Star Wars - Echoes of the Empire
Einöde von Korriban - Druckversion

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Re: Einöde von Korriban - Darth Vesperum - 05.12.2013

Ein kreischendes Lachen fiel in den Raum als sich ein blaues Schimmern offenbarte. Ludo Kressh hatte sich gezeigt. "Darth Vesperum," geiferten seine Worte hallend, strahlend in einem dunklen Neonlicht. Der Geist trat durch die Zeit zuckend, wie ein Hologramm, welches flackerte, auf Vesperum zu. Dieser blieb regunglos stehen, betrachtete das Geschöpf der dunklen Seite mit aller Ruhe. "Euer Sieg war vollkommen," sagte der Geist. "Ihr besiegtet nicht nur mich, sondern auch meine Armeen. Eure Soldaten und Diener sind sicher." Der tote Sith-Lord kicherte weltfremd, um sich dann Reah Nigidus zu zu wenden, die ebenso in den Raum gestürzt war. "Dunkle Jedi, ihr werdet nicht das finden, was ihr sucht. Ihr sucht Maschinen, wo keine Maschinen sind." Der Machtgeist wandelte verzerrt zu ihr. "Ich habe euch beobachtet," flüsterte seine Stimme direkt in die Schädel der Anwesenden, so sanft aber dennoch so fest. "Der Dark Reaper, der dunkle Verheerer, ist unser Geschöpf, unsere Maschine, aus Mechu Du Vitae geschaffen, in unserem Willen geformt. Sein Leib, sein Metall, welches voller Verlangen nach Tod streift, dient den Sith," erklärte der alte Lord in seinem Wissen. Er war gehässig. "Ich verrate euch dies, damit ihr nicht mehr danach sucht. Diese Suche wird euch vernichten und sie steht euch nicht zu, da ihr nicht Sith seid. Lasst das Schweigen zu euch sprechen." Die Projektion des Abgrundes huschte, wie ein Schatten zurück zum neuen dunklen Lord Vesperum. "Es ist an euch, Lord Vesperum. Nur an euch." Danach löste sich das Geschöpf in silbern-blauen Funken, wie ein Nebel, auf; dieses Ereignis ließ den Raum in der Zeit wanken, die Kreatur hatte endlose Kälte gebracht. Doch die Kälte ging nicht mehr. Sie blieb, wie auch Vesperums Präsenz. So schlicht, so böse, so schicksalhaft, stand er dort in seiner zerschlissenen Robe. Er sagte nur einen Satz in die Anwesendheit der Personen: "Wir gehen. Es ist getan."


Re: Einöde von Korriban - TX-9941 - 09.01.2014

Die Ereignisse überschlugen sich. Erst wurden Cato, seine Mannen und Inquisitorin Nigidus von Untoten verfolgt, dann stand auf einmal Imperator Vesperum persölich vor ihnen und beehrte sie mit seiner, mehr oder minder, herrlichen Präsenz. Unter ihren Helmen verzerrten einige Legionäre vor Ekel das Gesicht. Vesperum ähnelte von seinem Äußeren her jenen Untoten, welche den Imperialen noch immer nach dem Leben trachteten und rief in vielen von ihnen einen grausigen Schrecken hervor. Seine Haut war leichenblass und sein Gesicht wirkte wie geschundenes Leder und selbst Cato, der in dem Imperator beinahe eine Art Gott sah, musste sich dazu zwingen Vesperum direkt ins Gesicht zu blicken. Wie versteinert standen die Sturmtruppen da, in einem Mahlstrohm aus Ekel, Entsetzen und Ergebenheit. Doch im Vergleich zu seinen Untergebenen haderte Vesperum nicht. Er entfernte sich ein Stück von der Gruppe und nahm Kontakt zu einer Gestalt auf, die wie ein Hologramm wirkte, doch gleichzeitig schien eine neue Präsenz im Raum erschienen zu sein. Der Anblick dieser Person ließ Cato einen kalten Schauer hinunter laufen. Er hatte keinerlei Kenntnis davon wer es war und es interessierte ihn auch nicht, doch hatte diese geisterhafte Gestalt etwas an sich, dass Catos Aufmerksamkeit auf sich zog. Es vergingen einige Momente in denen Vesperum mit dem unbekannten Hologramm interagierte, ehe er sich wieder zu den Sturmtruppen umwandte welche wie gebannt darauf warteten diesen elenden Ort wieder verlassen zu können, der ihnen so viel Leid zugefügt hatte. Dann kam der erlösende Befehl des Imperators, der es den Imperialen endlich gestattete den Rückzug anzutreten und die höllischen Katakomben Korribans zu verlassen. Hektisch zogen sich die Sturmtruppen, den Imperator deckend, aus dem Tunnelsystem zurück, vereinzelt Schüsse auf die immer noch anstürmenden Untoten abgebend. Letztlich erreichten sie die Oberfläche in der Nähe des alten Kommunikations Relais. Sehr zu Catos Erleichterung befand sich die Lambda Fähre, die die Verstärkung auf die Planetenoberfläche gebracht hatte, noch immer an Ort und Stelle. Sofort eilte der Oberst in das Schiff und brüllte den Piloten an, "Sofort startklar machen, wir haben den Imperator!". Mehr Worte waren nicht nötig um den Piloten zum Handeln zu bewegen, innerhalb kürzester Zeit wurden die Triebwerke gestartet und die Überlebenden begaben sich in den Frachtraum. Somit erhob sich die Fähre und begab sich auf den Rückflug zur Dies Irae, welche noch immer im Orbit Korribans ausharrte und auf Cato und seine Mannen wartete. Der Oberst ließ seinen Blick über die verbliebenen Soldaten schweifen, welche mit Schlamm und Blut bespritzt waren. Er hatte viele Männer verloren, doch die Mission war erfüllt, die 83. hatte den Imperator gefunden. Dies ließ ein leichtes Lächeln auf seinen Lippen entstehen und mit diesem Lächeln setzte die Fähre zum Landeanflug auf der Dies IRae an.


