
Diese Kälte, welche durch jeden Ort kroch, den Vesperum berührt hatte. Angst war ein ständiger Begleiter der Adeptin. Was sie einst war, verblasste zwar aber verschwand nicht. Es blieb als Warnung für andere zurück; womöglich auch für sie selbst. Der Dämon verließ sie nie und auch jetzt schiene seine Erscheinung im Schatten greifbar. Jessra dachte an die Schönheit, die sie einst kannte, an etwas, was sie bewahren wollte, aber nicht bewahren konnte. Ihre Religion verlangte eine ständige Pflicht gegenüber der Dunkelheit, um der Erlösung zu dienen. Jessra hatte bereits alles verloren und konnte nur noch mit einer fernen Erlösung gewinnen, die zwar greifbarer erschien aber noch nicht gegriffen war. "Darth Vesperum," hauchte sie den Namen des bösen Messias andächtig, der ihr Trost sein sollte aber kein Trost war. Er hatte sie gebunden, angekettet, und auf ewig verdammt. Doch war Jessra dies nicht bewusst. Sie glaubte durch ihn erlöst zu werden, wenn der Weg zu Ende gegangen war. "Es gibt keinen Frieden," begann sie den Sith Kodex zu rezitieren, um die Gedanken zu vertreiben, die sie peinigten. Die Zeit verging, die sie in eifriger Rezitation verbrachte.
Die Fähre landete. Der Pilot der Fähre meldete die Ankunft und Jessra raffte sich von ihrem Sitz auf. Sie legte die Kapuze ihrer schwarzen Robe über ihr Haupt, trat mit festen Schritten die Rampe hinab. Sie blickte sich nicht um, denn sie sah die Kreaturen in der Macht um sich herum, wie sie lebten und ihre einfachen Leben führten. Jeder schien zu strahlen, wie einem merkwürdigen Licht, welches umgeben war, von einem dunklen Schleier. Jessra wartete am Ende der Rampe. Schwere Soldatenstiefel hämmerten über den Boden des Hangars. Sturmtruppen trafen ein und bildeten einen Ehrenformation vor dem Hauptturbolift, welcher hinter einem Panzerschott lag. Sie war heute die Botin für eine höhere Macht und verdrängte jede eigene Absicht für den Moment. Die Pflicht war ihre persönliche Angelegenheit, die eng mit ihrem Glauben verknüpft war. Fanatismus war ein böses Gift. Langsam hob sie ihr Haupt und wartete auf die Ankunft desjenigen, dem sie die Botschaft übermitteln sollte. Sie spürte in der Macht, dass er sich näherte. Jessra kannte die Aura des Tiberius Vaash. Er fürchtete sich. Gut. Furcht war eine geeignete Kette, um diesem einfachen Mann mit seinen falschen Vorstellungen von Ehre, an ihren Meister zu binden. Er gehörte dem Imperator, wie alles und jeder, in dieser Galaxis. Jessra würde ihrem Messias und Meister jeden ausliefern, um ihre Dienstbarkeit zu erfüllen, die am Ende Erlösung versprach. Die Sturmtruppen ignorierte sie, die ohnehin nicht besser waren, als Droiden. Gedrillt und abhängig. Jessra atmete schwer durch ihre Nase, während ihre Kapuze, wie aus Blei gegossen, auf ihrem Haupt lag. Jessra verstand nicht, was ihr Meister an diesem Admiral fand. Doch Jessra hatte sich entschieden, die Weisheit ihres dunklen Herrschers nicht in Frage zu stellen. Sie würde das tun, wofür sie hier war.