#31
Endlich waren Cato und seine Männer wieder im Freien. Es war eine willkommene Abwechslung von den stinkenden Katakomben, in welchen sie noch bis gerade eben gewandelt waren. Doch der Anblick der sich ihnen nun bot war nicht wirklich erheiternd. Ruinen, wohin das Auge reichte. Die Sturmtruppen befanden sich auf einem Friedhof, zumindest wirkte die Umgebung so. Zerfallene Gebäude und Skelette säumten die Gegend, stille Zeugen eines vor langer Zeit stattgefundenen Angriffs. Cato brauchte nicht lange um zu sagen, was sich einst an diesem Ort abgespielt hatte. "Ein Orbitalbombardement.", murmelte er vor sich hin und ließ seinen Blick auf den Überresten eines früheren Bewohners dieser Stadt verharren. Unglücklicher Bastard Vielleicht hatte er gedacht er könnte seine Heimat verteidigen und in einem letzten heroischen Akt der Liebe zu fallen. Doch die Verantwortlichen dieses Gemetzels hatten ihm nicht die Chance dazu gegeben. Seine Hoffnungen wurden in Form tödlichen Laserfeuers zunichte gemacht, ohne, dass er nur einen Feind hätte mit in den Tod reißen können. Wahrscheinlich hatte er noch mit ansehen müssen wie sein Haus zu Asche verarbeitet wurde, ehe auch er in den Flammen der Laser zugrunde ging.
Der Gedanke auf diese Art zu sterben ließ Cato sein Gesicht unter dem Helm verziehen. Nicht einmal seinen Feinden wünschte er ein solches Ende. Gerade Soldaten sollten auf dem Feld der Ehre fallen, ihrem Gegner in die Augen schauend und nicht von einem gesichtslosen Feind niedergestreckt werden, der oberhalb eines Planeten lauerte.

Ein mulmiges Gefühl überkam die Sturmtruppen während sie die Überreste der alten Stadt und ihrer Bewohner betrachteten. Es war nicht nur der Anblick dieses Totenfeldes, nein, Korriban griff erneut nach den Herzen der Imperialen um sie in den Wahn zu treiben. Es war der verdorbene Einfluss des Planeten, der dafür sorgte, dass Stumtruppen, welche derartige Bombardements bereits selbst miterlebt hatten, Furcht und Unbehagen bei dessen Anblick verspürten. Cato bemerkte wie seine Gedanken sich änderten. Würde das Imperium das Schicksal dieser Stadt, oder gar Korribans teilen, sollte die Republik den Krieg gewinnen? Es war ein fürchterlicher Gedanke, gerade für Sturmtruppen, deren Leben das Imperium ausmachte. Und nicht nur Cato schien diese Frage nun im Kopf herum zu schwirren. Auch seine Männer waren in diese Gedanken vertieft.
Immer wieder zitierte der Oberst die Parolen der Ausbilder auf Carida, Das Imperium schlägt immer zurück, niemand kann seine geballte Macht niederwerfen Wenn gleich die Neue Republik bereits das Gegenteil bewiesen hatte, bewirkten diese simplen Ausbildungsparolen, dass die Zuversicht nicht ganz aus Catos Kopf verschwand, egal wie sehr Korriban versuchte ihn zu brechen.

Doch dann ließ diese unheilige Welt erneut die Hölle über die Imperialen hereinbrechen. Anfangs war es nur eine kleine Bewegung am Boden und Cato hätte es ignoriert, wenn nicht auf einmal der ganze Boden rund um die Sturmtruppen begonnen hätte sich zu bewegen. Noch ehe jemand einen Laut der Verwunderung ausstoßen konnte, stießen Hände aus der Erde hervor. Erschrocken wichen die Sturmtruppen zurück. "Haltet stand!", brüllte Cato um seine Männer ruhig zu halten. Doch er selbst starrte ebenfalls entsetzte zu Boden, denn was dort geschah schien dem tiefsten Albtraum zu entspringen. Inzwischen konnten die Sturmtruppen der 83., welche sich auf Korriban aufhielten behaupten, mehr erlebt zu haben als alle anderen Soldaten des Imperiums, doch was nun geschah ließ auch sie verblassen. Die Untoten erhoben sich aus ihren Gräbern um sich am Fleisch der Lebenden zu laben. Nach und nach tauchten neben den Händen auch Köpfe auf und die vermeintlich Toten stiegen empor.
"Bildet einen Ring, ich will präzise Feuerstöße sehen, treibt diese Mistkerle zurück in ihre Gräber!", befahl Cato, woraufhin seine Soldaten langsam, noch immer durch das Entsetzen gelähmt, in Position gingen.
Endlich eröffneten sie das Feuer auf die untoten Feinde, welche teils von dem konzentrierten Blasterbeschuss zerfetzt wurden. Doch es kamen immer mehr von ihrer Sorte und die Imperialen drohten überrannt zu werden. "Inquisitorin Nigidus!", rief Cato über den Lärm der Blaster hinweg, "Kommen Sie hierher, wir müssen diese Bastarde dorthin schicken wo sie herkamen!". Nun wurde jeder Blaster und auch jedes Lichtschwert benötigt, denn die Masse der Untoten wurde immer größer.
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#32
Wie lange ging diese Hölle noch? Oder war es erst die Fahrt dorthin? Ilara konnte sich langsam vorstellen, das dies hier, das, was sie fast umbrachte, nur der Anfang war. Es würde sie nicht töten, nein, nur immer ganz kurz vor den Abgrund treiben und dann würde sie beim Ertrinken gerettet und musste wieder schmerzhaft Luft einatmen. Sie wollte sich nicht als Opfer sehen, aber so langsam kam sie doch in diesen Gedanken. Der machte sie wütend, was aber bei ihrer wenigen Kraft kaum mehr ging. Ihre Gedanken wurden immer abgehackter, sprangen von Gedanke zu Gedanke, während ihr die Artefakte fast aus der Hand fielen. Während Vesperum sich ganz der Erkundung der Gegend hingab war ihr Ziel nur eines: nicht fallen… zwar hatte die Heilung ihr einige Kräfte mehr verschafft, doch pulsierte irgendetwas in ihr, was sie nicht vergiftete sondern eher Besitz von ihr ergriff. Wie ein elender Parasit, der den Wirt lebend brauchte um zu überleben. Ihre Finger schlossen sich um das harte Metall und langsam hob sie den Kopf vom Boden ab, da sie merkte, dass es ums Anhalten ging. Was war nun? Ging es nun weiter, hinunter, in den Abyss von.. irgendwas? Und sie würde wieder frei fallen und irgendwo aufprallen? Ein Seufzen entkam ihren trockenen, gesprungenen Lippen. Nervös benetzte sie sie mit ihrer Zunge, aber die Feuchtigkeit war schnell weg und der Sand klebte daran.