Re: Einöde von Korriban - Darth Vesperum - 10.01.2014

Als das Shuttle abhob, blickte Vesperum nicht aus dem kleinen Fenster. Diese Welt war abgeschlossen, sein Wehmut galt anderen Welten, Gedanken und Vorstellungen. Hass war seine Attitüde im Blick, während seine Hände sorgsam, fast ruhig, auf seinem Schoß lagen. Ilara war mit an Bord, jedoch unter Erschöpfung auf einem Feldbett, abseits von ihm, eingeschlafen. Ihre Müdigkeit konnte er noch nicht teilen, denn die Gedanken, der Wahn, kreiste in seinem Schädel. Seine Antwort auf die Galaxis war Hass, eine reine Abneigung allen vermeindlich Guten in der Existenz. Er war der Antagonist gegen alles Leben, welcher sich von dieser toten Welt erhoben hatte. Die Sturmtruppen um ihn herum, gingen ihrem Tagwerk erneut nach. Sie reinigten die versandeten Blaster, ihre Uniformteile oder auch Helmvisiere. Nun streifte der dunkle Blick des Verlorenen seine Soldaten. Sie hatten ihr Leben für ihn riskiert und viele waren nicht zurückgekehrt. Hatte er Mitgefühl? Kurz, ja. Eine winzige Sekunde ernteten diese Männer vollen Respekt seiner Majestät, wenn auch diese Moral in ihm schnell erstarb. Die Jugend in seinem Gesicht schrie in Lügen, als das Shuttle im Hangar aufsetzte. Darth Vesperum, inzwischen in einer neuen Robe aus schwarzem Leinen, welche die Soldaten - in weiser Vorraussicht mitgebracht hatten - trat aus dem Transporter. Wie üblich, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, um seine dämonisch-entstellten Augen zu verbergen. Leicht gebeugt, wankend, trat der Geist in den Hangar. Hunderte Soldaten, Offiziere und Mannschaften waren angetreten, um ihn zu ehren. Ihre Lebenspräsenz drang in seine Wahrnehmung. Schritt um Schritt, immer weiter, ging er zum Kommandaten des Schiffes...


