder wie Catos Ausbilder es einst formulierte, die Drecksarbeit, den Sturmtruppen überlassen wurde. Die manifestierte Faust des Imperators, dem Zwecke dienend seine Feinde und die des Imperiums zu vernichten. Was für einen Armee Soldaten zermürbend, oder traumatisch wirken konnte war für die meisten Sturmsoldaten Alltag. Nach den Ausführungen des Offiziers wurde Cato ein weiteres Mal bewusst weshalb es ihn und seine Waffenbrüder gab.
"Mit anderen Worten hat die Ineffizienz ihrer Truppen dieses Debakel herbeigeführt.", entgegnete Cato, "Und nicht die Fähigkeit des Feindes.". In seiner Stimme lag keine Häme oder Schadenfreude, es war eine kalte logische Feststellung. Umso besser, dem Strumsoldaten dürstete es nach Krieg, nach der Hitze des Gefechts und vor allem nach einer Herausforderung. Er wollte siegen, seine Männer wollten siegen, doch die Dinge sollten sich in eine andere Richtung entwickeln.

Der General fiel erschöpft plumb in seinen Sessel, Cato blieb kerzengerade stehen. Ihm missfiel das mangelnde Rückgrat seines Gegenübers. Diese gescheiterte Person hatte vielleicht den Krieg miterlebt, doch das wahre Grauen, das kannte nur Cato. Mittlerweile hatte er die Erfahrungen auf Korriban verarbeitet sofern man davon sprechen konnte. Er fühlte sich nicht mehr verfolgt und gepeinigt von diesen Erinnerungen, sondern bestärkt aufgrund der Tatsache dieser Welt widerstanden zu haben. Kein Feind konnte ihn mehr ängstigen und nur der Tod würde ihn aufhalten. "Ihre Männer sind nicht umsonst gefallen, sie haben sich tapfer für Imperator und Imperium geopfert.", lautete die Antwort des von imperialer Indoktrination desillusionierten Colonels, ohne dabei aufmunternd zu klingen. Sie alle hatten sich dem höheren Zweck verpflichtet, wohlwissend welches Ende auf sie warten könnte.

Schlagartige verfinsterte sich Catos Mine jedoch. "Unser Einsatz ist nicht mehr notwendig? Wurden die Rohstoffe gesichert, sind die Feinde des Imperators besiegt?", erwiderte Cato gereizt, ohne jedoch zu aggressiv zu klingen. Sturmsoldat hin, oder her, auch Cato musste einem General mit dem nötigen Respekt begegnen. Dennoch baute sich Wut in ihm auf. Sie waren den weiten Weg gereist um vielleicht bei Aufräumarbeiten zu helfen. Ehe Cato seinem Unmut weiter Ausdruck verleihen konnte wurde er jäh durch eine hereinstürmende Soldatin unterbrochen. Instinktiv wandte er sich zu ihr um und folgte dem Generals ins freie. Fragend blickte Cato in den Himmel um eine bizarre Lichtkugel zu sehen welche sich stetig einer nicht weit entfernten Stadt näherte. Er wollte Kontakt zu seinem Schiff aufnehmen als er bemerkte was folgen sollte. "Alle Mann sofort in Deckung!", konnte Cato gerade noch rechtzeitig blaffen als die Kugel auf die Stadt traf und eine vernichtende Energiewelle entfesselte welche wie ein Tsunami über die Landschaft fegte. Die Druckwelle erreichte die Imperiale Stellung und liquidierte jegliches Lebewesen welches nicht rechtzeitig Deckung finden konnte. Cato und seine Truppen wurden von ihrer Plastoidrüstung geschützt, den Armee Truppen erging es weniger glücklich. Der General wurde durch einen Blitz pulverisiert, immerhin ein schneller Tod. Einige Sturmtruppen wurden ebenfalls von der Energiewelle erfasst und fanden so ein jähes Ende.
So wie die Welle kam, war sie auch wieder verschwunden. Ehe Cato feststellen konnte was und vor allem wieso dies passiert war erhielt er eine Funkspruch. "Hier Colonel Cato Scarian, wir haben hier mehrere Verletzte und viele Tote erbitte Information. Wer, oder was hat uns angegriffen?", antwortet Cato über Funk, doch es kam keine Antwort zurück. So blieb den verbliebenen Sturmtruppen und Soldaten nichts anderes übrig als zum besagten Extraktionspunkt vorzurücken. Nachdem die Verwundeten eingesammelt waren machte sich die Truppe auf den Weg.
It is better to die for the Emperor than to live for yourself.

