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Beitrag Beitrag erstellt am Di 13. Feb 2018, 17:02,  Re: Nal Hutta

Schmugglerin

Ria blickte ihn an. Schweigend. Unfähig ein einziges Wort in ihren sich überschlagenden Gedanken tatsächlich zu artikulieren. Schließlich wendete sie sich von ihm ab und sah aus dem Fenster hinaus. Sie konnte ihn nicht ansehen. Nicht in diesem Augenblick, als dieses Gefühl von Leere und Verzweiflung in ihrem Inneren beinahe schmerzhaft wurde. Sie wollte ihm helfen. Sie wollte irgendetwas tun, weil... weil es eben so war. Irgendein Insekt versuchte mehrfach durch die Scheibe in das Innere des Cockpits zu gelangen, schwirrte dann aber unverrichteter Dinge wieder ab als es merkte, dass es wohl nicht gelingen würde. Ria hasste Insekten. Nicht weil sie sie ekelhaft und abstoßend fand, sondern einfach weil sie störten. Das Gesumme und Gebrumme, zirpen und Gekrabbel, das dafür sorgte, dass sich die kleinen Härchen auf den Armen und im Nacken aufstellten.
"Ich verstehe dich sehr gut," murmelte sie schließlich, ohne den Blick von ihrer herausragenden Aussicht auf die Wand der Landebucht zu nehmen. Ja, sie verstand ihn. Sie verstand ihn sogar sehr gut, jetzt nachdem sie eine Ahnung bekommen hatte, wie groß seine Schwierigkeiten tatsächlich waren. Allerdings änderte auch diese Erkenntnis nichts daran, dass sie ihn nun einmal nicht einfach so aufgeben würde. Ihn nicht und Jace und Tasha ebenso wenig.

"Nimm die CarVe. Mit oder ohne deine Crew, aber wenn du dir und/oder ihnen Zeit verschaffen willst, dann nimm sie. Mit ihr wirst du nicht in Verbindung gebracht. Keiner von euch." Es fiel ihr wahrlich nicht unbedingt leicht diese Worte auszusprechen, denn die CarVe, wie Areyn sie genannt hatte - abgeleitet von ihrer Bezeichnung Cargo Vessel - war ein Schiff, an dem viele Erinnerungen der familiären Art hingen. Nicht nur für sie, sondern eben auch ganz besonders für ihren Bruder, der sie allein für diesen Gedanken - geschweigedenn das Angebot, nein, den tiefen Wunsch - verfluchen würde. Ganz besonders weil es hier um Gavin ging. "Sie ist vielleicht nicht so schnell wie die Legacy, aber sie ist einsatzbereit. Du sagst, dir hängt die Zeit im Nacken... bitte." Ria vollführte eine fast auffordernde Geste, bevor sie ihn anblickte. "Ich gebe dir eher mein Schiff, als tatenlos dabei zuzusehen, wie du in dein Verderben rennst und dir dabei auch noch einredest genau das richtige zu tun, um andere zu schützen." Er verstand einfach nicht, dass er ihr bei weitem nicht egal genug war, um dieses Thema einfach abzuhaken und auf sich beruhen zu lassen, aber vielleicht war diese Ignoranz auch besser... für sie beide. Auch wenn es einige Dinge nicht unbedingt leichter machte. Ria war sich noch nicht einmal sicher, wann dieses Gefühl die Oberhand bekommen hatte, aber sie hasste sich selbst dafür, weil sie nie in die Situation hatte kommen wollen. Wie oft hatte sie die dummen Weiber für ihre naive und selten dämliche Gefühlsduselei belächelt? War sie jetzt in irgendeiner Form besser?

"Vielleicht ist es an der Zeit, dass du lernst, dass es manchmal besser ist Hilfe anzunehmen, ohne in Gedanken schon den Heldentod zu planen. Aber in dieser Hinsicht seid ihr Männer alle gleich." Ihr entwich ein leises Schnauben, bevor sie kopfschüttelnd das Cockpit verließ, um sich ein paar ihrer Sachen zu holen. Ja, tief in ihrem Inneren war sie verletzt, auch wenn sie nicht gedachte ihn das spüren zu lassen. Sie fühlte sich hilflos und war wütend. Wütend auf ihn, weil er mal wieder in Schwierigkeiten steckte, die sicherlich hätten vermieden werden können und wütend auf sich selbst, weil sie keinen blassen Schimmer hatte, wie sie ihm - und den anderen - helfen sollte und vermutlich war das in dieser Situation noch das schlimmste daran.