Re: Einöde von Korriban - TX-9941 - 12.01.2014

Der Hangar war voll besetzt. Hunderte Sturmtruppen und Matrosen, sowie dutzende Offiziere waren in Reih und Glied versammelt um ihren verloren geglaubten Imperator in Empfang zu nehmen. Der Pilot der Fähre hatte sofort Kontakt mit der Dies Irae aufgenommen, als es hieß, dass die 83. Legion Vesperum gesichert hatte. Ohne Umschweife hatte Kapitän Harvold die gesamte Besatzung angewiesen eine Ehrenformation für den Imperator einzunehmen, um ihm die gebührende Ehre zu erweisen. Die auf dem Sternenzerstörer verbliebenen Legionäre hatten diesen Aufruf nicht gebraucht. Nur wenige Augenblicke nachdem die Nachricht von Vesperums Rückkehr eintraf, hatte sich eine Abteilung der 83. Legion in Bewegung gesetzt um ihren Herren zu begrüßen.
Nun standen all diese treuen Diener des Imperiums im Hangar und warteten gespannt auf ihren Herrscher, welcher sich in den nächsten Augenblicken aus seiner Fähre begeben sollte. Das Schiff gab ein Zischen von sich, als sich die Transportluke öffnete und langsam kam eine, in dunkle Gewänder gekleidete, Gestalt heraus, flankiert von mehreren Sturmtruppen.
Alle Anwesenden im Hangar strafften sich, als sie Imperator Vesperum leibhaftig zu sehen bekamen. Einige vermochten es nicht ihn lange anzuschauen, andere waren vollkommen in seinen Bann gezogen und verfolgten jeden seiner Schritte. Es war zweifelsohne eine besondere Situation für sie. Nur die Sturmtruppen standen gerade, als ob sie kein Wässerchen trüben könnte. Doch unter ihren Helmen sah man die leichte Verunsicherung ob der düsteren Ausstrahlung, welche Vesperum von sich gab. Er war schon vorher eine kalte Präsenz gewesen, doch nach seinem Aufenthalt auf Korriban, schien sich dieser Zustand noch verschlimmert zu haben, jedenfalls in den Augen jener Sturmtruppen, welche ihn bereits zu Gesicht bekommen haben.

Noch in der Fähre stand Cato, welcher die vergangenen Ereignisse revue passieren ließ. Die Mission war ein voller Erfolg gewesen, die 83. Legion, seine Legion, hatte Imperator Vesperum finden und retten können. Es war weder die 501st, noch eine andere Elite-Legion die den großen Anführer des Imperiums gesichert hatte und das erfüllte den Oberst mit Stolz. Lange Zeit war es seiner Legion verwehrt gewesen großen Ruhm zu ernten, doch mit dem heutigen Tag würde sich dies ändern, der Imperator vergisst jene nicht, die ihm zu Seite stehen, zumindest hoffte Cato dies.
Auch wenn er ob es Ausgangs der Mission froh war, so gab es dennoch viele Tote zu beklagen. Er hatte gesehen auf welch grausige Arten Korriban seine Männer dahingeschlachtet hatte und noch immer jagte ihm der Gedanke an ihr Ableben einen kalten Schauer über den Rücken. Er war bereits durch Schlacht und Not und Tod gegangen, doch dieser Planet hatte all seine Erfahrungen über den Haufen geworfen, kein Gefecht war derart schrecklich gewesen wie die Expedition nach Korriban und dies hatte Spuren hinterlassen. Der Oberst spürte an sich ein gewisses Grauen, welches er auch jetzt in Sicherheit nicht ablegen konnte. Jedoch machte er sich keine weiteren Gedanken darüber, stattdessen folgte er nun Imperator Vesperum und den Überlebenden der Expedition in den Hangar, um von seiner Legion in Empfang genommen zu werden.


Re: Einöde von Korriban - Galaktisches Imperium - 13.01.2014

Kpt. Fearn Harvold, Kommandierender Offizier des ISZ-II Dies Irae

Kapitän Harvold erwartete nur ungeduldig, wie der Turbolift Fahrt aufnahm. So häufig man diesen Weg schon gegangen war – heute schien er länger denn je zu sein. Konnte es sein, was ihm gesagt wurde? Konnten sie tatsächlich den Imperator gefunden haben? Es war schwer zu glauben. Man erzählte sich, dass Korriban eine gewisse Wirkung auf manche Menschen hatte. Wahnvorstellung, Paranoia. Oder auch noch weit schlimmere Formen der Verrücktheit. Berichte von Geistern und Qualen trotz völliger körperlicher Gesundheit waren die Regel. Es hatte seine Gründe, dass das Imperium den Planeten lange Zeit gemieden hatte und auch Zivilisten regelmäßig einen Bogen um die unwirtliche Welt machten. Und doch hatte es Harvold durchzuckt, als ihm auf der Brücke eine höchsteilige Nachricht zugestellt worden war, laut der sich der Imperator mit an Bord befand. Doch diese Emotion war schwer zu greifen, schwer zu begreifen. Irgendwie konnte er beinahe fühlen, dass etwas auf seinem Schiff anders war. Nur ein schleichendes Gefühl, irgendwo weit weg in seinem Bewusstsein. Aber seit die Fähre im Hangar der Dies Irae gelandet war, war jedenfalls etwas merkwürdig. Harvold fröstelte es aus unerfindlichen Gründen immer wieder, während er alleine in der viel enger als sonst scheinenden Kammer des Lifts stand und ungeduldig betrachtete, wie die Anzeige Richtung Hangar herunterzählte.