There is only the Emperor, and he is our shield and protector.
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#8
Keine Offenbarung. Kein Geheimnis wurde hier gelüftet, sondern es blieb nur dieses dumpfe Gefühl der Leere. Niemand gab Antworten auf die Fragen, die geblieben waren. Die Sturmtruppen rückten ab. In eine ungewisse Zukunft, in einen toten Punkt in der Ferne, welcher umschlungen war von sterbender Glut. Unter ihren Stiefel wirbelte Staub auf, knirschten Steine und die Knochen der Kriege. Der Colonel fand sich auf einem traurigen Weg wieder, welcher aus gebrochenem Asphalt bestand. Grobe Brocken in grauem Schwarz führten ins Nirgendwo. Wege, die nicht mehr existente Städte, verbanden. Mit einem sich wiederholenden Tritt begab er sich zu seinem Ziel in der Ferne, nur noch auf einer Karte vorhanden. Das Potenzial einer ganzen Einheit war in den Horizont geworfen, welcher in Ockerfarben lag. Gebäude von einstigem Leben zeigten sich in Ruinen, zernarbt von Waffen und Feuer. Der alte Asphalt wollte nicht ganz weichen aber bröckelte unter dem Gesang der Zeit. Der Colonel konnte sehen, dass dieser Krieg auf Ripoblus auf eine gewisse Weise verloren war. Funkstille. Nicht einmal ein Funkrauschen. Nur dieser kalte Wind, der über den Boden zu kriechen schien. Alte Flugblätter kreisten in seltsamen Tänzen, während sich der Colonel und seine Soldaten dem Navigationspunkt näherten. Unzählige Leben waren hier verloren in der Arroganz einer ultimativen Wahrheit. Wie eine von vielen Tragödien schrie auch diese gegen diese Galaxis an und wollte Antworten, doch es gab keine Antworten. Auch nicht für den Colonel, der durch die Ruinen treten musste.

Ihr Ziel war ein altes Landefeld, welches ähnlich gelitten hatte, wie der Asphaltweg, der zu ihm geführt hatte. Grobe Platten brachen heraus und die alte Landemarkierungen waren längst verblasst. Schilder lagen im Staub und alte Beschriftungen waren durch Blaster entstellt. Niemand konnte mehr sagen, welcher Ortschaft dieses Landefeld gedient hatte. Nur die große kreisrunde Markierung in einem satten Rot hatte die Kämpfe überstanden. Ein großer schwarzer Vogel kreiste über den Sturmtruppen, lautlos und nur sein Schatten verriet ihn. Das Landefeld war einst umgeben von einem Zaun, der längst durch Panzerketten und AntiGrav-Antriebe niedergewalzt wurde. Im Staub unweit ragten skelettierte Hände empor. Eine Reminisenz an Korriban. Ein Planet, welcher für immer ein Teil von Cato Scarian sein würde. Keine Person verließ Korriban jemals wirklich. Etwas von dessen Dunkelheit war fortan stetiger Gast, sofern man nicht vom Mythos befreit wurde. Cato Scarian konnte es nicht wissen. Doch er folgte noch immer dem Mythos, indem er dem Herren diente, welcher der dunklen Seite stets Vorschub verlieh. Er konnte nicht entkommen, so dass er mit dem letzten Schritt seines Weges genau über den skelettierten Händen endete. Unter seinem Stiefel zerbarst ein Knochen mit einem lauten Knacken, welches den kreisenden Vogel verscheuchte.