Ihr Blick verengte sich reflexartig, als vor ihren Augen etwas in der Luft schwebte. Sie sah es nicht genau, ihre Augen versagten ihr langsam den Dienst. Jedoch fühlte sie es, auch, wie es auf sie zuflog. Sofort war sie angespannt und wollte zur Seite springen, bemerkte aber noch rechtzeitig, dass das, was da angeflogen kam, tot war. Sie sah zu ihren Füssen, runzelte die Stirn, während der Wind wieder mit ihrem Haar spielte, das sowieso nur noch ein grosser Knoten war. Sie waren nah? Bei diesem komischen Funkturm? Sie waren nahe an WAS? Dem letzten Schritt zum Wahnsinn und Tod? Und sie latschte ihm einfach so nach? Ihre Arme begannen zu zittern unter der immergleichen Last der schweren Artefakte. Als sie aber hörte, dass er diesen Kopf als ‚Sturmtruppe‘ bezeichnete lauschte sie. Sturmtruppen? Waren sie hier nicht mehr alleine? Wieso spürte sie so gar nichts? Wieso spürte er alles?! Ilara blieb nichts anderes übrig als zu folgen. Sie suchte an ihrem Körper stellen, wo sie die schweren Metalldinger platzieren konnte, damit sie wieder nach ihrer Waffe greifen konnte und sich wenigstens etwas sicher fühlen dürfte. Sie waren aber einfach zu gross, als dass sie sie irgendwo in ihre zerschlissene Kleidung hätte stecken können. Mit einem Anflug von Unbehagen kickte sie den Kopf vor ihren Füssen weiter weg in den Sand, wo er noch eine Weile weiterkugelte und schnaufte, folgte Vesperum, biss dabei den Kiefer zusammen. Wenn er nicht bald einen Ausweg präsentierte… ja, was dann? Aufstand der Kleinilara? Die Hand des Imperators, die gerade nichts besseres zu tun hatte, als alte Gegenstände mit sich herumzuschleppen, die sich mal mehr, mal weniger ihrer Hand anpassten, folgte. Ihr Blick lag nun wieder auf Vesperum, kurzzeitig auf den Blitzen. Davor sollte sie sich noch fürchten? Nach alle dem? Korriban, dein Schrecken lässt nach. Die ganze Aura dieses Planeten bekämpfte sie nicht mehr- schon eine Weile nicht mehr- sie durchfloss Ilara nun eher. Sie liess es einfach zu, von diesen Gefühlen überrannt zu werden. Langsam wurde es erträglich, so dass sie weitergehen konnte. Sie atmete tief ein, bevor sie eintrat. „Was spürt ihr? Wo sind sie? “, fragte sie durch die Trockenheit des Planeten heiser geworden. Ihre Mundwinkel waren so trocken, dass jedes Wort schmerzte. Lange machte sie dieses Spiel um irgendwelche verborgenen Geheimnisse nicht mehr mit. Wirklich nicht…
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#33
Zerrüttete Fantasien, ergossen sich, wie pure Perfektion des Wahnsinns in seinen Geist. Bilder aus der Vergangenheit, seines ersten Mordes am Vorarbeiter, dann der Hinrichtung der Moffs, bildeten einen seltsamen herrschaftlichen Tanz in ihm. Ein Hunger nach Rastlosigkeit, wie die Natur eines Biestes. Erinnerungen bildeten eine vorsichtige Reflektion seiner Person- bis Amaranthine, ihr Schattenbild, seinen Verstand wieder in Unruhe versetzte und die Reflektion zerbarst.

Niemand würde wissen, wer er wirklich war, außer er selbst. Ein Monster hatte sich in seiner schlichten Grausamkeit erhoben. Ilara konnte nur das sehen, was der dunkle Lord ihr erlaubte, zu sehen. Es war eine Maske von Leben, welche verzerrt über einem Abgrund prankte, welcher leer war. So leer, dass sein Angesicht schmerzte. Dieser Abgrund erwartete sie alle. Darth Vesperum war der Nexus und das schwarze Loch in der Macht. Dieses Grinsen in seinem Gesicht war das Böse, welches sein Besitz war. Aus Höflichkeit verschleierte sich das Dunkle mit Lebendigkeit. Die Wahrheit lag in seinen Augen, in denen sich sein Leid und seine Erinnerungen spiegelten. Wie vorsichtige Dämonen umkreisten ihn dunkle Schwaden, gespeist aus der Atmosphäre von Korriban. "Lege deine Hände auf das Leben," sprach Vesperum trocken, leiste und fast kraftlos. "... und spüre es leise, wie es fließt." Was war dies für eine Lektion? Was sollte Ilara begreifen? Der dunkle Herrlichkeit schloss seine entstellten Augen voller dämonsicher Kraft. Sein Geist begab sich auf eine Reise, um den Planeten, wie eine wilde Fahrt in einem trudelnden Shuttle. Die dunkle Seite war ein Meer, indem er schwamm. Seine faltigen Lippen sprachen: "Unweit uns." Die Augen erneut entfacht, aufgerissen, wankte das weiß-kalkigen Etwas in den Funkturm. Im Turm blickte sich der Lord um, verwirrt huschten seine Augen suchend im Kreis. Hier war Tod. Hier war Vergessen, ein Relikt der alten Gesellschaft. Vorsichtig suchte er die Teufel an den Wänden, die zu ihm sprachen. Er sah die Vergangenheit, wie sie Zukunft wurde. Der Fluss der Macht war sichtbar, wie dunkles Feuer. Die Sturmtruppen waren hier gewesen, hatten Leben in den Tod gebracht. Doch da war auch noch etwas anderes. Diese dunkle Präsenz, die eine schwache Machtpräsenz überlagerte, nach ihr griff. Darth Vesperum kannte sie. Es war der pure Wille des Kressh. Die kleinere Präsenz, wie eine kleine Blüte von Hass, musste ein anderer Machtnutzer sein. Wieder grinste, fauchte ein dunkles Lächeln über seine Wangen und Mund. Er deutete mit seiner Linken in den Korridor. "Dort," reduzierte er seine Anweisungen auf das Nötigste. Mehr brauchte er nicht. Ilara würde folgen. Über den beiden stürzten Shiracks herab, auf der Flucht vor Etwas, umkreisten den Lord und verschwanden dann eiligst aus dem Eingang. Fürchteten sie Darth Vesperum?


Spielleiter

Während Vesperum auf seine Gehilfin wartete, regten sich bei Reah Nigidus sowie Cato Scarian und seinen Männern immer mehr Hände im Boden. Sie bohrten, griffen, drücken, geißelten den Boden auf. Unter dem Waffenfeuer der Sturmsoldaten zerbrachen, zerbarsten und zersprengten ihre alten Knochen und Schädel zu Staub, der in kleinen Wolken aufstieg. Doch ihre Ströme endeten noch nicht.
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#34
Mord? Zum Glück flammte das bei Ilara nicht mehr auf. Sie hatte noch immer das ungute Gefühl dessen, was sie im Staub draussen gesehen hatte. Ihre Schwester… das ganze Blut, ihr Körper, der viel schöner war als Ilaras, obwohl er genau gleich aussah, genau gleich gebaut, genau gleich viel wog, genau gleiche Haare hatte, sogar.. alles war gleich! Aber doch war sie viel perfekter, liebenswürdiger und kam weiter, ohne einen Finger zu rühren. Jetzt aber war sie wieder im Hier und Jetzt, vermutlich darum, weil sie im Moment alles zuliess. Macht strömte ohne Widerstand durch sie hindurch, kein Widerstand mehr, Leere… grosse, grosse Leere. Sie konnte einfach nicht mehr. Der Turm war beinahe eine Wohltat, da hier der Sand aufhörte und es kühler wurde, und zwar der Umgebung wegen, nicht wegen Vesperum, der Kälte durch jede Pore ausstörmte.