 
Beitrag Beitrag erstellt am Mi 14. Feb 2018, 02:26,  Re: Nal Hutta

Schmuggler

Gavin hörte das, was Ria ihm sagte und für einen kurzen Moment fühlte es sich in seinem Kopf so an, als wäre eine Sicherung durchgeschmort. Er setzte sich so ruckartig in dem Sitz auf, dass er fast schon aus diesem geflogen wäre, wenn da nicht die Beine im Weg gewesen wären. „Halt! Stop!“, rief er aus und schüttelte den Kopf. „Moment! DU erzählst mir etwas von lebensmüde und ich soll keinen Blödsinn machen und jetzt willst du mir dein Schiff geben? Ich wusste gar nicht, dass du deines Lebens mittlerweile so überdrüssig bist.“ Er schüttelte noch immer den Kopf, denn dieser Vorschlag war absoluter Wahnsinn und von durchdacht ja mal überhaupt gar keine Spur. „Denkst du wirklich, du schützt irgendjemanden, wenn du mein Schiff nimmst und ich deines?“ Er stand von seinem Platz auf, denn im Augenblick konnte er einfach nicht ruhig auf seinen vier Buchstaben sitzen bleiben. „Denkst du wirklich, du hilfst irgendjemanden, wenn du dir das Fadenkreuz auf den Rücken malst?“ Wieder schüttelte Gavin seinen Kopf. Das konnte sie doch jetzt nicht ernst meinen oder? Er neigte ja gelegentlich zu absurden Ideen, aber das was Ria gerade vorgeschlagen hatte, übertraf selbst seine absurdesten Ideen die er jemals gehabt hatte. Der Vorschlag glich nahezu einer Kombination aus all seinen absurden Ideen.

„Und hast du dir auch schon überlegt, dass dein Schiff nichts daran ändern wird, dass der imperiale Geheimdienst früher oder später herausbekommen wird, wer der Captain des flüchtenden Frachters war? Die Republik weiß es ja schon.“ Mit fragendem Blick sah er sie an, auch wenn sie ihm den Rücken zugewandt hatte. Aber auch wenn sie seinen Blick nicht sehen konnte, so war er doch gewiss spürbar. Gavin beugte sich mit dem Oberkörper nach vorne, stützte die Ellenbogen auf seinen Oberschenkel ab und fuhr sich immer wieder mit den Händen über den Hinterkopf. Dieses Gespräch verlief eindeutig nicht so wie von ihm geplant. Nun zugegeben, er hatte überhaupt nichts geplant, aber trotzdem hatte das Gespräch eine Richtung eingenommen, in das es eindeutig nicht weitergehen sollte. „Ich habe nicht vor den Heldentod zu sterben“, erhob er dann wieder seine Stimme und sah wie Ria gerade dabei war das Cockpit zu verlassen. Er stand von seinem Platz auf und ging ihr nach, denn so einfach würde er sie damit jetzt nicht davon kommen lassen. „Aber wie es mir scheint hast du – Verdammt!“, fluchend rieb er sich die Stirn. Wieso musste in den Frachtern auch alles so schrecklich niedrig sein. „Hast du gerade vor den Heldentod zu sterben mit deiner Idee … Plan … Selbstmordaktion.“ Er rieb sich noch immer die Stirn und so wie es sich gerade anfühlte, würde man es morgen noch sehen können.

Konsequent nahm er Ria die Sachen aus der Hand, legte sie dorthin zurück, von wo sie sie weggenommen hatte und legte ihr die Hände auf die Oberarme, so dass sie erst einmal keine Chance hatte, sich von ihm abzuwenden oder weg zu gehen. „In Ordnung. Ich hab's verstanden“, sprach er seufzend und legte die Stirn ein wenig in Falten. „Ich kann dich offenbar nicht davon überzeugen, dass du tausend Parsec von mir entfernt aktuell besser aufgehoben wärst. Und vermutlich nicht einmal dann, wenn ich dir verspreche unbeschadet aus der Angelegenheit heraus zu kommen.“ Ganz abgesehen davon, dass es ein Versprechen wäre, dass er vermutlich nicht würde halten können und es daher auch gar nicht geben würde. Er wusste nicht wie alles Enden würde, aber er hatte garantiert nicht vor dabei drauf zu gehen. Nicht solange er nicht jede andere Option probiert hatte. Er hing an seinem kleinen, komplizierten Leben, aber dennoch war er bereit einen Schlussstrich zu ziehen, wenn er damit die Menschen, die ihm nahe standen, aus der Gefahrenzone bringen konnte. „Ich werde dein Angebot nicht annehmen Ria, denn wenn ich es tue, habe ich nicht nur weiterhin das Imperium und die Republik im Nacken hängen, sondern auch noch Jace und das willst du mir doch nicht wirklich antun oder?“, fragte er mit bittendem Tonfall und einem fast schon flehenden Blick.