Drei imperiale Shuttles senkten sich vom Himmel hinab. Sie hatte kein Licht hinter sich, sondern vor sich, so dass sich Lichtreflektionen auf den schwarzen Scheiben zeigten. Somit schienen die imperialen Schiffe gar zu funkeln, wie fallende Sterne im ferner Ocker des Himmels von Riboplus. Eine Windböe umspielte den Colonel, der dieser Hölle entkommen war, um erneut in eine andere geschickt zu werden. "Landezone freigeben," hörte der Sturmtruppen-Offizier auf seinem Kom. Die Fähren setzten auf, weißer Dampf und Nebel traten aus, als sich die großen Rampen öffneten, um die Soldaten aufzunehmen. "Boarding bereit." Die disziplinierten Sturmtruppen warteten auf den Befehl ihres Anführers, der durch die selben Augen sah, wie sie selbst.

Im Führungsshuttle, welches direkt vor dem Colonel stand, lag auf dem Platz des leitenden Offiziers, unweit der Rampe, ein Umschlag mit der Aufschrift: TX-9941. Ein schlichter Umschlag, welcher mit einem imperialen Barcode auf der Rückseite beschichtet war. Zusätzlich trug er ein kleines imperiales Zeichen auf der Front. Es war klar, dass dieser Umschlag für den Colonel bestimmt war. Sofern dieser ihn öffnen würde, würde er folgende Nachricht auf edlem Flimsi darin finden:

Zitat:
Persönlich

[Bild: 200?cb=20080220004323]

Galaktischer Imperator
Imperialer Thron - Hofamt

Imperiale Order

TX-9941,

Sie wurden mit anderen Soldaten ausgewählt. Begeben Sie sich unmittelbar zum Imperialen Zentrum. Der Imperator erwartet Sie persönlich. Das Oberkommando der Sturmtruppen wird Sie für den Zeitraum der Reise freistellen. Zeigen Sie diese Einladung an der Hauptwache des imperialen Palastes vor.

Mögen Sie in Ihren Aufgaben bestehen,

Im Auftrag,

Joslek Zurr
Imperialer Sekretär
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#9
Der Weg zum befohlenen Extraktionspunkt führte Cato und seine zersprengte Truppe aus Sturmtruppen und Armee Soldaten durch eine vom Krieg zerstörte Ödnis. Immer wieder passierte die Gruppe Ruinen von ehemaligen Wohnhäusern und Höfen. Der Gestank des Todes lag in der Luft. Cato fragte sich wie es hier vor dem Krieg ausgesehen haben mochte. Farmer & Arbeiter die ihrer Arbeit nachgingen, spielende Kinder, Frieden? Die Rebellen, oder Neue Republik wie sie sich nun nannte fand immer wieder einen Grund friedvolle Welten und gute Menschen für ihre Zwecke zu missbrauchen, so auch Ripoblus. Wie viele mussten sterben weil die selbsternannten Rebellen den Frieden des Imperators nicht anerkennen wollten? Der Gedanke erzeugte kurz Wut im Bauch des Kommandeurs. Dies war der Grund warum er kämpfte, warum seine Brüder und Schwestern kämpften, um den Frieden und Sicherheit für die Galaxis wiederherzustellen. Dass das Imperium seinerseits jedoch viele Kriegsverbrechen und Progrome begann empfand Cato in seinem von Propaganda und Indoktrination verblendetem Verstand mehr als eine rechtschaffene Bestrafung für Verrat und Widerstand, diejenigen hatten es sich schließlich ausgesucht.

Die Truppe hatte bereits einige Meilen zurückgelegt. Zielstrebig marschierte Oberst Scarian geradeaus, seine Gefolgsleute taten es ihm gleich, während sie die Umgebung immer wieder nach verdächtigen Bewegungen untersuchten. Diese Bombe, oder was auch immer es war hatte vielleicht die Stadt und nähere Umgebung vernichtet, doch der Feind konnte noch immer hinter jeder Ecke lauern.
Anders als die Sturmsoldaten wirkten ihre weniger elitären Kameraden niedergeschlagen und ermüded. Einige von ihnen weinten ob dem Verlust von Freunden und Kameraden. Cato konnte sie verstehen, den Schmerz und das Unverständnis. Doch das war Krieg und um den Willen des Imperators auszuführen mussten der Feind und auch sie selber den Preis bezahlen. Jeder von ihnen hatte gewusst worauf er sich einließ. "Es ist nicht mehr weit bis zur LZ.", informierte Cato seine Truppe nach hinten gewandt, "Bleibt weiterhin wachsam, wir könnten hier jederzeit in einen Hinterhalt geraten.". Die Sturmsoldaten bestätigten die Order und auch die Armee Soldaten machten nun einen gefassteren Eindruck.