So wie die Macht durch sie hindurchwaberte versank sie immer mehr im Nichts. Es fühlte sich sogar richtig an, geführt durch das, was in ihr war seitdem Vesperum sie seltsamerweise mit Schmerz geheilt hatte. Seine Präsenz verschwamm immer mehr im Angesicht der Macht und sie schloss müde die Augen, ging einfach weiter in diesen Turm und blieb schliesslich stehen, da sie fühlte, dass der Neuerkorene der Galaxis kurz stehenblieb. Sie sollte das Leben fühlen? Was wollte sie mit Leben, wenn sie diesen Schwebezustand haben konnte, in dem sie sich befand? Er war fast… friedlich. Ohne Widerstand und je mehr sie sich fallen liess, desto angenehmer war es. Schwarze Watte. Wenn sie die Augen öffnete verengte sich ihr Sichtfeld zusehens. Es war der Körper, der nach Ruhe und Nahrung lechzte, gemischt mit dieser Gefahr der Macht, die in sie eindrang und ihr mehr zu schaffen machte als Vesperum. Hier in diesem Turm war es sogar seltsam ruhig, gleichmässige Laute waren zu hören. Frieden.. sie zog sich in Frieden zurück. Eigentlich war es ein gutes Gefühl, eines, was sie gar nicht kannte. Frieden… sie fand Frieden an diesem Ort? Weil sie alles zuliess, sich nicht mehr wehrte, eine Egalstellung erreicht hatte, bis… ja, bis sie eben die Hände auf das Leben legte und mit aller Macht auf die Knie gerissen wurde. Wie sie das gemacht hatte? Sie wusste nicht einmal, dass sie etwas getan hatte. Vesperum ging weiter, während sie auf den Knien auf dem Boden harrte und sich fühlte, als würde sie der Planet anziehen und ihr dabei alle Knochen brechen. Sie keuchte schmerzerfüllt auf, stemmte sich gegen die Kraft, die in jeder Zelle wehtat. Sie im Eingang des Turmes und fühlte etwas auf sie zudriften. Was es war bemerkte sie erst, als es ankam. Es war Leben… das sie in sich aufnahm. Die Wunde an ihrem Bein begann zu brennen wie mit Feuer übergossen, die Gesichtshaut spannte, schien zu reissen. Ilara schrie auf, während sie dieses Leben in einigen Sekunden anzog, bis sie fast das Bewusstsein verlor. So wunderbar sie sich gefühlt hatte, so schrecklich fühlte sie sich nun. Sie lag auf dem Boden. Jetzt tat sie es also. Knurrend erhob sie sich auf die Arme, streckte sich und krallte den Dreck des Boden zwischen ihre Finger. Knurrend erhob sie sich, die Kruste ihrer Beinwunde fiel ab. Die Wunde sah viel besser aus, ihre Gesichtshaut schien gestrafft und vitaler zu sein. Die Artefakte lagen jetzt nutzlos am Boden. Sie hatte sie einfach fallen gelassen in ihrem Sturz. Sie atmete stark, als würde ihr etwas die Lunge zusammenpressen. Ihre Wahrnehmung war eingeschränkt, sie fühlte keinen Kressh, keine andere Machtnutzung, nur ihren Schmerz, die Atemschwierigkeiten, als sie weiterschritt, die Hände zu Fäusten geballt, langsam, als lasteten Tonnen auf ihren Schultern. Ihre Augen leuchteten Rot, als die Tiere neben ihr zu Boden fielen. Was auch immer Vesperum nun sehen wollte, fühlte, sie wollte es töten. Ein unbändiger Wille zum Töten ergriff sie. Sie besah Vesperums Rücken und fühlte heissen Hass in sich aufbrodeln. Er war Schuld. Er alleine. An allem. “Was?“, fragte sie. Konnte er keine klaren Ansagen machen? Sie war kurz vor der Explosion, fühlte das, was er Leben nannte, um ihn herum vibrieren. Es schien ihn zu speisen, so wie er es absog.

Sie kam einige schwere Schritte auf ihn zu. Ihn, der wirklich an dieser ganzen Misere schuld war. "Was soll das?", fragte sie zischend, als die letzte Hürde in ihr brach. Die Vernunft sprengte ihren Käfig und sie kam schwer auf ihn zu, stand eng vor ihm. Die ganze Dunkelheit seinerseits umfasste sie, aber es war egal. Die Wut, Rage, die Lebensaggression war in ihr geweckt. Die Angst, die sie vor ihm gehabt hatte, vergessen, alles weg. "Diese ganze verdammte Reise hierher für irgendeine seltsame Geisteskrankheit oder Erscheinung? Was hab ich davon? NICHTS!", kam es gepresst aus ihr, als sie nach ihrem Laserschwert griff und es aktivierte. Violetter Schein durchdrang den Raum, als sie ihren Beschluss fasste: umbringen. Egal was. Umbringen... langsam, qualvoll, sie konnte das- hatte sie an sich selbst, ihrem Spiegel, ihrer Schwester bewiesen. Sie wollte gerade die letzten Schritte hinter sich bringen und ihm die Klinge mitten in die Magengegend rammen.
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#35
Der Ansturm der Untoten wollte kein Ende nehmen. Immer mehr verweste Körper stiegen aus der verfluchten Erde Korribans empor um sich auf die Sturmtruppen der 83. Legion zu stürzen und ihnen einen grausigen Tod zu bescheren. Egal wie viele Skelette die Imperialen zerschossen, fünf weitere waren bereit ihren Platz einzunehmen. Cato stand in mitten dieses Gefechts auf Leben und Tod, welches seine Legionäre längerfristig verlieren würden. Dennoch wich keiner von ihnen. Die Männer hatten nach all dem Schrecken der ihnen widerfahren war wieder zu ihrem Geist zurückgefunden. Disziplinierte Salven wurden abgegeben, während die unaufhaltsam wirkende Flut an Untoten näher rückte.

Die Legionäre waren eingekreist und auch Inquisitorin Nigidus konnte trotz ihrer Fähigkeiten nur wenig ausrichten. Das würde das Ende dieser tapferen Gruppe sein, die sich den Schrecken Korribans widersetzt hatte, doch letztlich forderte der Planet seinen Tribut. Oder doch nicht? Cato hatte sich bereit mit seinem Schicksal abgefunden, er würde stehen und kämpfen, bis zum Schluss. Doch andererseits, sollte das sein Ende und das seiner Männer werden? Während ein weiterer Untoter sein endgültiges Ende fand, beschloss der Oberst, "Nein!". Wenn die Imperialen lebend aus diesem Chaos entkommen wollten, musste schnell gehandelt werden, nur ein Gewaltschlag konnte sie aus diesem Kessel hinaus bringen."Legionäre, für Ausbruch formieren!", befahl er und eine rasche Abfolge an Nickern zeigte ihm, dass jeder Soldat verstanden hatte. Langsam wurde eine Keilformation gebildet, um dem Kessel der Untoten zu entkommen und in die eindeutig sichereren Katakomben zu entkommen. Alles war bereit, die Inquisitorin stand bei den Sturmtruppen, welche nun in Formation waren um einen Vorstoß zu wagen, der sie entweder umbringen, oder aber retten würde. "Vorwärts, Angriff, wir müssen uns bis in den Tunnel durchschießen!", orderte Cato und damit begangen die Imperialen ihr verzweifeltes Manöver. Raschen Schrittes rückten sie vor und walzten dabei einen Untoten nach dem anderen nieder. Doch nicht alle Legionäre hatten das Glück unbeschadet voran zu kommen. Cato vernahm einen verzweifelten Schrei im Kom und drehte sich noch im Lauf abrupt um. Er konnte einen Soldaten erblicken, der von mehreren Untoten gepackt wurde, welche begangen mit ungeheurer Kraft an ihm zu reißen. Der Oberst wollte seinem Untergebenen helfen, rannte nach hinten, doch ein förmlicher Schutzwall aus Untoten bildete sich zwischen ihm und dem zum Tode verdammten Soldaten. Cato sah, dass er nichts mehr tun konnte, doch dennoch haderte er mehrere Augenblicke mit sich. Er stand da und beobachtete wie sein Kamerad wie ein Stück Fleisch zerrissen wurde und von seinen Mördern einfach fallen gelassen wurde um den nächsten Imperialen zu greifen. Gerade im letzten Augenblick schaffte Cato es sich loszureißen und seinen Mannen zu folgen, ehe auch er ein frühzeitiges Ende fand wie sein Soldat.