Trotz naheliegender Zweifel an der psychischen Gesundheit des Korriban-Stoßtrupps hatte der Kommandant des Schiffs im Hangar eine Ehrenformation antreten lassen. Es erschien angebracht für den Fall der Fälle – selbst wenn es nur der Stoßtrupp war, der von einer Verrücktheit übermannt worden war. Als der Lift endlich auf der Hangarebene stoppte, straffte sich der Kapitän kurz und atmete einmal laut durch, ehe sich die schweren Panzertüren seitwärts öffneten. Die Formation war bereits angetreten und stand exzellent. Inmitten des Hangars war außerdem auch schon die Fähre auf dem Boden aufgesetzt und das mechanische Surren der herunterfahrenden Rampe begleitete Harvolds Schritte auf den Landeplatz zu. In einem Abstand von vielleicht fünfzehn Metern vor der Rampe hielt der Kapitän schließlich inne. Zischender Dampf stieg von den Auslassöffnungen der Fähre empor und hüllte das Schiff in einen teils nebligen Schauer. Aus dem Nebel trat zunächst nur eine Gestalt.

Und dann weiteten sich Harvolds Augen sichtlich. So zerschlagen die Bewegungen der Person vor dem Kapitän wirkten, wankend, beinahe unkontrolliert, so klar strahlte auch die Aura des Todes von ihm aus. Unfähig sich zu bewegen starrte er den Mann an und wie dieser Schritt für Schritt näher kam. Mit jedem einzelnen Schritt nahm das beklemmende Gefühl in Harvolds Innerem zu und jagte ihm einen Schauer über den Rücken. Seine eiskalten Fingerspitzen schien er in diesem Moment nicht zu fühlen. Schließlich baute sich die Gestalt vor ihm auf und blickte ihn wortlos an.
„Ihr seid es“, stammelte der Kapitän ungläubig und stellte das Offensichtliche fest.
„Eure Majestät.“
Harvold senkte sein Haupt ehrerbietend auf den nackten Hangarboden vor Vesperums Füßen und kniete schließlich demütig vor seinem Herrscher nieder. Er war ihr Imperator. Es gab keinen Zweifel. Nach und nach knieten auch die Soldaten der Ehrenformation offensichtlich spontan vor der Rückkehr des Diktators nieder, bis nur noch Vesperum und Oberst Scarian, sein Retter, neben ihm in dem riesigen Hangar standen.
„Ich werde sofort das Zentrum benachrichtigen, um es sich auf Eure Rückkehr vorbereiten zu lassen“, fuhr Harvold fort, ohne es zu wagen, seinen Kopf auch nur ein Stück anzuheben. Dies war ein großer Tag für das Imperium. Viele mochten befürchtet haben, dass nach Palpatine nun auch Vesperum für immer verloren gewesen war. Doch die Galaxis würde bald eines Besseren belehrt werden.