Schlussendlich erreichten die Imperialen die Landezone an welcher bereits drei Shuttles zum Landeanflug ansetzten.
Standardmäßig begaben sich die Sturmtruppen, den Blaster im Anschlag, in Position um die LZ gegen etwaige Angriffe zu sichern. Die Armeesoldaten taten es ihnen gleich, wenn auch zögerlich. In ihren Gesichtern konnte Cato erkennen, dass sie nur noch warteten endlich in einem dieser Shuttle sitzen und diesen elenden Planeten verlassen konnten. Vielleicht war dies noch der größte Unterschied zwischen den Sturmtruppen und den regulären Soldaten, die einen mussten in den Krieg ziehen, die anderen wollten es. Catos Truppen wollten kämpfen, er wollte kämpfen, doch der Feind hatte es nicht gut mit ihnen gemeint.
Mit einem dumpfen Geräusch setzten die Shuttles auf dem Boden auf und öffneten sogleich ihre Luken aus welchen weitere Sturmtruppen strömten um den Rückzug ihrer Kameraden zu decken. "Alle Mann an Bord, los los los!", befahl Cato und wartete bis alle an Bord waren, ehe er eintrat. Der Oberst warf noch einen letzten Blick nach draußen ehe die Luke sich zischend schloss.
Im Inneren des Schiffs nahm Cato seinen Helm ab und erteilte seinen Soldaten die Freigabe dies ebenso zu tun. Auf dem ihm zugewiesenen Platz fand er einen schlichten Umschlag mit dem imperialen Siegel darauf. Die Nachricht schien an ihn gerichtet zu sein. Ohne weitere Umschweife griff er nach dem Umschlag, öffnete ihn und musste einen Moment inne halten. Eine Einladung ins Zentrum vom Imperator, vom Imperialen Hofe, persönlich. Cato blickte nachdenklich gegen die Wand des Shuttles. Es war die wohl größte Ehre die einem Sturmsoldaten zu Teil werden konnte, doch aus welchem Grund?
Erinnerungen an Korriban erschienen in seinem Kopf, als er den Imperator das letzte Mal leibhaftig sah. Welch stolzer Moment für Ihn und seine Einheit gegen jede Erwartung den rechtmäßigen Herrscher des Reiches gefunden zu haben und gleichzeitig einer der schwärzesten Momente in seinem Leben, doch dies war der Preis den er zahlte.
Er faltete die Nachricht und verstaute diese in seinem Gürtel. Da der Einsatz vorbei war wurde der Ton unter den Sturmsoldaten lockerer. "Zu schade, hätte gerne in paar Rebellen weggepustet!", witzelte ein Mann woraufhin eine Kameradin konterte, "Du würdest einen Rebellen doch nicht mal treffen wenn er vor dir Stünde!" und hämisch lachte, "Ach halts Maul!" war die kurze Antwort. Cato schmunzelte, "Keine Sorge, wir werden noch mehr als genug Chancen kriegen sie wegzupusten, sogar Sie TK-5893.". Die Truppe fiel in ein heiteres Gelächter ein, während die Triebwerke des Shuttles hochfuhren.

Mit einem Ruck hob das Shuttle ab und ließ Ripoblus mit seinem Bürgerkrieg und restlichen Problemen hinter sich zurück. Während die 83. Legion vorerst anderweitig eingesetzt werden sollte führte Catos Weg nun ins Imperiale Zentrum um den Imperator wohl persönlich zu treffen.
It is better to die for the Emperor than to live for yourself.

There is only the Emperor, and he is our shield and protector.
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