Der Vorstoß der Imperialen schien erfolgreich zu verlaufen. Immer weiter rückten sie vor, bis letztlich der erste Legionär seinen Fuß in die alten Sith Katakomben setzte. Ihm folgten die Übrigen Überlebenden, Inquisitorin Nigidus und letztlich auch Cato. Doch die vermeintliche Sicherheit stellte sich bald als Falle heraus. Die Untoten folgten den Sturmtruppen und dies in einem eiligen Tempo. "Wir müssen uns tiefer in die Tunnel zurückziehen, oder die Mistkerle schließen uns hier ein!", gab Cato über Kom zu verstehen und schnellst möglich begaben seine Legionäre sich auf den Rückzug. Immer weiter ging es durch die Tunnel, das schreckliche Gegrunze der Untoten hinter sich, bis einer der Sturmsoldaten nach einer Biegung stoppte. Cato wollte ihn bereits harsch zurecht weisen, doch dann sah auch er weswegen er gestoppt war. Zwei dunkle Gestalten standen vor ihnen, von welchen eine Kälte auszugehen schien, die allen Anwesenden das Blut in den Adern gefrieren ließ. Die Legionäre überlegten nicht lange, sie erhoben die Waffen und zielten auf die Fremden. "Gebt euch zu erkennen!", forderte Cato die vermummten Gestalten auf, den Blaster auf sie gerichtet. In der Dunkelheit war es dem Oberst nicht möglich zu sehen wer dort vor ihm stand, andernfalls hätte er sich wohl unterwürfig auf die Knie geworfen. Doch nun war er bereit zu schießen, wenn sich die Fremden nicht zu erkennen gaben.
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#36
Verrat. Vesperum sah in Ilara nichts mehr als eine Verräterin. Was sie gerade tat, war nicht nur Verrat an ihm, sondern auch an der Sache der Sith. Nein, viel wichtiger war die Tatsache, dass sie SEINE Person hinterging. Wut stieg in ihm auf, ungezügelt aus seinem dunklen Kern. Sie war seine Judas. Die Person, der er hier vertraut hatte, die er gerettet hatte und sich nun an seiner Person vergehen wollte. Ilaras Tötungsabsicht stand in ihrer Aura sowie in ihren Augen. Die dunkle Jedi brannte in der Macht, wie Feuer, welches nichts als Asche hinterließ. Darth Vesperum fletschte seine Zähne, während Speichel an ihnen herunterlief und in staubigen Tropfen zu Boden fiel. Der dunkle Lord sah sich mit dem Wahnsinn konfrontiert, den er geschaffen hatte. In dieser Hinsicht übersah der Sith, dass sich seine Diener (in Form von Sturmtruppen und Reah Nigidus) näherten, gefolgt von den dunklen Kreaturen, den Untoten, gesteuert vom finsteren Willen des Kressh.

Ilara hatte gut gelernt, doch eine wichtige Tatsache auf ihrem Weg in die dunkle Seite vergessen, dass blanke Mordlust niemals Sinn des Pfades sein konnte. Mordlust war ein guter Anker im Kampf aber man verlor schnell die Kontrolle. Doch nun stieg auch eben diese Lust zu Töten in Vesperum auf. Müde aber erheischend sanken seine Augen auf das Lichtschwert, welches erglimmte. Der Lord verhinderte es nicht, sondern ließ es willendlich geschehen. Ein weltfremdes, lebensfeindliches Lächeln gierte in seinem Gesicht auf, wie der Wahnsinn, den er schon lange trug. Der dunkle Schatten genoss das Angesicht von Ilaras Waffe. Ihr Zorn, ihr Hass und ihr Hunger nach Tod waren gut, schmeckten wohlig vor seinen Augen. Sie widerstand nicht mehr. "Endlich," zischte der Darth mit dunklem Vibrato, gefolgt von einem irren Lachen, die Toten verspottend. Seine Gedanken kreisten um den Punkt, ihr das Genick zu brechen. Die Vorstellung genoss er, doch dann besann sich der Lord im Fluss der dunklen Seite, dass sie brauchbar war, auch mit ihrer blanken Mordlust. "Du hattest nie etwas," sagte Vesperum munter, fast frech durch seine gelben Zähne pressend. "... und wirst auch nie mehr etwas haben, außer mein Gebot." Wieder dieses böse Lachen, welches durch jedwede Aura brach, jede Mauer einriss und sich mehrfach in die Gedanken drängte. Ilara konnte diesem Lachen nicht entgehen, welches durch die dunkle Seite getragen wurde. Der dunkle Lord genoss es, dem Tod ins Gesicht zu blicken. "Du denkst, ein Lichtschwert, geführt von dir, könnte mich besiegen?" Der Sith befeuchtete seine rissigen Lippen mit dem Strich seiner schwarzen Zunge, während er seine beiden Arme von sich streckte. "Stich zu und sieh, dass du nichts hast, außer deinen Verrat," offenbarte der Lord fies gesprochen. "Wahrheit ist etwas Grausames aber ich bin mehr als das Leben." Seine Arme bildeten mit den Resten seines Robenmantels dunkle Schwingen, wie die des Tode selbst. "Vorsichtig, junge Sith, der Teufel wird sein Gesicht nun enthüllen." Sein Mund schloss sich, während sich ein Grinsen darüber legte. Die Augen stierten auf sie. Diese toten Augen seines bösartigen Majestät, die sich in die Augen eines Bietes in dunklen Nebeln verwandelten. Das satte Gelb gepaart mit roten Äderchen füllte sich mit kräftigem Schwarz eines Nebels von Hass. Der Blick umgab Ilara, als sie von seltsamen Schwingen umschlagen wurde. Ein Hauch von Wind ließ ihre Haare aufsteigen, während sie von seinem Willen gepackt wurde und in die Luft empor gerissen wurde. Der dunkle Lord Vesperum tauchte in das schwarze Meer ein und entließ dessen Dämonen auf die dunkle Jedi, die ihren Verrat bereuen würde. "Närrin," keuchte der Lord saftig aus seinem Mund, tropfend lechzte sein Speichel aus dem Mund, während er sie angeiferte. Die dunkle Kräfte pressten auf ihre Haut, wenig später auf ihre Muskeln und schließlich auf die Knochen, die bereits unter der Last schmerzten. "Ilara," hallte es aus seinem schwarzem Mund. Die Muskeln ihrer Hände konnten ihre Waffe nicht mehr halten, so denn das Lichtschwert zu Boden fiel. Es klirrte und schepperte.

Doch der Lord ließ nicht ab. Die Farbe des Kriegsgerätes erlosch am Boden, während das Schwert deaktiviert einige Zentimeter rollte. Dort schwebte sie nun, umgeben von seinem Willen, hilflos ausgeliefert. Nur eines blieb. Der Blick in sein Gesicht, welches sich verändert zeigte und den wahren Verfall der dunklen Seite offenbarte. Schwarze Äderchen, schwarz-gelbe Augen in laschem Nebel und weiße Haut, die schwarze Lippen umgaben, die ein Grinsen zeigten, welches aus der ewigen Hölle selbst stammte. Vesperum genoss es, das schwarze Meer endlich zu akzeptieren, es zu öffnen und geschehen zu lassen. Sein Geist transzendierte in Mordfantasien an seiner einstigen Hand, doch ein Verrat an diesem Ort war zwar unverzeihlich aber verständlich. So wandelten sich alsbald die Fantasien in Bestrafungsmanifestationen. Eine geisterhafte Hand packte Ilara am Genick, drückte fest zu, aber sonst ließen die Kräfte von ihr ab, während sie unsanft schaukelnd am Genick gepackt, zum Teufel hinabschwebte.

