#14
Spielleiter

NPC - Dash Narson, Kapitän der Sovereign
[Bild: w8gpcloo.png]
"Heckschilde verloren!" - "Direkter Treffer am Heck!" - "Hinteres Kontrollzentrum verloren!" Schadensberichte überschlugen sich, während Dash Narson aus dem Brückenfenster schaute. Furcht vernebelte seinen Blick, Furcht, die ihn lähmte - obwohl der Sluissi nach außen hin so stark und unerschütterlich wirkte wie eh und je. Er blickte dem Feind ins Auge ohne, dass sein Schiff dabei an fahrt verlor. Seine Angst galt nicht ihm, nein. Er war ein Kapitän und er würde mit seinem Schiff zusammen untergehen, seine Ehre gebietet es ihm. Aber er trug die Verantwortung für die zahlreichen Seelen an Bord und diese Verantwortung war eine große Bürde, insbesondere in schrecklichen Szenarien wie diesem. Hatte er Fehler gemacht? Valorn falsch verstanden? Vielleicht. Narson wusste, dass er nicht perfekt war und er dachte konventionell. Die Methoden des Admirals hatten ihn verwirrt, aber nicht nur ihn allein. Kapitän Knox und seine Kampfgruppe brachten ein heldenhaftes Opfer um sie zu schützen und den Rückzug zu ermöglichen, ein Opfer, dass nicht vergessen werden durfte. Er kannte den Nautolaner nicht, aber auch er schien ein Mann der Ehre zu sein, ein Mann, der sich für die Sache zu opfern bereit war, nicht für seinen persönlichen Erfolg. Krieg aber, war ein undankbares Geschäft und es war fraglich, ob der mutige Kapitän sich mit seiner Aktion, so richtig sie Narson auch erschien, nicht selbst ins Karriereaus katapultiert hatte. Dennoch, er würde den Mann Ratsherrin Ghazalah gegenüber positiv erwähnen - wenn sie dieses Desaster überstanden. Die imperiale Verstärkung verkomplizierte die bereits mehr als angespannte Lage ungemein - aber um seiner Leute willen, um das Opfer Knox willens, durfte er nicht versagen. "Sir! Der Hecktreffer hat die Treibstoffzufuhr beschädigt, Plasma dringt in den Maschinenraum ein!" - "Holen Sie mir sofort die Leute da unten raus!", fauchte der Sluissi seinen Lieutenant an. Es wurde schlimmer, jede Sekunde die sie in dieser Hölle schmorrten. Jeder Torpedotreffer könnte ihr letzter sein, jeder Turbolaser, der sich in die schwere Panzerung brannte. Selbst der Sprung in den Hyperraum würde genug Energiefreisetzen, welches das Plasma entzünden und die Techniker auf dem unteren Maschinendeck bei lebendigen Leibe verbrennen würde.

Von außen mochte die Sovereign nur noch wie ein rauchendes Wrack wirken - Plasma trat aus und ein Großteil der Panzerung wirkte verschmolzen und verbrannt, während Einschusslöcher aufglimmten. Dennoch waren die Strukturschäden in vielen Bereichen nur rudimentär, die imperialen Streitkräfte aber waren nicht dumm. Konzentriertes Feuer brannte sich durch und verletzte die empfindlichen Systeme des Schiffes mehr und mehr, Dash Narson würde sich nicht einmal mehr wagen, das Pulsgeschütz abzufeuern, selbst, wenn es gegenwärtig etwas bringen würde. Zu groß war die Gefahr, dass essentielle Systeme nicht mehr ordnungsgemäß arbeiteten und es zu einer Rückkopplung kam - mit verheerenden Folgen für sie alle.

Aber der Schlachtkreuzer war nicht ungefährlich, das Imperium hatte die Zähne der Waffe bereits zu spüren bekommen, nutzte nun aber ihre empfindliche Schwäche schamlos aus - zumindest ein Teil der feindlichen Schiffe konnte das behaupten. Ein kleinerer Kreuzer hatte das Pech in den Sprungkurs der Sovereign zu geraten und wurde von der unverhältnismäßig starken Bugbewaffnung beinahe sofort zerstört. Was nun im All trieb hatte nur noch wenig Gemeinsamkeiten mit einem Schiff. Deformiert und verbrannt hätte man es leicht für einen vorbeitreibenden Asteroiden halten können. "Sir, wir haben mehrere imperiale Abfangkreuzer der Immobilizer-Klasse ausgemacht. Zweifellos wird es nicht lange dauern, bis wir wieder in einem Schwerkraftfeld festhängen." Narson nickte. Jetzt oder nie, sie konnten nicht länger trödeln. Mochte es seine Zeit dauern, bis das Feld einsatzbereit war, ewig Zeit würden sie nicht haben. "Kurs ist berechnet, wir sind bereit zum Sprung, Kapitän" - "Sehr gut. Meldungen vom Maschinendeck?" In seinem Magen krampfte sich etwas zusammen, er hoffte inständig, dass die Techniker flink genug waren und sich in Sicherheit bringen konnten. "Die Letzten von ihnen befinden sich gerade im Turbolift zur Hauptebene, alle Schotten verriegelt, Sir." Zum ersten Mal während dieses Einsatzes schien sich ein Hauch Zufriedenheit in das Gesicht des Sluissi einzuschleichen. Mochte diese Operation auch gescheitert sein, er hatte viele der Männer und Frauen die sich freiwillig gemeldet hatten lebend aus diesem Wahnsinn herausgebracht. "Bereitmachen für Sprung auf Lichtgeschwindkeit. Möge die Macht mit uns sein - mit uns allen." Beinahe heller noch als Kaminos Sonne schienen die Antriebslichter der Sovereign zu erstrahlen, als der Reaktor alle Energie in den Hyperantrieb umleitete. Weiße Sterne verzogen sich zu feinen Linien, ehe das gigantische Schiff in der unendlichen Weite der Galaxis verschwand und seine Heimreise antrat: zurück in die Werften von Terminus. Aber Narson wollte jetzt nicht daran denken, nicht daran, wie viele Wochen es dauern würde das Schiff zu reparieren und welche Unsummen es kostete. Nein, er war glücklich, dass sie mit dem Leben davongekommen sind.
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