Re: Einöde von Korriban - Darth Vesperum - 14.01.2014

Ein Hauch. Ein winziger Luftstoß entfloch dem Mund des lebenden Todes, während der Kommandant, Captain Harvold, ungläubig auf den schwarzen Mann blickte, den dieser Hauch umschlang, wie das Geräusch von Endlosigkeit. Ein Hauch, der vorbeizog und verschwand, und sich in kalter Bewegung äußerte. "Ich bin und war und werde sein - der Imperator," antwortete der galaktische Herrscher fast nüchtern, getrieben von seltsam bösartiger Ruhe in der Stimme. "Captain," schob mit einem vertrauensvollen aber dennoch gelogenen Lächeln nach. Das Wort war widerlich betont und wirkte in diesem Zusammenhang, wie die Ankunft einer Nemesis, die einen Mann zu sich rief, eben jenen Captain. Die finstere Gestalt von Sith hatten den Rang am Abzeichen festgemacht, auf das der dunkle Schatten seiner Kapuze nun fiel. Der Offizier, in seiner Nibelungentreue, vollführte nach sanfter Erkenntnis über die wahre Existenz des dunklen Tyrannen, den protokollarischen aber überaus - zumindest für das Imperium - wichtigen Kniefall. Nur kurz verweilte das Angesicht des Imperators auf Harvold, da Vesperum, die Geste, des Kniefalls äußert ansprechend fand (- insbesondere nach der Abstinenz von politischer Macht auf Korriban) und dieser von allen Anwesenden, außer Cato und ihm selbst, umgesetzt wurde; richtete er sein dunkles Haupt auf, um die Truppen zu betrachten, die ihm huldigten.

Ein gieriges Grinsen umschloss seine Lippen. Es fühlte sich gut, wie eine Droge, schoß dieses Gefühl von Grenzenlosigkeit in seinen Schädel. Dies war seine Show, seine Bühne und seine Galaxis, die ihm unterworfen war; in allen Belangen. Die dunkle Seite umgarnte seinen Verstand mit einem irrigen Gefühl von Macht, Stärke und emotionalen Absoluten. Er war der Herrscher. Seine Augen wanderten unter dem schwarzen Schatten der Kapuze umher, den Moment genießend. Doch dann war das Protokoll erfüllt und der Imperator schob seine Linke vor, um dem Kommandanten und seiner Besatzung anzudeuten, sich zu erheben. Hierzu öffnete er seine Handfläche und hob diese langsam an. Ein ruhiges aber durchaus zu verstehendes Zeichen. Mehr war nicht nötig. Eine Geste reichte, und die Armeen folgten. Das war das Imperium von Vesperum. Seine dunkle, grau-weiße Hand, offenbarte seine Allmacht in diesem System besser als jedwedes Wort, Schlachtschiff oder Soldat, der ihm folgte. Eine Bewegung einer Hand reichte um Tausende zu bewegen, seinem Willen zu folgen. Wieder das gehauchte Atmen aus den geschundenen Lungen des Sith-Lords, die nach guter Luft rangen, wie ein Ertrinkender. Immer wieder dieses gehauchte sowie weltfremde, fast bizarre, Säuseln aus seinem Mund und seiner Nase.

Dennoch - all diese Macht konnte nicht über seinen Verlust, seine schleichende Agonie in sich hinwegtäuschen. Diese Agonie umgriff seinen Verstand, ließ ihm in einem hatlosen schwarzen Meer schwimmen, aus dem es kein Entkommen gab. Er war Darth Vesperum, kein Mensch oder Lebewesen, sondern nur Avatar einer alten sowie dunklen Macht, welche sich der Finsternis selbst speiste, die in jedem Menschen und Lebewesen wohnte. Seine Verbindung in diese Welt war sein Körper, während sein Geist bereits ins schwarze Meer transzendiert war und sich seine Kälte nur in der Macht selbst offenbarte, wie ein kalter Wind flog diese um die Körper der Anwesenden, ließ sie frösteln, gar frieren und seine Präsenz wich nicht mehr, solange er dort war. Der Galaktische Imperator war da. Endlich.

Vesperum befeuchtete seine rissigen Lippen mit einem Zungenstrich und sagte dann fast unbeabsichtigt zurückhaltend: "Nicht so eilig, Captain. Ich möchte nicht, dass meine Ankunft von Schlangen behindert wird. Wir werden erst einmal eine andere Welt aufsuchen." Der Imperator ging einen Schritt in Richtung Ehrenformation, um diese in Richtung Lift abzuschreiten. Man erwartete das der Kommandant sowie Cato mit dem Herrscher gingen. Eine direkte Aufforderung gab es nicht. Man musste es schlicht annehmen. "Onderon," befahl der Lord knapp in seiner heutigen sprachlichen Bescheidenheit. Die Sith mussten ihn sehen, zudem hatte er Zerrbilder gesehen, in denen sich ein Usurpator erheben würde oder bereits hatte. Nun ergab diese Vision vor einigen Monaten einen Sinn. Sie war nicht nur pure Angst, die jedwede Paranoia in ihm speiste, sondern vorgeschobene Wahrheit, die er nun erkunden musste. Onderon würde der Schlüssel zu seiner neuen Macht sein. Die Sith würden endlich rein sein, wahrhaftig mit der Geschichte und Tradition der Vorderen verbunden - nämlich durch ihn als Lord. Der heilige Thron zu Coruscant würde noch ein paar Tage warten müssen. Erst einmal musste sein magokratisches Element restabilisiert werden.