Dieser streckte seine Linke aus, ließ den anderen Arm schlapp herabfallen und griff mit seiner bloßen kalten Hand ihren Hals. Er würgte sie fest. Nun konnte sie seinen Atem spüren, wie er faulig in ihr Gesicht schlug. Seine Nähe wurde unangenehm. Die Kälte übertrug sich auf sie. Durch seine Hände entfloch ihr Leben, wie ein erlöschendes Feuer. Die trockenen Krallen seiner Fingernägel bohrten sich verstärkt durch die dunkle Seite in ihr Fleisch. Blut quoll aus ihrer Haut, unter Druck seiner Hand. Der Sith-Lord hielt sie in Position. "Ein Gedanke," stellte er klar, während seine Augen in ihre Seele blickten, genährt von ihrem eigenen Hass, der das Portal öffnete. Ein Gedanke reichte, um sie zu töten. Nur ein Willensprozess des dunklen Lords gebot nun über die dunkle Jedi.

Der Nebel löste sich aus den diabolischen Augen des Vesperum, glitt durch die Luft und zwängte sich durch ihre Nase in den wunderschönen Körper. Der dunkle Lord wollte ihr etwas zeigen; eine Hölle die sie erwartet. Der schwarze Nebel ließ ihren Körper beben, aufkochen, bevor sie ein Frost übermannte, der sie erschlaffen ließ. "Ich bin in deinem Schädel," hörte die Hand seine Stimme in ihrem Schädel, wie sie dagegen hämmerte. Ihr Hirn kochte, wie unter Feuer als seine Gedanken ihre überlagerten. Bilder aus der Hölle selbst drangen ein. Verstümmelungen von ihrem Körper, Messer, die durch ihre Haut schnitten und diese aufrissen und Blut, welches aus ihren Augen rann; nur Tod und Leid war dort. Das zeigte er ihr durch seinen Geist. "Ich bin," schrie der Lord ihr ins Gesicht, bevor der Nebel sich aus ihrem Körper löste und durch die seinen Augen in den Nexus der dunklen Seite zurückkehrte. Kurz manifestierte sich Ilaras Schwester in seinem Gesicht, wie eine Fratze, die wie Wachs in der Macht zerfloss. Ein Nebeneffekt des Wahnsinns, den Vesperum darstellte. Die Fratze ihrer Schwester war dahin geflossen und nur Vesperums dämonische Erscheinung blieb.

Noch einmal drückte der Sith fest zu, bevor er Ilara gegen die Wand schleuderte. Gegen diese knallte sie mit einem dumpfen Schlag und rutschte an dieser hinunter. Sie lebte noch. Doch etwas geschah an ihren Unterarmen. Es brodelte unter ihrer Haut, deutlich schwächer als der Schmerz gerade, dennoch präsent. Vesperum veränderte etwas an ihr. Sith-Symbole drängten sich wie Stigmata an die Oberfläche ihrer Unterarme. Sie platzten auf und gaben eine blutige Narbe frei. Die Symbole (-jeweils eines auf jedem Unterarm) waren nun ihr Zeichen. "Vergiss niemals," rief der dunkle Lord ihr zu. Nun fiel der Hass von ihm ab; er torkelte einen Schritt, keuchte schwer und stützte sich an der Wand ab, nach Luft suchend in diesem Staub. Was hatte er getan? Was war er geworden? Ein Monster? Kurz rieb sich der mächtige Sith mit der Rechten über das Gesicht, welches fürchterlich schwitzte. Doch es war keine Zeit für Selbstbetrachtungen. Die Ereignisse überschlugen sich, wie als ob sie von Korriban selbst so geplant worden waren.

Nun erkannte der Lord, dass Sturmtruppen sich genähert hatten. Ihr Aura war nun wieder für ihn zu spüren, der Schleier des Finsternis und des Mordes legte sich. Der Imperator stieß sich von der Wand, hob beschwichtigend beide Arme. "Darth Vesperum,- Imperator," schallte es Cato sowie seinen Männern entgegen. Immerhin etwas. Er würde nun Korriban verlassen können. Doch viel Arbeit lag vor dem Geschundenen. Ein kurzer Seitenblick fiel zu Ilara. "Erhebe dich," befahl der finstere Herrscher zu seiner ewigen Sklavin. "Deine Aufgabe liegt auf dem Boden dort," sagte der Meister. "... - Die Artefakte." Wieder dieses Grinsen auf seinen Lippen, faltig, leer und böse. Grazil ließ er seine Linke kreisen, um ihr Lichtschwert in der Macht aufzuheben. Mit einem schnellen Zusammenballen der Hand zu einer Faust zerquetschte er es zu einem Klumpen Metall, den er Ilara vor die Beine schleuderte. "Deine letzte Chance. Erfülle deine Aufgaben," setzte er schallend in Richtung der schwachen Ilara nach. Dann blickte er fürsorglich zu Cato und trat einen Schnitt näher. Die Untoten näherten sich graulend im Hintergrund. Vesperum zog eine Braue hoch, beobachtete das Treiben aber tat vorerst nichts. Es würde sich alles entspinnen.
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#37
Verrat? Das nannte er Verrat? Verrat involvierte Dritte. Das hier war pure Rache, purer Hass, pure Mordlust. Sie wollte nicht an seiner Stelle stehen, sie wollte ihn nur auslöschen und vernichten, all das, was er ihr angetan hatte durch sein Sterben wenigstens beenden. Krepieren sollte er, sein hässlicher Körper sollte zugrunde gehen, die Augen erlöschen und er sich, von ihr aus, mit diesen verdammten Machtgeistern in diesen Gewölben tummeln. Er musste hier bleiben, verdammt, für immer. Das Gewicht um sie herum drängte immer schwerer, aber ihr Körper baute sich auf, bis sie ganz nahe vor ihm stand. Was konnte er ihr schon antun? Er war ein Geist mehr nicht, kein Körper mehr. Der schien sowieso bald den Geist aufzugeben, dann war es aus. Er hatte auf eine Karte gesetzt und zwar auf die falsche. Widerlich war sein Gesicht, seine Aura, nichts Graziles war an ihm zu finden. Er war tote Masse die durch ungute Machenschaften noch in diesem Leben gehalten wurde.
In ihrer Wut lag ihr ganzes Scheitern. Ihre Fähigkeit, mit der sie sich vielleicht wenigstens hätte aus der direkten Schussbahn reissen können, dem Verschwinden in den Schatten, hatte sie den Garaus gemacht damit, dass ihre Wut sie mit aller Kraft manifestierte. Sie fühlte, wie die Wut in ihm aufstieg, aber das passte ihr nur. Sollte er in Wut krepieren, vor ihr, auf seinen Knien und sein Leben sogar auf ihre Stiefelreste spucken. Das morbide Lächeln auf seinem Gesicht trieb ihre Rage nur noch an. Er lächelte? Er nahm sie nicht ernst. Wie sie niemand richtig ernst nahm, ausser eben die, die wirklich schwächer als sie waren. Und taten die das nicht starben sie. Seine Worte liessen sie beinahe explodieren. Es war so, sie hatte nie etwas gehabt ausser ihren eigenen Schatten. Und sogar der verliess sie gelegentlich. Sein Gebot war bald tot…sie stellte sich immer mehr vor, wie sie vorging, blitzschnell, würde auf jede seiner Bewegungen reagieren und sie parieren. Womit sie allerdings nicht rechnete war, dass er sich ihr nicht körperlich entgegenstellte. Beinahe verwirrt blieb sie in der Bewegung stehen und fühlte, wie seine Aura sie umfasste. All ihre Sinne wurden von ihm besetzt. Sie sah schwarz, hörte nur noch sein Lachen, fühlte seine Kälte an ihrer Haut. Dabei blieb es aber nicht. Noch krallte sie sich an ihre Waffe, an der ihr Leben hing. Verrat? Nun gut, dann hatte sie immerhin diesen. Taumlend kam sie einen Schritt, den letzten, näher. Trotz aller Schmerzen und allen Warnungen, die ihr Körper sandte, stand sie vor ihm. „Es… ist egal was…“, weiter kam sie nicht. Ihre nächsten Gedanken gehörten nicht mehr ihr. Sie wurden eingegeben, gelesen, verändert, besessen. Nur nebenbei nahm sie wahr, dass ihr Körper sich nicht mehr auf dem sicheren Boden befand, der ihr eine Absprungsmöglichkeit bot. Sie hing in der Luft, wie schon einmal in letzter Zeit, aber dieses Mal nicht mehr sanft. Sie hing einfach… Sie wurde externe Betrachterin ihrer eigenen Gefühle, Gedanken, die wild unter ihr verändert wurden. Sie wurde gezwungen, alles genau mitzuverfolgen und fühlte jede Änderung brennen. Nur der Schmerz, der ihre Glieder durchfuhr hielt sie in dem Schwebezustand kurz vor dem Verrücktwerden. Dieses Gefühl war das Schlimmste, was sie jemals erlebt hatte. Bilder blitzten an ihrem inneren Auge vorbei und sie hörte nur noch seine Stimme, während die Bilder sich verschoben. Was war Wahrheit? Was war Lüge? Sie konnte ihr eigenes Leben, ihr Selbst, nicht mehr ordnen, wusste nicht mehr, wer sie war, woher sie kam, was sie konnte und das jagte ihr eine solche markerschütternde Angst ein. Der Schmerz wurde unerträglich, als ihre Knochen betroffen wurden. Sie fühlte sich wie in einer dieser riesigen Müllpressen- nur würde sie nicht sterben. Diese Wahnsinn wurde in ihrem Gehirn heimisch, fand dunkle Ecken, die Ilara verdrängt hatte, leuchtete sie aus, während sie hilf- und machtlos zusehen musste, wie ihre Waffe zu Boden fiel. Nein, sie fiel nicht mal. Sie liess sie los. Ihr Name reichte und ihre Hand öffnete sich. Sie hörte das Klappern ihres letzten Ankers gar nicht mehr. Es gab nur noch diese Dunkelheit, die Manipulation und ihn.