 
Beitrag Beitrag erstellt am Mi 14. Feb 2018, 07:10,  Re: Nal Hutta

Schmugglerin

Ria hielt nur widerwillig in ihrem Tun inne und musste aufgrund seiner letzten Worte und dem dazugehörigen Blick tatsächlich lachen. Und zum ersten Mal seit einer ziemlich langen Zeit, fühlte es sich für sie tatsächlich echt an, auch wenn der Ernst der Lage sie sogleich wieder eingeholt hatte, aber für diesen kurzen Augenblick war es ein gutes Gefühl gewesen. "Also ich trau dir ja durchaus zu, dass du mit dem Imperium klar kommst, selbst mit allem, was hintendran hängt, aber Jace? Nein, das geht wahrlich zu weit." Sie schüttelte den Kopf und sah ihn an. "Gavin, ich habe nicht vor die Legacy zu nehmen," seufzte sie leise und unternahm einen kurzen, jedoch recht erfolglosen Versuch sich von ihm zu lösen. "Du wolltest deinen Leuten Zeit verschaffen und ich wollte dazu auch etwas beitragen, verdammt! Natürlich ändert es nichts daran, dass scheinbar jeder weiß, dass du die gesuchte Person bist, aber sie suchen in erster Linie nach deinem Schiff, um dich zu finden. Nicht nach meinem. Und natürlich werden sie früher oder später auf den Trichter kommen, dass womöglich ein Schiffwechsel stattgefunden hat, aber bis dahin vergeht eine Weile. Ich würde hier schon weg kommen und die CarVe... sie ist eben aufgrund eines Flugfehlers meinerseits so schwer beschädigt, dass sie bis auf weiteres ausfällt. Oder vielleicht ist sie in einem furchtbar dubiosen Raumhafen unter meiner Nase weggestohlen worden, weil ich diese leichtsinnige Angewohnheit habe die Luke offen zu lassen. War ja nur eine Frage der Zeit, dass sich jemand unbefugtes an Bord schleicht." Rias Mundwinkel verzogen sich leicht zu einem kurzen Grinsen, ehe dieses auch schon wieder verblasste.

"Ich treffe für gewöhnlich keine gänzlich unüberlegten Entscheidungen, auch wenn diese Idee jetzt ziemlich überraschend kam, aber ich meine es eigentlich genau so, wie ich es sagte. Du wunderst dich, dass ich irgendeine überstürzte Selbstmordaktion von dir fürchte? Was würdest DU denn tun, wenn ich so bei dir ankäme? Stell dir vor, jemand der dir nicht gänzlich egal ist, kommt zu dir, nachdem du einen Hilferuf von dieser Person empfangen hast und erzählt dir, dass diese Person sich wenigstens dieses Mal anständig verabschieden wollte für eine 'sehr sehr lange Zeit'. Und jetzt sag du mir, dass du diese Sache einfach so hingenommen hättest. Und selbst wenn DU es so hingenommen hättest, hätte spätestens Jace eingegriffen und das weißt du, verdammt nochmal. Also versuche nicht mir einen Strick daraus zu drehen. Nicht daraus." Es gab wahrlich genug andere Dinge, aus denen man ihr einen Strick drehen konnte, aber nicht, dass es in ihrem gesamten Umfeld ganze 4 Personen - inklusive natürlich ihres Bruders - gab, für die sie alles in ihrer Macht stehende tun würde... ob es ihnen nun gefiel oder nicht. "Also, was hast du vor?" Es interessierte sie wirklich, wie er gedachte in dieser Sache weiter vorzugehen, denn scheinbar hielt er ihre Reaktion ja für völlig übertrieben und überhaupt nicht nachvollziehbar. Ja, womöglich spielte in ihrem 'Plan' ein gehöriges Maß an Unerfahrenheit mit hinein, denn sie war in diesem Metier nunmal verdammt jung und bei weitem nicht so ausgefuchst wie Gavin, Jace oder ihr Bruder, aber sie war auch weit davon entfernt blind vor Naivität zu sein, denn dafür hatte sie wahrlich bereits zu viel erlebt und das nicht nur im Rahmen ihres jetzigen Lebens, sondern bereits lange davor.