Re: Einöde von Korriban - Galaktisches Imperium - 18.01.2014

Kpt. Fearn Harvold, Kommandierender Offizier des ISZ-II Dies Irae

Der Kapitän der Dies Irae wartete in Ehrfurcht, bis der Imperator ihn passiert hatte. Erst dann erhob er sich aus seiner knienden Position und folgte dem Herrscher in gebührendem Abstand. Offenkundig wirkte er jedoch ein Stück weit verwirrt über die Antwort des Diktators. Der Imperator verweigerte eine direkte Rückkehr auf den Thron? Wen hatte er zu fürchten? Captain Harvold konnte sich nicht vorstellen, dass sich auf Coruscant irgendjemand ihrem alten Herrscher widersetzen würde. Auch Sate Pestage würde es nicht wagen, ein Anrecht auf den Thron geltend zu machen, wenn Vesperum erneut vor ihm stand. Eine solche Anmaßung und einen Bruch der Imperialen Charta würde das Militär niemals hinnehmen, daher blieb selbst dem Interimsherrscher Pestage keine Option, selbst wenn er den Tag herbeigesehnt hatte, an dem er auch endlich offiziell Imperator werden konnte. Die Schlangen, von denen der Sith sprach, waren jedenfalls für Harvold bislang nicht zu sehen. Doch das musste nichts bedeuten. Im Hintergrund war zweifellos vieles im Gange, wovon er als einfacher Raumschiffskommandant gar nichts wissen konnte – und vielleicht auch besser nicht wusste oder wissen wollte. Denn Vesperum mochte den besseren politischen Sachverstand und mehr Kenntnis bezogen auf diese Dinge haben als er, Harvold. Der Herrscher hatte in der Vergangenheit bewiesen, eine kluge Hand zu besitzen und es musste daher gute Gründe geben, zunächst vom Zentrum abzulassen und sich erst Onderon zu widmen, das recht nahe an der aktuellen imperialen Grenze zur Republik lag. Manche hätten darin eine potentielle Gefahr gesehen.
„Wir Ihr wünscht, Imperator Vesperum“, entgegnete Fearn Harvold schließlich, während er neben Scarian hinter dem Sith herging. Er konnte seine Verwirrung nicht vollständig überdecken. „Ich werde Kapitän Stratis auf der Destructor kontaktieren und ihm auftragen, sich unserem Ziel anzuschließen.“
Selbst die zusätzliche Feuerkraft, die der prächtige Schlachtkreuzer aufbot, war vielleicht dem Anlass nicht ganz würdig, doch es war zumindest eine zusätzliche Eskorte für das Schiff des Imperators, so dass dieses nicht allein reisen und vielleicht in einen Hinterhalt geraten würde. Es mochte dem anderen Kommandanten anmaßend vorkommen, dass er Befehle von Harvold entgegennahm, überragte die Allegiance-Klasse das seine Schiff doch ein gutes Stück. Aber mit der Anwesenheit des Imperators an Bord der Dies Irae gab es nur wenig Zweifel daran, wer gerade über Autorität verfügte und wer nicht, selbst für den Fall, dass Stratis vielleicht der dienstältere Offizier war. Die ebenfalls entsandte Inquisitorin Nigidus würde Stratis zweifellos bereitwillig versichern, dass es sich bei der gefundenen Person auch wirklich um Vesperum und seine ebenfalls verschollene Schülerin handelte.

Bald schon lagen die beiden keilförmigen Schiffe nebeneinander im Raum und verließen allmählich den Orbit von Korriban. Der Schlachtkreuzer nahm dabei die Führungsposition ein und bot dem Schiff des Imperators damit Schutz an. Doch nicht lange blieben die Schiffe dort an ihrer Position, bald schon beschleunigten sie binnen Sekunden auf Überlichtgeschwindigkeit und ließen damit Korriban als auch die Schrecken und den Wahnsinn des Planeten hinter sich. Ein Abenteuer war vorüber, doch ohne Zweifel würden noch weitere folgen.

Nach: Onderon