Ihre aktuellen Gefühle und Vorhaben wurden ihr bewusst. Sie wurden angesehen… von ihm. Er wusste es, er kannte alles, mehr als sie, konnte darüber urteilen und die verändern. Keuchend wand sie sich in der Luft, was nur zu grösseren Schmerzen fühlte. Sie wollte wegrennen… das erste Mal seit dem Tod ihrer Schwester: wegrennen, nie wieder kommen, alles vergessen, sich in eine Ecke werfen und weinen. Das schwarze Meer drohte sie zu ersticken, bis sie merkte, dass sie wirklich gewürgt wurde. Unter akutem Sauerstoffmangel trieb es ihr Gehirn unter seinem Einfluss noch bunter. Farben tauchten auf, bis alles nur noch schwarz wurde. Sie blinzelte heftig, während sie gar keine Luft mehr bekam, röchelte und sich an den Hals griff. Eiskalte, tote Haut. Sie fühlte, wie ein Gefäss am Hals platzte und seinen Inhalt über seine Hand goss. Verräterisch pulsierte jede Hauptschlagader weiter in ihrem Körper und trieb Blut in seine Hände und das mechanische Leben aus ihr. Sie fühlte die Nähe des Bodens, der aber keine Rettung mehr darstelle. Sie war verloren. Sie würde nicht sterben, sie war zum Leben verdammt. Zum Leben mit einer besetzten, parasitären Seele. Aber vorher litt sie, sie würde leiden bis auf den Tod. Sein Wille klebte an ihrem Leben. Ein Gedanke und ihr Hirn würde sich ausschalten und alles töten. Ihr Herz würde in der Brust unter Druck platzen, aber nein… so gütig war er nicht. Sie wollte gerade sterben, nichts mehr als das, wollte das, wovor sie sich so sehr fürchtete. Ihre Gedanken wurden umgerissen, die schlimmsten Szenarien aus ihrem Leben wurden nochmals manifest. Irgendwann, als sie die Augen öffnete sah sie dunkle Schleier auf sie zukommen. Ihr Schrei wurde im Keim erstickt und ihr Körper erschlaffte, als sie ihn hörte. In ihrem Kopf. Überall. Er gebot, was sie dachte, wo sie es dachte, was sie fühlte- und ihr wurde übel. Es war wohl die Paarung aus dem fauligen Geruch und dem Gefühl, wirklich alle Zügel loszulassen. Der Chef über all die Geister und Dämonen betrat den Ring ihres Gehirns. Heftige, pochende Kopfschmerzen zogen sich durch alle Zellen ihres Kopfes. Sie hatte aufgehört zu atmen und lag in einem Koma. In einem, aus dem sie nicht aufwachen konnte, alle Höllen durchlebte. Falls sie bisher dachte, sie hätte die Hölle gesehen: das hier war mehr. Mehr als alles, was sie bisher erlebt hatte. Unter Husten, keuchen und einem Krampfanfall wurden ihr all die Bilder bewusst, die er ihr nun einfiltrierte. Bilder, die sie niemals gesehen hatte und niemals sehen wollte. Ihr eigener Körper lag da, all ihre Schönheit war zerstört, er wurde missbraucht, gedemütigt und niedergemacht. Sie war in ihrem eigenen Horrorkabinett gefangen und würde ihm nie wieder entkommen. Mit einem Ruck fuhr ein Atemreflex durch sie, der durch den Würgegriff gehindert wurde. Ihre Lunge brannte ohne Luft und sie japste, als sie wieder zu Bewusstsein kam. Er war… er war… er?! Sie sah sich selbst. Sie sah ihr Gesicht in dem Vesperums, bis sie merkte, daass es viel schöner war als das ihre. Es war ihre Schwester, bis sie sich ins Nichts verzog. War das das letzte, was sie sah? Mit halbwegs klarem Verstand? Ihre Schwester?
Das Böse hatte ganz von ihr Besitz ergriffen. Sie traute sich gar nicht, an irgendwas zu denken. Sie sah alles. Alles… ihren Körper, wie sie litt, aus einer fernen Position und wurde am Eingreifen gehindert. Sie konnte gar nicht sagen, wo sie sich genau befand. In sich? Neben sich? Weit weg? Sie wusste nur, dass sie nun atmen musste. Es knackte in ihrem Hals, als Vesperum noch fester zudrückte. Er brach ihr wirklich das Genick… jedoch fühlte sie den Aufprall an der Wand zu gut, als dass sie hätte tot sein können. Benommen sackte sie zusammen und japste nach Luft, die sich wie Feuer in ihre Lunge zog. All die Wut, die Grösse und Stärke war gewichen und hatte ein Häufchen Asche zurückgelassen. Sie zitterte heftig, konnte ihre Hände kaum mehr ruhig halten und wippte leicht in Katatonie.