 
Beitrag Beitrag erstellt am Do 15. Feb 2018, 01:48,  Re: Nal Hutta

Schmuggler

„Siehst du“, meinte Gavin und kratzte sich ein wenig verlegen im Nacken. „Das ist der Grund warum ich so gerne wortlos verschwinde, weil ich habe dieses faszinierende Talent bei solchen Sachen stets die falschen Worte zu wählen.“ Ok, so ganz stimmte das natürlich nicht unbedingt. Es mochte vielleicht ein Grund sein, aber wohl eher so ein winzig kleiner. So recht unbedeutend und mehr oder weniger auch vernachlässigbar. „Aber es ist einfach ein Fakt, dass es unter Umständen die einzige Möglichkeit ist, dass zumindest ein paar Leute unbeschadet aus dieser Aktion heraus kommen und daher kann ich diese Möglichkeit nicht ignorieren. Du kennst mich und du weißt, dass ich keine Fakten außen vor lasse, nur weil sie jemanden nicht passen könnte.“ Aber nur weil er eine Option für eine realistische Möglichkeit hielt, bedeutete das nicht, dass es auch das Erste war, was er vorhatte umzusetzen. Gerade wenn das Leben von jemanden – in dem Falle seines – auf dem Spiel stand, war es für ihn stets die allerletzte Wahl. Erst wenn vorher alle anderen Möglichkeiten und Szenarien komplett versagt hatten, war er bereit zum letzten Mittel zu greifen. Sicherlich hatte Ria Recht, dass er es ihr versuchen würde auszureden, genau so wie es Jace versuchen würde und wie sie alle es ihm wohl versuchen würden auszureden. Aber er konfrontierte eben die Personen in seinem Umfeld lieber von Anfang an mit allen Eventualitäten, als die unangenehmen zu verschweigen und dann, wenn es so weit war, die Personen einfach vor vollendete Tatsachen zu stellen. Je früher man von etwas wusste, desto mehr Zeit hatte man, sich zumindest auf den Tag vorzubereiten, in der Hoffnung natürlich, dass er niemals eintreffen würde.

Mit dem Rücken lehnte sich Gavin an die Kabinenwand. „Nun in erster Linie suchen sie nach der Frachtkiste“, verbesserte er Ria mit einem breiten Grinsen. „Und die von der Legacy in die CaVe zu verladen wäre eindeutig zu auffällig.“ Er erinnerte sich noch sehr gut daran, wie man sich auf Corellia abgemüht hatte und hier würde es unter Garantie nicht unbemerkt bleiben. Irgendjemand würde davon Wind bekommen und schon wäre ihr Vorteil dahin. „Dazu kommt, dass ich die Legacy nicht auf diesem Drecksloch zurücklassen will und die Kiste ist, auch wenn sie der Grund für meinen Ärger ist, noch immer das einzige Mittel, um mich aus der Sache wieder rauszuholen. Verliere ich sie, dann habe ich richtig verloren.“ Sie war einfach zu wichtig, um sie aus den Augen zu lassen und Gavin wusste, dass er sie irgendwie verwenden konnte, wenn auch er noch nicht genau wusste, wie genau er sie nutzen sollte. Nur weil eine Seite die Ware hatte, hatte die andere Seite ja noch immer jeden Grund ihm weiter auf den Geist zu gehen. Aber vielleicht bestand ja irgendwie die Option eines Doublecrossing. Die Frage war nur, wie er das am dümmsten anstellen sollte. Er konnte ja nicht einfach bei Beiden vor der Türe stehen.

„Was ich vorhabe? Als allererstes die Legacy so weit reparieren, dass ich von diesem Sumpf hier weg komme“, beschrieb Gavin sein weiteres Vorgehen. So weit, wie er es eben bisher geplant hatte. „Dann ein Sprung hier hin, einer da hin und vielleicht noch zwei oder auch drei mehr. Tja und dann hatte ich vor mir ein Stückchen Landefläche auf einem dritt- oder viertklassigen Planeten oder von mir aus auch Asteroiden zu suchen, die Reparaturen zu Ende zu bringen und in Ruhe und Abgeschiedenheit einen Plan überlegen. Sozusagen einfach für eine Weile von der Bildfläche zu verschwinden.“ Die Chancen einen sinnvollen Plan zu entwickeln waren einfach höher, wenn niemand wusste wo man sich herumtrieb, als wenn man vor aller Nasen herumflog. Aber um wirklich verschwinden zu können musste man natürlich auch so wenig Personen wie eben nur möglich darüber informieren, wo man gerade steckte. Man musste komplett vom Radar verschwinden und jegliche Kommunikation auf das absolute Minimum reduzieren. Ein nicht gerade einfaches Unterfangen, aber im Bereich des Machbaren.


