#24
Evan entschied sich. Eine Entscheidung, welche die Jedi überraschte, wenn nicht sogar überforderte, welche mit Mühe auf ihren Beinen stand. Ihre Wunden waren Narben, vielleicht auch seine Narben. Der Agent schien besiegt, verloren ohne seine Waffe und zog es vor, die Flucht zu suchen. Die Jedi folgte nicht, da ihre Kräfte sie verließen. Die Heilung und die Gesamtsituation waren zu fordernd, zu auslaugend. Ihr Blick auf Evan, welcher zu ihr sprach. Die Macht umgab seine Stimme, durchdrang ihn, welcher seinen Weg ins Leben zurückfand. Nicht mehr im Dunkeln. Die verschwimmenen Linien um ihre Augen vermochten den Blick nur kaum zu schmälern, doch verspürte sie einen Ruck in ihrem Rücken. Saanza wollte Ruhe. Endlich schlafen. Träumen von einer besseren Welt, nun auch mit Evan, welchem sie im Sturz nach Vorne, ein "Danke", zu rief. Schließlich fiel ihr betäubter Leib auf den Boden, wirbelte Staub auf, so dass ihre blutfleckten Kleider mit Schlamm überzogen, indem Sand und Blut verklebten. Evan hatte ihr die Hoffnung gegeben, sich nun auszuruhen. Jeder kämpfte mit seinen Dämonen, mit seinen Schatten und er hatte vorerst gewonnen. Ein Wund. Es war das wahre Wunder der Zeit. Nicht Saanzes Magie, Leils kalte Berechnung, sondern die kraftvolle Entscheidung, etwas anderes sein zu wollen. Evan hatte sich gegen vermeindliche Sicherheiten entschieden, gegen das Imperium und für die Jedi. Nein, es würde nicht seine seelischen Wunden heilen aber es würde helfen, dass er genesen konnte. Es brauchte noch viel Zeit. Zeit - ein Luxus, den Saanza, trotz des Krieges, trotz Vesperum, aufbringen konnte, um Seelen zu retten. Es war ihre Art, ihr Dasein, welches beflügelte, vorallem ihre Hingabe zu anderen. Sie war bereit, alles aufzugeben, für Evan, den sie kaum kannte, nur um das kleine Licht in ihm zu finden. Zane hatte sie gerettet, wie viele andere und nun auch Evan. Nein, sie war nicht stolz aber erleichtert und so blieb ein Lächeln auf ihren Lippen. Nur bei Vesperum hatte sie versagt, vollständig. Sein Hass vergiftete die Galaxis, als auch die Macht. Es gab keine Fragen mehr, nur noch Entscheidungen. Saanza war eine Jedi, dies war ihre Pflicht. Es war an der Zeit mit Evan aufzustehen. Am Boden streckte sie ihm ihre Hand entgegen, welche zerkratzt, zerschlissen war aber dennoch Halt suchte. Ihre Augen rissen auf und das Lächeln strahlte dem Söldner entgegen. "Ich brauche dich," sagte sie und atmete schwer aus. Wie einst Zane, Keltic und Lee konnte sie nun auch Evan zu ihrer Mannschaft zählen. Sie verband alle zu einer Einheit gegen die heranrasende Dunkelheit. In der Tat würde sie sich überlegen müssen, wie es nun weiterging. Loyalität entstand aus Vertrauen und Hingabe. Die Jedi gab sich der Sache hin und Evan würde ihr wohl folgen, da seine Entscheidung so eindeutig gewesen war und hatte die Waffe auf den Imperialen gerichtet. Gut. wenn auch brutal. Die Jedi war nicht zufrieden aber glücklich, dass sie nun einen weiteren Freund gefunden hatte.
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