Sie stützte sich mit letzter Kraft auf ihre Arme, als ein heiserer, erstickter Schrei aus ihrer Kehle drang und sie ihre Arme besah. Blasen bildeten sich, wie von einer argen Verbrennung, bis Blut zu sehen war. Sie schrie, zitterte, fühlte unkontrollierte Tränen an ihren Wagen hinunterperlen. Sie würde sterben, an all diesen Qualen. Was war das nun? Ihre Arme schienen regelrecht aufzuplatzen, bis sich Formen zeigten und das Bluten aufhörte. Was war das? Keuchend besah sie sich die riesigen Male auf ihren Unterarmen, die brannten die frisch abgezogene Haut. Es war abgezogene Haut… und Verbrennungen. Die Formen waren durch das Blut nicht genau zu erkennen, aber sie fühlte alles brennen. Ilara klappte erneut zusammen und blieb kraftlos zitternd liegen. Ihr Herz klopfte schnell, beinahe flimmernd und sie starrte aus toten Augen. Vor ihren Augen tanzten die Bilder der letzten Minuten. Sie schluckte hart, was kaum möglich war, öffnete den Mund, hustete Blut. Das Mahlrad, in dem sie sich befand, drohte sie zu zermalmen. Sie lag da wie tot, während in ihr die Hölle weitertanzte. In ihr kreischten die wildesten Dämonen, während sie einfach da lag. Sie machten weiter, wo Vesperum angefangen hatte. Sie frassen, bahnten ihm seinen Weg. Als er jedoch sprach hörte sie ihn übergenau in ihren Ohren. Imperator? Noch immer blickten tote Augen in den Raum. Jemand war hier, richtig? Jemand war hier um sie zu retten. Irgendjemand, bitte… Schon während Vesperum die nächsten Worte sagte zog sich ihr Körper wie in Trance hoch. Wie das ging konnte Ilara nicht sagen- es ging einfach. Ohne einen Gedanken an ihre Waffe zu vergeuden hob sie die Artefakte auf, fühlte Blut im Mund, in der Nase, überall… Ihr Gesicht war feucht von Blut und Tränen. Ihre Hände zitterten noch immer, aber die Artefakte lagen sicher in der Mitte. Kraftlos sah sie ihrem Lichtschwert nach, wie es sich erhob. Es kam zu ihr… es kam zu ihr! Sie wollte gerade die Hand danach ausstrecken, als… ihr Herz blieb einenkurzen Moment ganz stehen, ehe es losstolperte. Ihr Widerstand, ihre Verteidigung… mit grossen, angsterfüllten Augen, die nur noch aus Pupille bestanden. Sie klappte ihre Mund auf, starrt einfach nur noch, entsetzt, während in ihr etwas zerbrach. Der letzte, kleinste Widerstand. Vesperum ging weiter während ihre Waffe zu ihren Füssen lag. Eine Masse.. sie blieb stehen, starrte einfach nur noch. Sie war eine Puppe, die irgendwie an Fäden hing. Ungeschickt stellte sie einen Fuss vor den andern und fiel beinahe um. Schlurfend zog sie den anderen Fuss nach. Gehen.. einen Fuss vor den andern.. einen Fuss… Chance? Sie hob den Kopf und sah ihn an, während das Blut aus ihrer Nase lief. Er… Stolpernd knallte sie an die Wand, als ihr Körper Angst empfand. Es war nicht einmal ihr Hirn. Ihr Körper tat es. Ihr Herz hämmerte und sie starrte ihn an, während sich der Tross um Cato näherte. Er hatte ihr wohl ohne es zu wollen durch sein Erscheinen das Leben gerettet. Vesperum wandte sich von Ilara ab, die einfach nur atmend, beinahe japsend an der Wand stand, vor ihr ihre zerstörte Waffe, in ihren beiden Händen die Artefakte. Von der Frau, die nichts von sich preis gab und kalt war, war ein zitterndes Mädchen zurückgeblieben, die kaum mehr stehen konnte. Er liess sie aber nicht alleine hier, oder? Sie durfte mit? Oder musste sie hierbleiben? Keuchend schluckte sie, wollte etwas sagen, aber durch das Würgen war ihre Stimme weg. Unsicher machte sie einige Schritte auf Vesperum zu, blieb dann aber stehen, als sie gegen das Konglomerat aus Laserschwert stiess. Sie starrte es ungläubig an und trat darüber hinweg, schlurfte Vesperum nach.
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#38
Noch immer zielten die Sturmtruppen auf die beiden unbekannten Personen. Cato hielt die Fremden beinahe für Hirngespinste, welche Korriban ihm in den Kopf setzte um seinen ohnehin schon in Mitleidenschaft gezogenen Geist noch weiter in den Abgrund zu treiben. Kurzzeitig fragte der Oberst sich, warum er nicht einfach schoss. Schließlich war es wohl nur eine Halluzination und was für Menschen sollten sich sonst freiwillig auf dieser Welt aufhalten? Warum schoss er nicht? Hinter den Legionären näherten sich langsam, aber beständig die Untoten, welcher von einer der unheiligen Kräfte Korribans erweckt wurden. Ihr trockenes Gefauche und der dumpfe Laut ihrer Schritte kam immer näher und langsam musste Cato entscheiden, ob er die vermeintliche Illusion niederschießen, oder einfach stehen lassen würde. Doch es war die allgegenwärtige Kälte, die offensichtlich von den Unbekannten auszugehen schien. Erst fiel es ihm nicht sonderlich auf, doch je länger er dort stand, desto unbehaglicher fühlte er sich. Seine Arme fühlten sich wie steif von Kälte an und auch seinen Mannen erging es nicht anders.

"Oberst!", drängte einer der Legionäre, der aus seiner Starre zurückkehrte. Lange konnten die Imperialen dort nicht mehr verweilen, oder sie würden ein baldiges Ende finden. Selbst die Inquisitorin äußerte sich nicht weiter dazu, auch sie schien von dieser boshaft anmutenden Kälte überwältigt zu sein. Catos Gedanken kreisten sich immer noch darum ob er schießen, oder weiter rennen sollte, doch dabei wurde er von der lähmenden kalten Präsenz gehindert. Doch dann, im letzten Augenblick, bevor die Untoten die Imperialen erreichen konnten, gab einer der beiden Fremden sich als - und Cato sowie seine Mannen konnten es nicht glauben - Imperator Vesperum aus, dem Grund der Anwesenheit der 83.

Unter seinem Helm blinzelte Cato, konnte das sein? War es tatsächlich Vesperum der dort in Fleisch und Blut vor ihm stand? Etwas wie Freude stieg in dem Legionär auf, Freude über den erfolgreichen Abschluss seiner Mission. Jedoch war noch immer nicht geklärt ob es der wahre Vesperum war, oder eine Täuschung. Andererseits war der Oberst nicht darauf erpicht noch viel mehr Zeit als nötig auf Korriban zu verbringen, wenn gleich der Gedanke verräterisch war. Also tat er nicht viel mehr, als sein Haupt in einem Ruck zu senken und den vermeintlichen Imperator zum sofortigen Rückzug zu bewegen. "Mein Imperator, ich kann nicht beschreiben wie froh wir sind euch gefunden zu haben, doch ich muss euch bitten diese Katakomben schnellstmöglich zu verlassen. Dieser Planet ist böse und seine Kräfte quälen uns schon seit unserer Ankunft, ich bitte euch erneut mein Imperator, wie müssen uns sofort zurückziehen!", sprach der Oberst an Vesperum gewandt, eine leichte Verzweiflung in seiner Stimme mit fließend. Sollte dieser nun entscheiden, dass die 83. stehen blieb und bis zum letzten Mann kämpfte, nun, dann würde Cato diesem Befehl wohl nachkommen, doch seine Hoffnung war, dass der Imperator einlenkte und man endlich diesen elenden Planeten verlassen konnte.
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#39
In seiner Welt spielten die Befürnisse anderer nur peripher eine Rolle. Sein schwarzes Herz ließ nur sich selbst zu, ordnete anderen Welten seiner unter, zwang sie in eine grausame Abhängig von Sachlichkeit und Willen. Darth Vesperum war der Gott seines, wenn auch immer weiter kollabierenden, Universums. Zu gebrochen, zu wahnsinnig, um ein normales Leben sehen zu können oder es wahrzunehmen.