 
Beitrag Beitrag erstellt am Mo 19. Feb 2018, 12:30,  Re: Nal Hutta

Schmugglerin

"Ja, für falsche Worte hast du tatsächlich ein herausragendes Talent," bestätigte Ria nur ein klein wenig neckend, bevor sie seufzend den Kopf schüttelte. "Aber ich bin ja froh, dass du überhaupt mit mir sprichst. Wenn auch recht unbefriedigend, aber man muss dir ja anrechnen, dass du es wenigstens versucht hast." Ihre Lippen verzogen sich zu einem leichten Grinsen. "Und da wir DAS schonmal geschafft haben, können wir das nächste Mal daran arbeiten, dass du zumindest nicht mehr ganz wortlos verschwindest." Sie wusste, dass er ganz genau wusste, worauf sie anspielte und genau aus diesem Grund beließ sie es dabei und vertiefte dieses Thema nicht weiter, denn dies würde unter Umständen nur zu einer weiteren Diskussion führen, die an diesem Ort und in dieser Situation einfach an völlig falscher Stelle war.
"In Ordnung, ich habe schon verstanden. Du willst dein Schiff nicht hier zurücklassen. Versteh ich. Wirklich. Aber dann sag mir bitte, wie ich dir - euch - helfen kann. Sag es mir! Ich kann einfach nicht glauben, dass du allen Ernstes davon ausgehst, ich könnte und würde dich, nein euch, hier und jetzt im Stich lassen und verschwinden, ohne alle Möglichkeiten in Betracht gezogen zu haben, wie ich eine Hilfe sein könnte. Du erwartest immer, dass alle um dich herum verstehen, dass du sämtliche Faktoren und Eventualitäten berücksichtigst, aber dann solltest DU eben auch verstehen, dass die Menschen in deinem Umfeld dies eben auch versuchen. Für dich." Und nachdem sie dies nun schon zum wiederholten Mal betont hatte, hoffte sie, dass er es endlich verstanden hatte, sonst würde sie es ihm das nächste Mal noch deutlicher klar machen müssen.

"Und was sagt deine Crew zu deinem herausragenden Plan? Oder wissen sie noch gar nichts von ihrem Glück, was du wieder ausheckst?" Mit einer leicht nach oben gezogenen Augenbraue und verschränkten Armen vor der Brust blickte sie ihn an. "Weißt du, was mein Problem ist? Bei dieser ganzen Sache? Dass es ausgerechnet das Imperium sein muss. Ich habe bereits einen Bruder an das Imperium verloren, während der andere munter auf deren Seite kämpft. Ich will einfach nicht..." Ihr ältester Bruder hatte jeden Kontakt zu ihr abgebrochen, nachdem er erfahren hatte, welchen Weg sie nach dem Tod ihres Vaters eingeschlagen hatte. Und obwohl der Kontakt auch zuvor nur sporadisch vorhanden gewesen war - immerhin hatte er als Soldat im aktiven Dienst nunmal viel zu tun - war dieser Kontaktabruch nicht ganz einfach gewesen. Es war nicht das Imperium, das Ria fürchtete. Es war die Furcht noch jemanden an - oder durch - dieses zu verlieren. Ria seufzte und strich sich eine einzelne verirrte Haarsträhne wieder aus dem Gesicht. "Und wenn du auf der Seite der Republik um Hilfe bittest? Zumindest wäre deine Fracht in deren Händen eindeutig besser aufgehoben als in den Händen des Imperiums. Ein Bauteil für eine neue Superwaffe ist überall besser aufgehoben als bei ihnen. Selbst in unserem HQ." Nur möglichst weit von den Menschen entfernt, die es so dringend zurück haben wollten. "Wir wissen beide, dass sie nicht einfach irgendwann aufhören nach dir - oder ihrer Fracht - zu suchen, nur weil du dich auf irgendeinem Asteroiden versteckst. Man müsste sie irgendwie... austricksen." Nur wie? Es musste doch einen Weg geben, um diese Angelegenheit zu beenden, ohne dabei gleich draufzugehen.


 
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