Die Musik seines Willen schlug eine Kälte in die Köpfe aller Anwesenden, wie auch sein Herz pochernd die Luft sprengte, mit jedem Schlag. Jeder Schlag seines Herzens ließ das Leben kurz innehalten, wartend, was kommen möge und der Tod sah selbstlos zu. Vesperum blickte zum Sturmsoldaten-Offizier, dann zu seiner neu-gewonnenen Sklavin, die ihr Schicksal besiegelt hatte. Ilara war verloren, gerade jetzt, wo sie die Hand gegen den Meister erhoben hatte. Sie hatte versagt, in allen Belangen- und Versagen konnte ein Sith nicht ungestraft lassen. Es war kein Versagen in einer Aufgabe, es war kein Versagen an einer Tatsache; es war ein Versagen an den Sith und ihrem Kodex. Ihre Stärke war ein Selbstbetrug, der sie nun verdammt hatte-; in seiner Welt zu sein, bis zum Ende seiner Tage. Er war ihr Teufel, ihr Peiniger, Bewahrer und Meister. Sein Blick lag noch eine kurze Weile auf ihr, wie das Joch eines Ochsen. Kalte, nicht sichtbare Hände schoben Ilara zu ihm, in seine Nähe, dort wo ihr Platz war: sein Geschöpf. Ein unkomfortables Lächeln umspielte seinen Mund als Ilara herantrat, in seine Präsenz.

"Gut," sagte er nüchtern, bevor der dunkle Lord dem Oberst antwortete. Der Blick fiel hektisch auf die Untoten, die bereits den Korridor verließen, bereit alles zu vernichten, zu verdorren und auszunehmen. Der Sith spürte die Präsenz einer bekannten Macht, die von Ludo Kressh. Wieder der lebensfeindliche Ausdruck in seinen Augen und Mimik; dieses bitterböse Funkeln von Wahnsinn und Allmacht. Darth Vesperum hob seine Linke, konzentrierte sich auf die unsichtbaren Fäden, die die Untoten spielen ließen. Mit einer Welle von schwarzen Blitzen in Form eines Stoßes, zersprangen diese Fäden und ein kalter, frostiger Wind ließ die Haut kurzzeitig erfrieren. Die lebenden Leichen sanken wieder leblos zu Boden, zerfielen zuweilen zu Staub und einige Köpfe zersprangen auf dem Boden. Vesperum atmete unsanft aus, seine Lippe riss auf und schwarzes, fast dampfendes, Blut quoll erneut über seine Mundwinkel. "Noch nicht," kochte aus seinem Mund. "Oberst, eine Sache noch." Seine Augen flackerten unter hektischen Augenlidern. Es war an ihm, Ludo Kressh zu suchen, um diese Welt überhaupt verlassen zu können. So einfach, wie es der einfache Geist, in seiner Weltlichkeit vermutete, war es nicht mehr. Der Oberst hatte sich getäuscht.
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#40
Sie wollte es sagen. Sie wollte es wirklich sagen. Tötet ihn…, wollte sie hauchen. Die Sturmtruppen, die sie gefunden hatten, würden sie hören. Irgendwie. Zur Not starb sie eben mit, in einem Anflug von.. ja, von was? Es war nicht so, dass sie die Galaxis vor Vesperum schützen wollte. Sie wollte nur sich, sich alleine, vor ihm schützen und ihn zerstört sehen. Sahen sie das nicht? Sie mussten sie doch hören, diese Sturmtruppen. Sie mussten sie hören! Vesperum hörte sie doch. Wieso hörten sie sie nicht? Tötet ihn, jetzt, sonst ist es wirklich zu spät. Bitte… aber nichts geschah. Nein, der Oberst bat Vesperum noch zu verschwinden. Sie retteten ihn! Sie waren wirklich wegen ihm hier. Die angeschlagene Truppe- es waren sicher einmal mehr Männer gewesen- waren einzig wegen seiner Irrsinnigkeit hier. Ilara wankte an Vesperum heran. Selbst wenn sie es versuchte, sie konnte ihn nicht töten. Dass sie nicht bemerkt wurde war ihr fast recht, schliesslich ging es nicht um sie. Nicht in diesem schrecklichen Zustand wo sie so schwach und klein wirkte. In ihren Händen glitzerten verheissungsvoll die Metallartefakte, an denen sie sich festklammerte. Sie sah Vesperum an, während ihr das Blut um den Mund trocknete. Ilara hielt sich bewusst im Hintergrund. Was sollte sie dazu sagen? Nichts und wieder nichts…

Aber sie sollten ihn töten! Noch war er vielleicht nicht mal in der Position ein Märtyrer zu werden. Los, ein Schuss, mehrere, sie hielten ihre todbringenden Waffen doch schon so wunderbar. Ilara wankte einen Schritt näher zu Vesperum, sperrte sich aber gegen jeden weiteren, auch wenn sie etwas zu ihm hinzog. Es reichte. Er hatte sie gebodigt, ihr alles genommen und sie war bewegungsunfähig. Ihre Unterarme schmerzten bei jeder kleinsten Bewegung oder Zug an der Haut. Es reichte. Es mochte sein, dass sie irgendeinen ungeschriebenen Kodex gebrochen hatte. Einen, der ihr wiederum nicht wichtig war. Alles lief für sie nur auf das Recht des Stärkeren aus. Er hatte sie nur nicht getötet, weil es ihn gerade noch erfreute, sie so zu sehen und so benutzen zu können. Sie senkte den Blick, lauschte aber auf jede Regung. Vielleicht… schoss doch einer? Oder zwei? Vielleicht wurden sie so verrückt, dass es einfach geschah? Dieser Planet machte jeden hohl in der Birne.

Die Untoten störten Ilara nicht mehr. Es war nichts mehr, was sie ängstigen würde. Aber als Vesperum sich wieder aufbaute und diese bekannte Art aufflackerte wollte sie nur noch rennen. Er würde sie wieder peinigen, dieses Mal vor allen. Das konnte sie nicht zulassen! Ihre Füsse blieben jedoch am Boden festgeklebt, bis der erste Spuk vorbei war. Sie starrte auf die Köpfe, schluckte nur noch und öffnete den Mund, sagte jedoch nichts. Vesperum würde überleben. Er würde es. Sie krallte sich an den Artefakten fest, die wie Klumpen in ihrer Hand lagen. Da Vesperum noch gar nicht vor hatte zu gehen konnte sich Ilara denken, dass diese Hölle weiterging. „Wohin?“, fragte sie also heiser und leise, hustete dann und fühlte erneut Blut im Mund. Langsam war das nicht mehr schlimm. Sie kannte das Gefühl. Wenn du in der Hölle bist- geh einfach weiter. So einfach konnte es wirklich nicht sein. Ihr Blick glitt nun von einem der Männer, die für ihren Imperator alles tun würden zum andern. In ihrem Blick lag nichts ausser die Musterung. Diese Männer würden alles für ihn tun. Sogar sterben- und viel mehr. Das sollte sie eigentlich ehren. Sie hatten ihrem Leben einen Sinn gegeben und kämpften für diesen. Sie glaubten an diese Lüge, die durch jede ihrer Zellen floss. Sie legte den Kopf schief und starrte einen der lädierten Männer in ihrer multifunkionalen, leichten und doch gepanzerten, Rüstung an, die an einigen Enden und Ecken kaum noch am Körper hielt.
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